By Jan | Published | Keine Kommentare
Zum Abschluss der Relegation zur Gruppenliga Frankfurt West war der FC Germania Ginnheim am Mittwochabend beim FV Bad Vilbel zu Gast. Vor 650 Zuschauern gewann der FV das Spiel mit 1:0 (0:0). Dennoch steigt die Germania Dank der besseren Tordifferenz in die Gruppenliga auf, feiert ihren größten Erfolg in der 118-jährigen Vereinsgeschichte und spielt kommende Saison erstmals überregional.

FV Bad Vilbel – FC Germania Ginnheim 1:0 (0:0)
Nur vier S-Bahn-Stationen und rund zehn Minuten Fußweg trennt beide Sportplätze. Da in dieser Partie sehr wahrscheinlich die Entscheidung über den Aufstieg fallen sollte, kam eine stattliche Kulisse zustande; darunter zahlreiche Anhänger in Blau-Weiß. Die Vorzeichen waren klar: Holt die Germania nach zwei Siegen einen weiteren Punkt, bedeutet das den Durchmarsch in die Gruppenliga Frankfurt West. Sollte Bad Vilbel allerdings mit einem Sieg ebenso auf 6 Punkte kommen, würde entweder der direkte Vergleich zu Gunsten der Grün-Weiß entscheiden oder bei einem Usinger Sieg im Parallelspiel eine Patt-Situation mit drei Teams á 6 Punkte entstehen, was das Heranziehen einer Sondertabelle nötig machen würde.
Letzteres war dann auch der Fall, da die Usinger TSG den erwartbaren Heimsieg gegen die bereits abgestiegene FSG Burg-Gräfenrode mit 3:0 einfuhr. Die Entscheidung fiel also im Nidda-Sportfeld, wo in der ersten Halbzeit sehr wenig Erwähnenswertes passierte. Beide Mannschaften waren darauf bedacht, keine Fehler zu machen und riskierten wenig. Die Heimelf hatte dabei das leichte Chancenplus, ohne dabei wirklich Gefahr zu erzeugen.
Der zweite Abschnitt begann deutlich schwungvoller. Ein Freistoß durch Germanias Kapitän Oualid Boulehboub ging leicht über das Tor. Danach klatschte ein Kopfball von Elias Bouharrou an Bad Vilbels Latte. Ginnheim war also da, kassierte aber anschließend das Gegentor. Oltion Zenuni zog vom rechten Flügel nach innen und schlenzte den Ball ins lange Eck – 1:0 Bad Vilbel (52.). Eine Viertelstunde später war es wieder der flinke Zenuni, der sich allein durchsetzen konnte und wieder mit links schlenzte, dieses Mal dabei nur den Pfosten traf. Der Abpraller landete vor seinen Füßen, wurde jedoch von einem Ginnheimer Abwehrspieler vor dem leeren Tor geblockt. Das zweite Tor hätte dazu geführt, dass Usingen Aufsteiger gewesen wäre, während ein drittes Vilbeler Tor wiederum die Grün-Weißen zum Rückkehrer in die Gruppenliga gemacht hätte.
Es stand aber weiterhin 1:0 und Ginnheim wusste, dass das ein sehr gefährliches Ergebnis war. Spätestens in der Schlussviertelstunde war es ein offenes Spiel. Ein Freistoß von Bastian Ullrich von außen wurde von Vilbels Schlussmann Max Ehrig pariert und es fehlte nicht viel, als nach einer Hereingabe von der rechten Seite Mohamed Ait Ali in der Mitte vor dem FV-Tor verpasste. Auf der anderen Seite hatten die Hausherren durch erneut Zenuni (Schuss am Tor vorbei) und Kapitän Leander Kruse Chancen (gehalten) auf weitere Treffer. In einer immer hektischer werdenden Schlussphase wandte in der Nachspielzeit Schiedsrichter Leonhard Welp das DFB-Stopp-Konzept an, weil es wohl unschöne Rufe von Zuschauerseite gegeben habe. Es blieb darauffolgend friedlich und auch in der sehr ausgedehnten Nachspielzeit gab es keine neuen Erkenntnisse.
So jubelte Germania Ginnheim nach dem Schlusspfiff ausgelassen den größten Vereinserfolg unter tosendem Applaus der mitgereisten Anhänger. Darunter auch Tonyo Gering, der in der Nacht aus dem Ginnheimer Vereinshaus, wohin die Mannschaft mit einem großen Teil der Fans zum Feiern gefahren war, mitteilte: „Als Alterspräsident bin ich mit 72 Jahren voller Stolz dabei und eigentlich bei dem Spiel und Entscheidung noch einmal zehn Jahre älter geworden. Jetzt [wo alles vorbei ist], tanze ich sogar wie zehn Jahre jünger!“
Schiedsrichter: Leonhard Welp (FC Kiedrich)
Zuschauer: 650
Das Tor: 1:0 Oltion Zenuni (52.).
Bildergalerie: Jan
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