By Pedro | Published | Keine Kommentare

Nach dem souveränen 4:0 im Auftaktspiel der Viererrunde auf neutralem Platz in Oberstedten gegen die FSG Burg-Gräfenrode, die nach der zweiten Niederlage gegen den FV Bad Vilbel (1:3) als Absteiger in die Kreisoberliga Friedberg feststeht, wollten die Ginnheimer am Samstag vor ihrem Publikum und vielen bekannten Gesichtern aus dem Frankfurter Fußball-Kreis den zweiten Schritt Richtung Gruppenliga vollziehen. Dazu hatten die Platzherren einen Hintertorzaun mit blau-weißen Planen geschmückt. Alterspräsident und Stadionsprecher Tonyo Gering führte mit guter Musikauswahl und kompetenten Durchsagen durch das Spielgeschehen. Im Duell mit dem früheren Verbandsligisten Usinger TSG, der sich vor zwei Jahren freiwillig aus der Gruppenliga zurückzog, um einen Neubeginn in der Kreisoberliga Hochtaunus zu starten, hatten die Gastgeber schon nach 30 Sekunden einen Pfostenschuss durch Kapitän Oualid Boulehboub zu verzeichnen. Die im ersten Spiel gegen Bad Vilbel auf neutralem Platz in Fechenheim mit 3:1 siegreichen Gäste aus dem Hintertaunus hielten dagegen und hatten auch vielversprechende Gelegenheiten.
Ginnheim ging trotz vermehrtem Ballbesitz nach 20 Minuten in Rückstand. Nach einem Stellungsfehler umspielte UTSG-Stürmer Joshua Lauth Ginnheims Torhüter Daniel Hummel und schob zum 0:1 ein. Ginnheim blieb aber geduldig und präsent. Immer wieder wurde der Usinger Tormann Bastian Forth durch Schussversuche aus der zweiten Reihe geprüft. Nach einer Ecke köpfte Emre Güresci freistehend zum 1:1 ein (38.). Und die Germania legte noch vor der Pause nach. Sein Bruder Cafer Eray Güresci lieferte die Vorlage für Bastian Ullrich, der Torjäger brachte Ginnheim aus zehn Metern mit 2:1 in Führung (42.). Nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung vor offiziell 627 Zuschauern offen. Der bereits ausgewechselte Usinger Jannik Sachs erhielt aber wegen lautstarker Reklamationen erst die Gelbe Karte, setzte sein Verhalten fort und erhielt vom Hessenliga-Schiri Marius Ulbrich „Gelb-Rot“ (72.). In der letzten Phase der Begegnung kam es dann zum Comeback von Gerings Sohn Marvin Sean, genannt „Hardy“.
89. Minute: Mit dem 3:1 das Spiel gezogen
Nach 15 Monaten Verletzungspause stand der Blondschopf endlich wieder auf dem Platz. Teamkollege Kian Bonanno setzte dann noch einen seiner berüchtigten Freistöße an die Latte, den Nachschuss setzte Boulehboub am Tor vorbei. Das Spiel endgültig auf ihre Seite zogen die Ginnheimer in der 89. Minute. Flanke Noel Yosef und der Kapitän Boulehboub köpfte zum umjubelten 3:1 ein. Nachdem am Sonntag die FG Seckbach aus der Relegation zur Verbandsliga Süd ausschied (Bericht folgt) ist nun eindeutig klar. Nur der Tabellenerste dieser Viererrunde wird den Aufstieg in die Gruppenliga schaffen. Die besten Karten hat Ginnheim: Ein Sieg, ein Remis oder eine Niederlage mit einem Tor Differenz langen, wenn Usingen gegen Absteiger Burg-Gräfenrode gewinnt. Sollte dies unerwarteterweise nicht geschehen, darf Ginnheim nicht verlieren, da Bad Vilbel dann mit einem einfachen Sieg den direkten Vergleich als Trumpfkarte zieht. Ein Sieg mit zwei Toren Differenz ab 4:2 aufwärts und mit drei Toren Differenz reicht Bad Vilbel ebenfalls, da in der dann zu bildenden Dreiertabelle die Ergebnisse gegen den Tabellenletzten aus der Wertung genommen werden.
Spannung ist also garantiert am Mittwochabend auf dem alterwührdigen Niddasportfeld. Ginnheims Sportlicher Leiter Benjamin von Allwörden hatte am Samstag noch von einem Arbeitssieg gesprochen: „Wir waren nervös, haben eine halbe Stunde gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Wir wollen immer unserem Spielstil treu bleiben. Vor solchen Kulissen zu spielen ist was besonderes. In Bad Vilbel gibt es für uns kein Taktieren. Wir spielen auf Sieg, so wie immer.“ Usingens Trainer Ralf Haub war enttäuscht: „Wir hätten das 1:0 in die Pause nehmen müssen. Uns fehlen leider in der Relegation vier Spieler.“ Usingen muss nun Burg-Gräfenrode egal in welcher Höhe schlagen und dann auf einen 2:0-Sieg von Bad Vilbel gegen Ginnheim hoffen. Dann wäre man wegen dem mehr geschossenen Tor besser. Sollte es 3:1 ausgehen, gäbe es einen Rückgriff auf die Gesamttabelle, hier könnte Usingen dann mit einem Sieg mit fünf Toren Differenz Ginnheim überflügeln. Nach dem Spiel zeigte sich noch das besondere Vereinsleben an der Woogwiese. Noch drei Stunden nach dem Abpfiff standen und saßen noch Spieler im Trikot und Zuschauer zusammen bei Essen und Trinken und feierten.
Schiedsrichter: Marius Ulbrich (SV Phönix Düdelsheim). Zuschauer: 627.
Tore: 0:1 Joshua Lauth (20.), 1:1 Emre Güresci (38.), 2:1 Bastian Ullrich (42.), 3:1 Oualid Bouhleboub (89.).
Bildergalerie: Mithat Gürser.