Fulminanter Abschied vom Eisenkrain

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Türk Gücü Friedberg – FC Bayern Alzenau 5:2 (2:1)

Ein letztes Mal wurden die Köfte am Eisenkrain serviert, denn Türk Gücü Friedberg trägt in der kommenden Saison seine Heimspiele am Friedberger Burgfeld aus. Zum Saisonkehraus der Hessenliga-Abstiegsrunde gab es zum Abschied der insgesamt sieben Jahre genutzten ungeliebten Spielstätte ein fulminantes 5:2 (2:1) gegen Tabellenführer FC Bayern Alzenau.
Ein letztes Mal wurde am Eisenkrain in Ober-Rosbach gespielt.

Das Ober-Rosbacher Exil begann im August 2015 in der Gruppenliga Frankfurt West mit einem 6:0-Sieg gegen den mittlerweile nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmenden SV FC Sandzak aus Frankfurt. Über die Verbandsliga Süd ging es 2018 durch das 2:1 im Aufstiegsrundenspiel gegen den FSV Fernwald vor 1700 Zuschauern hoch in die Hessenliga. Die Bilanz an der ungeliebten Spielstätte liest sich über die Jahre hinweg positiv: 50 Siege, 22 Remis und 27 Niederlagen standen vor der Partie saisonübergreifend zu Buche.

Gegen die Unterfranken kam der 51. Sieg noch für die Statistiker hinzu. Türk Gücü wird seine Heimspiele ab der kommenden Spielzeit Samstags um 17 Uhr unterhalb des Wahrzeichens der Stadt und damit innerhalb der Stadtgrenzen austragen. Allerdings ist die einzige Hessenliga-taugliche Spielstätte in der Kreisstadt durch den alteingesessenen VfB Friedberg (aktuell Kreisoberligist, in den 50er Jahren zweitklassig unterwegs) und B-Ligist Blau-Gelb Friedberg schon stark frequentiert. Einige Trainingseinheiten müssen daher in den Vorort Bruchenbrücken verlegt werden. Vielleicht bekommt Türk Gücü auf dem Burgfeld ja sein Zuschauerproblem in den Griff. Im Hessen-Pokal gab es ja dort den 1:0-Sensationssieg über Drittligist SV Wehen Wiesbaden. Gegen Alzenau zum Saisonkehraus wurde es zuschauertechnisch nicht einmal dreistellig, gerade einmal 91 Zuschauer wurden registriert.

Unter Enis Dzihic zehn Spiele ungeschlagen 
Die Partie geriet angesichts des Abschieds von der provinziellen Spielstätte etwas in den Hintergrund. Letztlich war es ein typischer Sommerkick, wo es für beide Teams um nichts mehr ging. Türk Gücü wollte seine tolle Serie von neun Spielen ohne Niederlage aber nicht reißen lassen und das gelang trotz Personalproblemen eindrucksvoll. „Ich hatte auf der Bank zwei Spieler aus der Reserve. Die Jungs haben das auch in dieser personellen Besetzung gut gemacht“, war Dzihic nach dem Abpfiff hochzufrieden. Dabei war sein Team durch ein Eigentor nach einer Flanke von Alzenaus Saher Bhatti in Rückstand geraten (17.). Als sich Noah Michel bis in den Strafraum durchsetzte und erst durch ein Foul gestoppt werden konnte, gab es Strafstoß für die Gastgeber, den Michel gewohnt souverän zum Ausgleich verwandelte (26.). Nach einem Eckball war dann Usic zur Stelle und köpfte zum 2:1 ein (29.). Direkt nach der Pause dauerte es nur 32 Sekunden, bis Murad Mahmudov einen Lattenabpraller zum 3:1 versenkte (46.).
 
Kurz darauf knallte Peter Jost den Ball aus der Distanz an die Latte. Mit dem 4:1 durch „Hauptdarsteller“ Usic, der eine Flanke von Eray Eren volley abschloss (54.) war das Spiel entschieden. Es entwickelte sich ein typisches letztes Saisonspiel, in dem die Gäste in der letzten halben Stunde noch einmal Druck entfachten. Torjäger Maximilian Brauburger verkürzte (67.), mehr gelang den Gästen aber trotz guter Chancen nicht. In der Nachspielzeit lief Mahmudov noch einmal auf und davon und erhöhte auf 5:2 (90.+1). Alzenaus Trainer Angelo Barletta nahm die hohe Schlappe zwar gelassen, betonte aber: „Ich hasse grundsätzlich Niederlagen, aber diese war verdient. Trotz der 1:0-Führung haben wir keine Sicherheit bekommen. Nach der Pause nehmen wir uns viel vor, kassieren zwei schnelle Tore. Nach dem 4:2 hatten wir noch einige Möglichkeiten in diesem munteren Spiel.“ 
 
Türk Gücü Friedberg: Koob; Imek, Usic, Häuser, Eren (89. Dudda) – Demir, Henrich, Jost, Yikilmaz – Mahmudov, Michel.
FC Bayern Alzenau: Wolpert; Pancar, Topic, Wilke, Bhatti – Alessandro, Cetin, Bolgi (62. Heptazeler), Milosevic – Brauburger, Fecher.
Schiedsrichter: Tim Waldinger (TSV Rauschenberg). Zuschauer: 91.
Tore: 0:1 Alit Usic (17., Eigentor), 1:1 Noah Michel (26., Foulelfmeter), 2:1 Alit Usic (29.), 3:1 Murad Mahmudov (46.), 4:1 Alit Usic (54.), 4:2 Maximilian Brauburger (67.), 5:2 Murad Mahmudov (90./+1).

 

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