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Trotz Klassenerhalt muss Rissling zum Saisonende gehen

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Während der FC Croatia durch die 3:4-Heimniederlage weiterhin auf einem der momentan zwei Absteigerplätze steht, hat der SV Viktoria Preußen den Klassenerhalt nach der zweiten schwierigen Saison in Folge diesmal ohne den Gang in die Relegation geschafft. Trotzdem muss der vor einem Jahr zurückgeholte Trainer Artur Rissling nach der Saison gehen, denn der Club soll den erfolgreichen U19-Coach Njegos Kojic als Nachfolger installieren. 
Preußen-Trainer Artur Rissling muss trotz Klassenerhalt gehen. Foto: Archiv Mithat Gürser.
FC Croatia – SV Viktoria Preußen 3:4 (1:2)

„Leider eine weitere Niederlage, aber mit dem Auftritt und der Leistung meiner Mannschaft kann ich zufrieden sein“, befand Croatia-Trainer Damir Hustic. Denn die durch den Sechs-Punkte-Abzug in die Abstiegszone gerutschte Croatia war diesmal nah dran am Punktgewinn und ging durch Kapitän Ivan Propadalo nach einer schönen Aktion von Marko Krunic in Führung (11.). Nach der überraschenden Abmeldung der SOMA (wir berichteten). Drei Akteure der „Alten Herren“ wie der 55-jährige Zvonimir Matkovic stellten sich zur Verfügung, um zu helfen. „Matkovic ist mehr gelaufen als mancher junger Spieler“, befand Pressesprecher Stanislav Konta. Zudem stand nach dem Ausfall sämtlicher Torhüter mit Petar Beslic ein Feldspieler im Tor. Nach dem 1:0 entwickelte sich ein gutes Spiel auf beiden Seiten, wobei die Preußen durch Ilias Dini zum Ausgleich kamen (24.) und durch den „Ex-Kroaten“ Stefano Amore zur Halbzeitführung einschossen (43.). Nach dem Seitenwechsel musste Croatia-Spielmacher Ante Strljic wegen Verletzung das Spielfeld verlassen, es starteten beide Teams mit Chancen, aber Croatia erzielte den Ausgleich durch den kurz vor der Pause eingewechselten Marko Vuckovic (63.).

Wiederum Amore brachte die Gäste nach vorne (68.), dann erhielt Vuckovic nach einem ungeschickten und unbeabsichtigten Foul Gelb-Rot (72.). „Meiner Meinung nach war diese Entscheidung zu streng, aber wir müssen sie akzeptieren“, sagte Hustic. Die Gäste zogen durch Ayman Bengarbi auf 4:2 davon (85.). In der Nachspielzeit gelang Krunic per Foulelfmeter lediglich Resultatsverbesserung (90./+3). „Mit einem Spieler weniger war es schwierig, noch Akzente zu setzen, obwohl wir einige Chancen auf den erneuten Ausgleich hatten. Wie so oft im Fußball gilt: Wenn man seine Chancen nicht nutzt, wird man bestraft. Trotzdem hat die Mannschaft nicht aufgegeben, leider war nicht mehr zu schaffen. Jetzt liegt es an uns, in den verbleibenden Spielen alles zu geben, um den Relegationsplatz zu schaffen“, sagte Hustic. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf GSU Hellas, Croatia hat aber nur drei Partien zu spielen, da am vorletzten Spieltag spielfrei. Das Restprogramm: Union Niederrad (A), BSC SW 19 (H), SG Westend (H). Viktoria Preußen hat vier Spieltage vor Schluss 15 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Im Restprogramm gegen die Speuzer (H), bei der SG Westend (A), und gegen Rödelheim und Makkabi (je H) geht es nur noch um die Platzierung in der Abschlusstabelle.

  • Neue Saison mit Neuzugängen war schon geplant

Das Klima war vor dem Spiel komisch, beim Spiel habe Risslings Team“ nicht zwingend genug gespielt, hätten viel höher gewinnen müssen gegen die gemischte Mannschaft Croatias mit Leuten von der zurückgezogenen SOMA. Durch unsere Fehler haben wir die im Spiel gelassen. Vielleicht war die Mannschaft auch geschockt darüber, dass ich nach der Saison weg bin. Ich habe das noch nicht mal direkt vom Ersten Vorsitzenden Uwe Henss gesagt bekommen, sondern über Abteilungsleiter Thomas Mahlau, der auch erstmal von nichts wusste“, war Rissling erstaunt. Denn die neue Saison mit Neuzugängen sei schon geplant gewesen. Die Mannschaft habe am Donnerstag davon erfahren, alle stünden geschlossen hinter dem aktuellen Trainer. Neuer Trainer soll der bisherige A-Jugend-Coach Njegos Kolic werden, dessen U19 in der Kreisliga A einen Zweikampf um die Meisterschaft mit der U18 von Rot-Weiss Frankfurt führt. Zahlreiche Spieler werden in den Seniorenbereich nachrücken. „Das ging nicht vom ganzen Vorstand aus, sondern war ein Alleingang von Henss“, klagt Rissling, „der mit erhobenem Haupt geht. Ich habe eine Mannschaft übernommen, die keine war. Vor der Saison haben viele gedacht, wir holen irgendwie fünf Punkte. Wir haben sicher die Liga gehalten. Ich kann mir da nichts großartiges vorwerfen lassen. Die junge Mannschaft hat mehr und mehr zusammengefunden. Wenn der Verein es so will – das ganze ist Ende April nicht so sauber abgelaufen, wie es hätte laufen können. Das ganze über eine Person mitgeteilt zu bekommen, ist nicht die feine englische Art.“

Rissling hatte Viktoria Preußen im Dezember 2018 nach einer „Spieler-Revolte“ für den entlassenen Vorgänger Ramzi Kallel übernommen und den Verein in den folgenden Jahren in die Spitzengruppe der Kreisoberliga geführt. Höhepunkt war die Vizemeisterschaft in der Saison 2023/24 und die folgende Teilnahme an der Relegation zur Gruppenliga, in der die Preußen nicht aufstiegen. Nach dieser Runde wechselte Rissling zum A-Ligisten SV Niederursel, wurde aber nach dem Rückfall seines alten Vereins in die Abstiegsrelegation zurückgerufen und schaffte auch dank des Aufstieges von Germania 94 in den Entscheidungsspielen den Ligaerhalt. In dieser Saison liegt die Viktoria mit 34 Punkten auf Rang zwölf. „Als ich zum Treffen geladen wurde, stand die Entscheidung wohl schon länger fest. Es gab kein Anzeichen dafür, dass ich gehen muss. Den ganzen Ablauf hätte ich anders erwartet. Das ist schon respektlos gegenüber meiner Person, für die der Verein eine Herzensangelegenheit ist“, klagte Rissling. 

  • Schiedsrichter: Said Hashemi (Eintracht Oberursel).
  • Zuschauer: 100.
  • Tore: 1:0 Ivan Propadalo (11.), 1:1 Ilias Dini (24.), 1:2 Stefano Amore (43.), 2:2 Marko Vuckovic (63.), 2:3 Stefano Amore (68.), 2:4 Ayman Bengarbi (85.), 3:4 Marko Krunic (90./+2).