By Pedro | Published | Keine Kommentare

2014 hatten die Griesheimer mit einem 6:1-Sieg gegen Rot-Weiss Frankfurt den Kreispokal gewonnen und waren in der 1. Runde des Hessen-Pokals am SV Wiesbaden gescheitert (1:4). Jetzt sind die „Schleifer“ nach dem Einzug ins Halbfinale nur noch zwei Siege von der erneuten Teilnahme am Landespokal zwölf Jahre später entfernt.
Im hohen Norden in Nieder-Eschbach standen die Griesheimer allerdings eine Minute vor dem Ablauf der regulären Spielzeit vor dem Aus. Gästecoach Dominic Machado ließ stark rotieren und stellte im Vergleich zum 5:0-Sieg gegen den BSC Schwarz-Weiß 19 auf acht Positionen um. Nur Kapitän Ante Peko, Ricardo Pereira und Max Simon Fiege begannen, die Topstürmer Lars Christiansen und Marcus Kreckel blieben erstmal auf der Bank. Rund 140 Zuschauer auf der Anlage in Nieder-Eschbach, ein DJ heizte mit Musik an, Ansagen per Mikrofon aber auch hier wie in Harheim Fehlanzeige. Bei den Gastgebern hatten Trainer Michele Raimondi, aber auch die Spieler Vasile Popovici, Dumitrue Chiriloae und Alexandr Railean eine Griesheimer Vergangenheit. Die Hausherren, als Tabellenzweiter der Kreisliga A als Nordverein in der „Südostgruppe“ spielend mit guten Aufstiegschancen ausgestattet, boten dem Favoriten in einer umkämpften Pokalbegegnung Paroli und gingen sogar zweimal in Führung. Alpha Jallow erzielte das 1:0 mit einem Distanzschuss (28.). Pereira egalisierte fünf Minuten vor der Pause für Griesheim (40.).
Nach dem Seitenwechsel kam neben Kreckel auch Karahallak bei den Gästen, später belebte noch Christiansen das Offensivspiel. Nach einem Konter traf dann Railean gegen den japanischen Tormann Takuto Ishizu (69.). Jetzt wollte der Pokalschreck ins Halbfinale und das Derby gegen Harheim! Doch Griesheim kam auf, aber Christiansen zeigte sich nicht treffsicher wie bei seinen vier Toren vom BSC-Spiel. Der eingewechselte Enver Kelmendi erzwang für Griesheim die Verlängerung, die von den Gästen gewünscht worden war (89.). Jetzt erst fingen die Gastgeber an zu wechseln, während Griesheim schon in der regulären Spielzeit sein Wechselkontingent erschöpft hatte. Christiansen konnte im Laufe der Verlängerung zwei weitere Großchancen nicht nutzen (100./112.). Dann aber war Kreckel, der Ex-Heddernheimer zur Stelle und brachte Griesheim in Führung (115.). Die mitgereisten Griesheimer honorierten seinen Einsatz mit „Marcus Kreckel-Sprechchören.“ Nieder-Eschbach war platt, konnte nicht mehr zusetzen und kassierte noch das 2:4 durch Pereira (120./+1). Alexandre Monteiro Dias erhielt noch die Gelb-Rote Karte (120./+3), Betreuer Rosario Grillo nach dem Abpfiff wegen unsportlichen Verhaltens die Rote Karte. Nieder-Eschbachs Trainer Michele Raimondi war nach dem Pokalfight realistisch: „Am Ende wäre das Weiterkommen ein Bonus gewesen, das Halbfinale wäre schön gewesen. Natürlich wollten wir versuchen zu gewinnen, aber das war nicht die Priorität. Wir wollten keine Rote Karte und Verletzung, leider haben wir das nicht geschafft. Mit etwas Glück kommen wir weiter, aber jetzt gilt der Fokus dem nächsten Ligapiel am Sonntag bei der TG Sachsenhausen.“
Griesheims Trainer Dominic Machado wollte „den Jungs, die hintendran sind, Spielzeit geben. Das mache ich immer so im Pokal. Sie können sich in der aktuellen Phase der Saison in die Mannschaft spielen. Wir haben dann vom Spielverlauf her reagiert und hätten das schon in der regulären Spielzeit klar machen können. Nieder-Eschbach hat gut gespielt, am Ende haben die Kräfte gefehlt.“ Für Sonntag erwartet Machado ein schweres Auswärtsspiel auf dem Rasenplatz bei der SG Westend. „Wir sind den Rasen überhaupt nicht gewohnt und das ist ja auch kein richtiger Rasen, von daher werden wir da Probleme bekommen. Aber so ein Pokalweiterkommen stärkt die Moral.“ Zum Thema Meisterschaft und Aufstieg meinte Machado: „Wir wissen, was wir leisten müssen, um da oben zu stehen. Wir haben sehr gut im Winter gearbeitet trotz der Wetterbedingungen. Wir wissen aber auch, welche Gegner noch kommen. Wir haben die oberen Mannschaften noch zu Hause. Der Aufstieg ist für uns aktuell kein Thema, da wir in zehn Spielen noch einen langen Weg haben. Wir gucken von Spiel zu Spiel und freuen uns über das Halbfinale, jetzt wollen wir auch ins Finale klar. Aber Harheim muss man auch erstmal schlagen, die werden mit den neuen Trainern immer stärker. Mit Josip Coric war ich in einer Klasse, ich freue mich ihn wiederzusehen.“


Foto: Miguel da Silva.