By Pedro | Published | Keine Kommentare

8:2, 5:2, 6:2, 9:2 – alleine in den letzten vier Spielen markierte der SVH 28 Tore, kassierte aber auch jeweils zwei pro Partie. Auch im Duell der Traditionsclubs kamen die Hausherren nicht gut ins Spiel, die Gäste hatten in den ersten zehn Minuten mit Florian Meinshausen (3.) und Niklas Vogt (6.) zwei gute Möglichkeiten, bevor nach einem Eckball der lange Innenverteidiger Gabriel Thiam zur RFC-Führung einköpfte (7.). Dann aber reagierte Heddernheim – und wie! Vier Tore in acht Minuten veränderten den Spielstand auf 4:1. Zuerst brachte RFC-Keeper Gianluca Gioia Cherano Willeführ zu Fall, den fälligen Elfmeter verwandelte Bruder Antonie Willeführ (10.). Dann trafen Christos Papadopoulos (12.), Yassir Achati (15.) und Cherano (18.) im Drei-Minuten-Takt. Pech für den Platzsprecher, dass genau in dieser Phase die Beschallungsanlage von einem Tontechniker optimiert wurde und dann gleich vier Tore auf einmal samt Torjingle durchgegeben werden konnten. In der Folge versuchten die Rödelheimer ersatzgeschwächt wieder ins Spiel zu finden und konnten durch Meinshausen (35.) verkürzen, aber Cherano stellte den alten Abstand zum untypischen Halbzeitergebnis von 5:2 her (50.). Seit dem Preußen-Spiel weiß man in Heddernheim: Selbst nach einem Drei-Tore-Vorsprung muss nachgelegt werden und so kamen die Grauhemden auch aus der Kabine.
Yassir Achati, der den „Hattrick“ als Mann des Tages verpasste, aber wieder viel zum Erfolg beitrug, stellte auf 6:2 (50.). Cherano mit Saisontreffer Nummer 29 (verkürzte den Rückstand auf Pascal Bausch von den Preußen in der Torjägerliste auf drei Tore) in der 64. Minute, Marco Yatci mit einem strammen Schuss (71.) und Giuliano Amante in den Winkel (79.) stellten auf 9:2. Bei besserer Chancenverwertung wäre ein zweistelliges Resultat möglich gewesen. „Wir haben eigentlich ganz gut angefangen, aber dann das 0:1 nach einer Ecke kassiert. Man könnte meinen, dass wir das Gegentor gebraucht haben, weil wir dann Rödelheim mit vier Toren in acht Minuten überrollt haben. Zweite Halbzeit haben wir das Spiel kontrolliert und hatten Hunger auf mehr Tore. Das 9:2 geht in der Höhe in Ordnung, wir haben dann hinten nichts mehr zugelassen und vorne konsequent unsere Chancen genutzt. So war es ein schöner Fußball-Nachmittag“, fasste SVH-Trainer Andreas Berggold zusammen, dessen prägende Ära im Sommer unabhängig von Aufstieg oder nicht nach 9,5 Jahren Amtszeit endet (gesonderter Bericht dazu folgt in der Osterpause).
„Wir haben momentan die Balance zwischen Defensive und Offensive, lassen hinten weniger zu und nutzen vorne die meisten unserer Torchancen und dann kommt so ein Torverhältnis (91:54 Anm.d.Red.) zustande.“ Berggold legt in der Osterpause den Fokus auf das Gastspiel beim FC Gudesding, gegen den es im Hinspiel dieses verrückte 6:6 gab. „Eine schwierige Woche, auch wenn wir dort meist gut aussahen. Eine gut organisierte Mannschaft mit gutem Trainer, da müssen wir ans Limit gehen und dürfen keine Prozentpunkte weniger geben“, so Berggold. „Ich gucke erstmal auf das nächste Spiel, Rechenspiele bringen uns nicht weiter und lenken uns vom Fokus ab“, sagte Berggold zu den Aufstiegsoptionen. RFC-Sprecher Volker Flauaus sagte nach dem überraschenden Debakel: „Mir fehlen die Worte, das war eine desolate Leistung nach guten ersten zehn Minuten. Danach kam nichts mehr, die Abwehr war ein Torso mit einfachen Abspielfehlern inklusive Torhüter. So eine schlechte Leistung habe ich selten gesehen. Das soll aber die sehr gute Leistung der Heddernheimer nicht schmälern. Es haben einige Spieler gefehlt, aber das darf keine Entschuldigung sein. Die auf dem Platz standen waren zu schlecht, viel zu viele technische Fehler, da können wir froh sein, nicht zweistellig verloren zu haben.“
Flauaus räumt den Heddernheimern in dieser Form gute Aufstiegschancen ein: „Wir haben gegen Makkabi, Griesheim und Heddernheim gespielt. Wenn ich diese drei Teams vergleiche, war Heddernheim am stärksten. Die direkten Duelle im April werden entscheiden. Diese Mannschaft ist bärenstark mit Super Einzelspielern, die spielen gut zusammen. Rödelheim hat es ihnen aber viel zu leicht gemacht.“ Nach Ostern geht es auch für Rödelheim weiter, dann kommt die formstarke SG Harheim an den Bottenhorner Weg.
„Eine gute Mannschaft mit gutem Trainer, da müssen wir ans Limit gehen.“
SVH-TRAINER ANDREAS BERGGOLD zum kommenden Gegner FC Gudesding
Schiedsrichter: Dimitris Sakavaras (Germania Weilbach). Zuschauer: 124.
Tore: 0:1 Gabriel Thiam (7.), 1:1 Antonie Willeführ (10./Foulelfmeter), 2:1 Christos Papadopoulos (12.), 3:1 Yassir Achati (15.), 4:1 Cherano Willeführ (18.), 4:2 Florian Meinshausen (35.), 5:2 Cherano Willeführ (40.), 6:2 Yassir Achati (50.), 7:2 Cherano Willeführ (64.), 8:2 Marco Yatci (71.), 9:2 Giuliano Amante (79.).



