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Heddernheim kann Überzahl nicht nutzen

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Leistungsgerecht trennten sich die Spvgg. 02 Griesheim und der SV 07 Heddernheim bei vorgezogenem Aprilwetter mit 2:2 (1:1). In der ereignisreichen Partie konnten die Gäste nach zweimaligem Rückstand jeweils ausgleichen, verpassten aber in Überzahl in der letzten Viertelstunde den möglichen Siegtreffer. 

Die Kapitäne Philipp Siegel (links) und Ante Peko begrüßen sich vor dem Anpfiff. Foto: PA.  

Spvgg. 02 Griesheim – SV 07 Heddernheim 2:2 (1:1)

Hagel, Regen, Regenbogen, Sonne, Wind – allerlei Wetterphänomene im Wechsel begleiteten nicht nur diese Partie, sondern alle Begegnungen an diesem wechselhaften Sonntag auf den Frankfurter Sportplätzen. Die Gäste starteten mit schnellen Kontern in die intensive Partie auf einem sehr rutschigen Kunstrasen. Yassir Achati hatte sich dynamisch durchgesetzt und hatte schon freie Bahn auf das Griesheimer Tor, zog es aber vor, nach links auf Oliver Solarz zu geben. Der Stürmer schoss am Tor vorbei (2.). Auf der Gegenseite hatte Spielmacher Amar Koljenovic die erste gute Chance der Griesheimer, zog aber knapp am Tor vorbei (5.). Kurz darauf landete eine Flanke von Awet Tekle Hagos am Pfosten des Heddernheimer Tores (10.). Der zum Stürmer umfunktionierte Michael Ofosu prüfte dann SVH-Torhüter Marc Tomczyk, ehe sich die meisten der nur 67 Zuschauer angesichts temporärer heftiger Regengüsse unter die spärlichen Überdachungen stellten.

Kurz vor der Pause gelang Griesheims Enver Kelmendi aus dem Gewühl heraus die Führung der Gastgeber (40.). Nach einem fulminanten Schuss von Solarz parierte der neue japanische Torhüter Mizuki Yamaki super, aber der Ball flog etwas durch die Luft. SVH-Torjäger Marcus Kreckel reagierte schnell und bugsierte das Leder zum Ausgleich über die Linie (44.). Im Gegenzug köpfte Ofosu freistehend über den Kasten. Nach dem Seitenwechsel führte ein Ballverlust der Gäste zur zweiten Griesheimer Führung. Koljenovic nahm den Ball gekonnt an und traf sehenswert ins lange Eck (48.). Heddernheim antwortete mit einem Freistoßtreffer von Philipp Siegel, der von der Unterkante der Latte ins Tor ging (55.). Kurz darauf verweigerte der Schiedsrichter Solarz die Anerkennung eines Tores wegen einer Abseitsposition (57.). Griesheims Trainer Ercüment Sahin versuchte nun mit drei Spielerwechseln für neuen Schwung zu sorgen. Durch sein lautstarkes Coaching teilweise auch in englischer oder japanischer Sprache begleitete er die Partie fast immer auf Ballhöhe. In der 74. Minute gab es eine kuriose Situation. Solarz kam im Strafraum zu Fall, der Schiedsrichter hatte auf Abseits entschieden, wurde aber von den Gästen auf den letzten Mann auf der Torlinie hingewiesen. Da der Unparteiische seine Entscheidung nicht revidieren konnte, gab er Schiedsrichterball und die Griesheimer spielten das Leder fair dem Gegner zurück.

Brnas vergibt Riesenchance

Koljenovic, der als Spielmacher das Griesheimer Spiel lenkte, ließ sich nach einem Foulspiel an ihm provozieren und wurde wegen unsportlichen Verhaltens mit der Roten Karte vom Platz gestellt (76.). Trotz Unterzahl hielt Griesheim das Spiel offen, weil Heddernheim nicht volles Risiko gehen wollte. Allerdings vergab Luka Filip Brnas noch eine Riesenchance, sein Abschluss war aber zu schwach. In den letzten Minuten und in der Nachspielzeit segelten aber noch einige Eckbälle und Freistöße in den Heddernheimer Strafraum, doch es blieb letztlich beim 2:2, der beiden Teams den Klassenerhalt wieder ein Stück näher bringt. Trainer Sahin beorderte nach dem Abpfiff seinen Kapitän Ante Peko zum Interview, „denn ich möchte meine Spieler mit einbeziehen“, wie Sahin darlegte. Peko bewertete das 2:2 als „leistungsgerecht. Die erste Halbzeit war das von beiden Mannschaften kein gutes Spiel. Nach dem Seitenwechsel haben wir uns gesteigert, es ging hin und her. Am Ende des Tages geht das 2:2 vollkommen in Ordnung, wir haben uns die Dinger aber durch einen technischen Fehler vor dem ersten Gegentor und einen unnötig verursachten Freistoß selbst rein gehauen haben. Am Ende war der Lucky Punch für beide möglich.“ Zum Platzverweis gegen Koljenovic sagte der Griesheimer Kapitän: „Wenn die Schiedsrichter so auftreten, kann man an jedem Spieltag gefühlt drei Rote Karten verteilen. Ich denke, eine Zeitstrafe hätte es auch sein können, wir müssen aber die Entscheidung akzeptieren und schauen wie lange Amar ausfällt.“

Durch den Trainerwechsel sei „frischer Wind rein gekommen. Durch die Mentalität ziehen wir an einem Strang und so werden wir unser Saisonziel Klassenerhalt erreichen“, meinte Peko. Gästecoach Andreas Berggold betonte, es sei für beide Teams schwer gewesen bei diesen Wetterbedingungen Fußball zu spielen. Der Platz war sehr glatt, viele sind ausgerutscht. Aufgrund der zweiten Halbzeit müssen wir hier als Sieger vom Platz gehen. Die erste Halbzeit war relativ ausgeglichen. Ein blödes Tor haben wir kassiert und dann postwendend das 1:1 gemacht. Ich denke, das war sehr wichtig. Die Rote Karte hat man erstmal nicht gemerkt, wir hatten aber die besseren Chancen und müssen hier als Sieger vom Platz gehen. Griesheim war nur bei Standards gefährlich.“ Mit 36 Punkten steht der SV 07 weiter auf Rang acht, der seit Monaten abonniert ist. „Unser Ziel ist den Platz bis Saisonende zu halten. Wir wollen die gute Saison weiter fortführen.“ Nach der Osterpause erwartet die Spvgg. 02 Griesheim die Gäste von Union Niederrad. Heddernheim hat dann Germania 94 zu Gast. „Das ist eine neue Chance, sich gegen eine Mannschaft aus dem oberen Drittel zu beweisen und vielleicht als Sieger vom Platz zu gehen. Germania 94 hat aber eine gewisse Klasse, das hat man schon beim 2:2 im Hinspiel gesehen. Diese starke Mannschaft wird uns alles abverlangen.“

Schiedsrichter: Christian Rau (Oestrich-Winkel). Zuschauer: 67.

Tore: 1:0 Enver Kelmendi (40.), 1:1 Marcus Kreckel (44.), 2:1 Amar Koljenovic (48.), 2:2 Philipp Siegel (55.).

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