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Nach 6:2 im Topspiel: Griesheim braucht noch drei Punkte zur Meisterschaft

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Die Spvgg. 02 Griesheim kommt der Meisterschaft in der Kreisoberliga immer näher. Verfolger SV 07 Heddernheim wurde im Topspiel deutlich mit 6:2 (1:0) bezwungen. Der Pokalfinalist braucht somit in vier ausbleibenden Spielen rechnerisch nur noch drei Punkte, um acht Jahre nach dem Abstieg in die Gruppenliga Frankfurt West zurückzukehren. Heddernheim bleibt vorerst auf Rang zwei, hat aber nur noch drei Partien zu bestreiten und müsste diese alle gewinnen, um diesen gepaart mit Ausrutschern anderer zu verteidigen. 
Das Team der Spvgg. 02 Griesheim steht kurz vor der Meisterschaft. Foto: Mithat Gürser.  
Spvgg. 02 Griesheim – SV 07 Heddernheim 6:2 (1:0)

Wettbewerbsübergreifend war es das 18. Spiel der Griesheimer ohne Niederlage. Zuletzt hatten die „Schleifer“ am 2. November mit 1:2 bei Germania Enkheim verloren. Im Spitzenspiel vor 180 Zuschauern kam Spielmacher Ricardo Pereira in der ersten Viertelstunde zu zwei Torschüssen. Ansonsten stand Heddernheim zunächst gut in der Defensive, verschob gut und kam zu Nadelstichen nach vorne. Spielgestalter Giuliano Amante verletzte sich nach 22 Minuten, wurde eine Weile behandelt und auch durch den Griesheimer Betreuer fairerweise mit Eisspray versorgt. Nach fünf Minuten biss Amante auf die Zähne und spielte angeschlagen weiter. Der SVH war im Spiel, bis ein langer Ball in die Spitze vom erfahrenen Deniz Yatci beim Klärungsversuch in das eigene Tor geschossen wurde (28.). Bei strahlendem Sonnenschein hatten die Gäste erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die erste Halbchance. Stürmer Amin Dogui, der in einer defensiveren Rolle auf der rechten Seite von Beginn an spielte, flanke in die Mitte, wo Christos Papadopoulos den Ball am Tor vorbei setzte (45./+3). War zur Halbzeit in einem bis dahin zerfahrenen Spiel noch alles offen, so änderte sich das Bild nach dem Seitenwechsel. Griesheim dominierte und zog phasenweise sehr gute schnelle Angriffe auf, denen die Gäste schwer folgen konnten. Und es war der vor der Saison von Heddernheim nach Griesheim gewechselte Marcus Kreckel, der nach einem Pass in die Tiefe von Ricardo Pereira SVH-Torwart Marc Tomczyk zum 2:0 überwand (50.). Wie üblich verzichtete Kreckel daraufhin auf einen Torjubel seinerseits, ließ sich lediglich von seinen Mitspielern beglückwünschen. Nach 54 Minuten konnte Amante humpelnd nicht mehr am Spiel teilnehmen, es kam Defensivspieler Fabian Schubert auf den Platz. Der bullige Mittelstürmer Lars Christiansen, gegen den die Heddernheimer Verteidiger einen schweren Stand hatte, vollendete dann einen Steilpass zum 3:0 (61.). Dann kam bei den Gästen in Zakaria Koubaa ein vor kurzem neuverpflichteter Spieler, der in der Jugend beim mittlerweile aufgelösten SC Hessen Dreieich spielte.

Zudem ging der einst für die Griesheimer A-Jugend spielende Ömer Güngör auf die rechte Seite. Die Gastgeber hatten bereits vor der Pause mit Yassin Ikan und Luis Murry Saldanha neue Impulse gebracht. Die Griesheimer waren dann in ihrem Offensivdrang leichtsinnig, vergaben durch Christiansen (Latte/67.) und Ricardo Pereira aus aussichtsreichen Positionen. Mit dem 4:0 durch Pereira drohte dem Tabellenzweiten ein Debakel. Durch die Rückeinwechslung von Marco Yatci – es standen nur drei Feldspieler zur Einwechslung bereit – kam wenigstens noch eine Schwungphase in das Gästespiel. Es bedurfte aber eines Eigentores von Griesheims Kapitän Ante Peko, der nach einem Pfostenschuss von Güngör den Ball ins eigene Tor lenkte (80.), um zum 4:1 zu kommen. Kurzzeitig verlor der designierte Meister die Ordnung und so konnte Marco Yatci mit dem Innenpfosten als Hilfe das 4:2 markieren (84.). Die eingewechselten Joker Nabil Bohsemad (89.) und Abdul Suliman (90./+3) sorgten aber für die Wiederherstellung der Differenz von vier Toren. Griesheims Trainer Dominic Machado kommentierte nach dem Abpfiff: „Absolut verdient in allen Phasen des Spiels. Klar hinten raus nach dem 4:0 waren wir etwas zu arrogant und lässig. Deswegen auch die zwei Gegentore. Von meiner Seite aus zwei Geschenke. Aber ansonsten hat Heddernheim nie das Gefühl gehabt, dass sie hier was holen könnten. Wir sind ganz gut in die Partie gekommen, gingen zurecht in Führung. Das 2:0 vor der Pause wurde leider abgepfiffen, was für den Schiedsrichter immer schwer alleine zu sehen ist, ob es Hand oder Abseits war. In der Halbzeit haben wir was angesprochen in der Kabine uns sehr gut umgesetzt. Das hätte auch noch höher ausfallen können, aber ich bin absolut zufrieden. Glückwunsch an die Mannschaft, das hat sie sich verdient nach den letzten Wochen. Gerade nach der Vorbereitung, in der wir ganz gut gearbeitet haben.“

