By Pedro | Published | Keine Kommentare

Durch den 5:3-Hinspielsieg an der Bertramswiese war die Ausgangslage klar: Ein Heimsieg wäre bei acht Punkten Differenz und dem positiven Direktvergleich die halbe Miete für die Vizemeisterschaft gewesen. Doch es sollte anders kommen. Im Spiel eins nach der Verletzung von Torjäger Cherano Willeführ, der sich das Kreuzband angerissen und drei Knochenbrüche aus dem 2:2 bei Gudesding davontrug und Mitte Mai operiert werden soll, standen die Heddernheimer am Ende mit leeren Händen da. Das lag nicht einzig und allein am Fehlen von Cherano auf dem Spielfeld, der mit der Nummer 18 pro forma auf dem Spielberichtsbogen aufgeführt wurde, um nah an der Mannschaft auf der Ersatzbank sitzen zu dürfen. Dabei waren die Gastgeber durchaus engagiert und aggressiv ins Spiel gegangen. Viele Zweikämpfe und zweite Bälle wurden gewonnen, man setzte die Gäste unter Druck. Der erste Torschuss nach 50 Sekunden von Deniz Yatci war ein erstes Signal, dann sorgte der im Sturm mit allen Freiheiten ausgestattete Giuliano Amante mit einem Eckball für Probleme bei Makkabis Torhüter Maurice Alexander Helisch.
Dann aber waren die Gäste mit ihrem ersten Konter erfolgreich. Der Routinier Branislav Glamocanin wurde steil geschickt und traf flach ins linke Eck – 0:1 (12.). Kurze Zeit später schoss der Stürmer über das Tor, nachdem er zuvor wegen Foulspiels die Gelbe Karte erhalten hatte. Beim Ausgleich der Heddernheimer überlistete Amante Keeper Helisch mit einem raffinierten Heber – es stand 1:1 (19.) und der Jubel galt dem an der Seitenlinie mitfiebernden Cherano. In der Folge neutralisierten sich die beiden Aufstiegsaspiranten, nach 26 Minuten sah SVH-Innenverteidiger Dogan Nazim Erbulan „Gelb“, später sollte das noch Folgen haben. 150 Zuschauer bei passablem Wetter gingen begeistert mit, sie sahen die nächste Möglichkeit der Gäste durch Glamocanin über das Tor gehen und dann ein völlig unnötiges rüdes Foul von Santiago Alejandro Gamez Camaran im Heddernheimer Strafraum, das der Schiedsrichter sofort mit der Roten Karte ahndete (40.). Wer nun dachte, dass die Gastgeber das Ruder übernehmen würden, sah sich getäuscht. Es waren die Gäste, die weiter nach vorne spielten und nach einer Freistoßflanke Glamocanins von der Seitenlinie unterlief Erbulan ein unglückliches Eigentor zum Pausenstand von 1:2 (45./+1). Nach dem Seitenwechsel begann der SVH druckvoll mit dem festen Willen, das Ding noch zu drehen. Schüsse von Amante und Yassir Achati waren ein Indiz dafür.
Doch dann leistete sich Keeper Marc Tomczyk einen unerklärlichen Fauxpas. Völlig unbedrängt spielte er Glamocanin den Ball vor die Füße. Der nahm den Ball auf und schob ihn zum 1:3 ins Netz (52.). Heddernheim weiter in Überzahl aber nun geschockt. Die war dann nach 70 Minuten nach Erbulans Gelb-Roter Karte kurzzeitig passe. Durch Wechsel versuchten die Platzherren nun die Schlussoffensive zu stärken, Ömer Güngör ging auf die rechte Seite. Vier Minuten nach Erbulans Hinausstellung flog Makkabis Denis Bosnjak vom Platz (Gelb-Rot). Somit Heddernheim wieder mit einem Mann mehr und nun mit dem eingewechselten Amin Dogui, später noch mit Marco Fortunato neben Christos Papadopulos im Sturm, der den Anschluss mit einem sehenswerten Fallrückzieher verpasste (79.). In der langen Nachspielzeit gelang Ayman Gasoos das 2:3 (90./+2) und es keimte Hoffnung auf den Ausgleich auf, der die Tabellenlage verändert hätte. Doch totz einiger langer Bälle in den Strafraum überstanden die Makkabäer die acht Minuten Overtime und können nun ihrerseits aus eigener Kraft die Relegation erreichen. Durch das letzte Tor konnte Heddernheim immerhin den direkten Vergleich auf seine Seite ziehen, der bei Punktgleichheit am Saisonende relevant wäre, ein schwacher Trost.
Heddernheims Trainer Andreas Berggold resümierte: „Bittere Niederlage, denn wir wollten gewinnen, aber Fußball ist ein Ergebnissport. Wir haben eigentlich fünf Tore geschossen, denn bei allen drei Gegentoren hat Makabi unsere Fehler ausgenutzt. So kannst du kein Spiel gewinnen. Wir haben unsere Möglichkeiten nicht clever genug ausgespielt, zu kompliziert agiert. Es hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen, sondern die das Fußballglück hatte. Natürlich tut diese Niederlage weh, aber wir haben immer noch vier Spiele und wir geben unser Ziel vor Augen nicht auf. Wir glauben daran und werden unser Team für das Spiel bei Tabellenführer Griesheim aufrichten und ihnen vermitteln, dass wir da gewinnen können.“ Makkabi-Trainer Lasse Krakow, der trotz drei Platzverweisen von einem fairen Spiel sprach, sagte: „Wenn man über 50 Minuten in Unterzahl ist, dann ist der Sieg sowas von verdient. Wir waren gut im Spiel und haben mit Willenskraft alles verteidigt. Kompliment an die Mannschaft. Griesheim ist weg, jetzt schauen wir von Spiel zu Spiel. Wir haben oft genug intern von ganz oben gesprochen, wir sollten uns auf uns konzentrieren, haben oft gepatzt. Wir sollten jedes Spiel so annehmen, dann sind wir auf einem guten Weg.“ Die nächste Heimaufgabe beinhaltet die Partie gegen die SG Harheim (15 Uhr).
























