Bornheim will im oberen Drittel mitmischen

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Nach der besten Saison in der Vereinsgeschichte mit dem zweiten Platz in der Fußball-Verbandsliga Süd und dem Gewinn des Kreispokals geht die SG Bornheim/Grün-Weiß optimistisch in das fünfte Verbandsliga-Jahr. Allerdings ohne in die Offensive zu gehen, was die Saisonziele anbelangt. Ein Platz im oberen Drittel sollte es dann aber schon sein.
Mit Torhüter Gianluca Colombo (Mitte) kann Bornheim weiter rechnen. Foto: Mithat Gürser.

Für den erstmaligen Aufstieg in die Hessenliga, der in der abgelaufenen Spielzeit zeitweise möglich war, müsste nach der Einschätzung von Trainer Sascha Volk „alles klappen. Unser realistisches Ziel ist es, die Leistungen der Vorsaison zu bestätigen. Es muss unser Ansporn sein, weiter im oberen Drittel mitzumischen, obwohl die Liga stärker geworden ist.“ Dabei denkt der 40-jährige ehemalige Hessenliga-Spieler (FV Bad Vilbel, FSV Frankfurt, 1. FC Eschborn) vor allem an den Hanauer SC, den er neben Rot-Weiß Darmstadt zu den Topfavoriten zählt. Natürlich rechnet Volk auch mit den Hessenliga-Absteigern FV Bad Vilbel und dem VfB Ginsheim sowie dem personell sehr gut aufgestellten Aufsteiger Sportfreunde Seligenstadt.

In personeller Hinsicht kann der Coach mit einem verändertem Kader arbeiten, nachdem neun Abgängen zehn Zugänge gegenüber stehen. Dabei setzt der Verein den vor einigen Jahren begonnenen Prozess der Verjüngung fort. Aus der eigenen U19 wurden Mahir Karusu, Valerio Lettieri, Syvler Kadrijaj und Max Flamme hochgezogen. Zusätzlich stößt aus der in die Kreisoberliga aufgestiegenen Reserve Raphael Gure zum Kreis der Ersten Mannschaft. Weitere junge Leute wurden aus der Umgebung verpflichtet: Pau Babot und Jonathan Höser (beide Karbener SV U19), Minjae Kim (TSG Wieseck U19) und Mika Lindner (TSG Lengfeld). Dazu kommt mit Denis Fließ vom FC Kalbach ein erfahrener Spieler, der aber nur als Stand-by-Spieler geplant ist und im Scouting-Bereich Volks Trainerteam mit Alexander Jörg (FC Rendel) und Moritz Schneider (bis zuletzt aktiver Spieler) komplettiert. Erfahrene Spieler wie Marius Troll (FC Karben), Mario Marx (Babypause), Moritz Schneider und Simon Horn (beide Karriereende) stehen hingegen nicht mehr zur Verfügung.

„Wir setzen hier nicht nur auf die Jugend“ (Bornheims Trainer Sascha Volk).

Leonardo Kovacevic und Emanuel Opoku haben ihr Betätigungsfeld künftig im Kreisoberliga-Team. Dazu haben Lino Hindelang (SSV Heilsberg) und Gianluca Mancuso (Ziel unbekannt) den Verein verlassen. Und unverhofft musste Bornheim noch einen Abgang eines Stammspielers hinnehmen. Der zentrale Mittelfeldspieler Ogün Ünal ist zum Hessenligisten SC Waldgirmes gewechselt. Nach all diesen umfangreichen Personalwechseln dürfte der Konkurrenzkampf im Kader damit so hoch wie lange nicht mehr sein. 27 Spieler kämpfen um die elf Stammplätze, was ein Vorteil beim Tanz auf drei Hochzeiten sein dürfte (Liga, Hessenpokal, Kreispokal). Volk kann weiterhin auf vertraute Kräfte wie Tim Fließ, Natsuki Wada, Lukas Knell oder Torhüter Gianluca Colombo bauen, „wir setzen hier nicht nur auf die Jugend, wollen ihnen aber mit unserer Vereinsidentität die Möglichkeit bieten, sich weiterzuentwickeln“, unterstreicht Volk, der seit Januar 2020 in Bornheim tätig ist.

Erfolgsdruck spürt der Coach nach der erfolgreichen, ersten kompletten Saison seines Wirkens, an der Seckbacher Landstraße keinen: „Hier sind alle glücklich, wenn wir auch übernächste Saison weiter Verbandsliga spielen. Wir wollen unser Offensivspiel weiterentwickeln und spielerisch vorankommen. Wir bevorzugen dabei den kontrollierten Ballbesitz, wollen aber auch aktiv nach vorne spielen, um Tore zu erzielen.“ In seiner nun vierten Saison ist es dem Trainer wichtig, dass sich „Verein und Mannschaft weiterentwickeln. Es muss nicht immer weiter so laufen, weil wir mal eine überragende Saison hatten.“ Das solide Umfeld mit dem treuen Publikum und dem stets auch auswärts präsentem Förderverein schafft Identifikation mit dem Verein. Der Hessenliga-Aufstieg ist dabei nicht das primäre Ziel. Die Bornheimer müssen allerdings damit leben, von den Konkurrenten als Mitfavorit angesehen zu werden. Schafft es Bornheim wieder, eine Einheit zu formen, sollte es möglich sein, zumindest die eigenen Erwartungen (mindestens Platz fünf) zu erfüllen.

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