Die Meisterschaft und der Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt West ist jetzt auch für den sonst besonnenen Machado in Sichtweite: „Natürlich, wir haben noch vier Spiele. Wir wissen, dass wir noch drei schwere Auswärtsspiele haben. Harheim ist die Revanche vom Pokalspiel, bei Posavina hatten wir in der Hinrunde verloren und Ginnheim ist als Aufsteiger eine recht gute Überraschungsmannschaft. Dann haben wir noch die GSU, für die es noch um den Klassenerhalt geht. Klar, es werden jetzt immer weniger Spiele und wir haben uns den Puffer erarbeitet. Nichtsdestotrotz wollen wir weiter jedes Spiel gewinnen. Es wäre auch das falsche Zeichen, wen wir das nicht tun würden. Jetzt kommt es erstmal zum schweren Spiel in Harheim.“ Heddernheims Trainer Andreas Berggold erkannte in seinem Fazit an: „Absolut verdienter Sieg für Griesheim, die haben uns den Schneid abgekauft. Wir hatten da heute körperlich nichts dagegenzusetzen. Sie haben sehr robust gespielt, immer an der Grenze des Erlaubten. Der Schiri hat das eine oder andere durchgehen lassen, da hätte er auch mal Foul pfeifen können. Im Großen und Ganzen haben die Griesheimer verdient auch in der Höhe gewonnen, denn wir haben hintenraus den Kopf hängen lassen. Das 6:2 geht in Ordnung. Wir sind zwar nochmal auf 4:2 herangekommen, das ist nochmal kurz Hoffnung aufgekeimt. Aber Griesheim war einfach zu stark.“

Das Restprogramm sieht nur noch das Heimspiel gegen Concordia Eschersheim, einmal spielfrei und die Auswärtsspiele bei der SG Harheim und der GSU Hellas vor. Gegen die Concordia wird zumindest Abwehrchef Dogan Nazim Erbulan wieder in die Startelf zurückkehren. „Wenn wir hier etwas mitgenommen hätten, wäre das schon positiv gewesen. Jetzt müssen wir uns erstmal schütteln und die letzten drei Spiele erfolgreich bestreiten, weil für Platz zwei immer noch alles möglich ist. Wer sagt denn, dass Makkabi alles gewinnt? Die haben heute auch nur 1:1 gespielt, rein rechnerisch ist alles möglich. Wir sind noch Zweiter und es wäre fatal, wenn man aufgrund des heutigen Spiels den Kopf hängen lässt. Wir sind noch mittendrin und können den zweiten Platz am Ende der Saison noch innehaben“, bleibt Berggold optimistisch. Für das Concordia-Spiel prognostiziert der am Saisonende scheidende Coach: „Das wird auch ein schwieriges Spiel, Concordia ist auch eine Spitzenmannschaft, die ein kurzes Tief hatte, sich jetzt aber wieder gefangen hat. Sie punkten kontinuierlich. Da müssen wir alles in die Waagschale werfen und gucken, dass wir zu Hause den Dreier holen. Wir müssen jedes Spiel gewinnen, um die theoretischen Chancen auf Platz zwei zu bewahren.“

 

„Klar, es werden jetzt immer weniger Spiele und wir haben uns den Puffer erarbeitet.“

Griesheims Trainer Dominic Machado
  • Schiedsrichter: Younes Moullig (Türk Gücü Dietzenbach).
  • Zuschauer: 180.
  • Tore: 1:0 Deniz Yatci (28./Eigentor), 2:0 Marcus Kreckel (50.), 3:0 Lars Christiansen (61.), 4:0 Ricardo Pereira (71.), 4:1 Ante Peko (80./Eigentor), 4:2 Marco Yatci (84.), 5:2 Nabil Bohsemad (89.), 6:2 Abdul Suliman (90./+3).
  • Bildergalerie: Wir danken unserem Fotografen Mithat Gürser für seine Präsenz an der Eichenstraße!