Unter der Woche konnten wir beide Halbfinalspiele im Hessen-Pokal besuchen. Während man am Dienstag in Offenbach einen Presseplatz einnehmen konnte, musste man sich am Mittwoch in Ober-Roden durch die Zuschauermassen kämpfen, um einen Platz zwischen den Trainerbänken zu ergattern.
Volles Haus in Ober-Roden mit 2820 Zuschauern. Foto: PA.
Am Dienstagabend endete das Regionalliga-Duell zwischen Kickers Offenbach und der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz nach 90 Minuten mit 0:0, im Elfmeterschießen setzte sich der osthessische Verein mit 3:2 durch und steht erstmals seit der Namensänderung im Finale, das am 23. Mai in Offenbach ausgetragen wird. Um ein DFB-Pokal-Ticket geht es dann gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden, der am Mittwoch vor einer Rekordkulisse im reinen Amateurbereich klar mit 4:0 bei Süd-Verbandsligist Germania Ober-Roden gewann.
Kickers Offenbach – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz 0:0, 2:3 im Elfmeterschießen
Mit einer Presseakkreditierung ausgestattet ging es am Dienstagabend hoch auf den Bieberer Berg, um das erste Halbfinale im Landespokal zwischen den beiden Regionalligisten zu begutachten. Nachdem man fast die gesamte Torgranate-Redaktion begrüßt hatte, nahm man Platz auf der Pressetribüne und sah ein umkämpftes Pokalspiel, in dem es der auf einen potenziellen Abstiegsplatz abgefallene OFC nicht schaffte, trotz Überlegenheit im zweiten Abschnitt ein Tor zu erzielen. Die Gäste aus Fulda konnten sich im Elfmeterschießen beim spanischen Torhüter Samuel Zapico bedanken, der drei Elfmeter der Offenbacher hielt und so den erstmaligen Finaleinzug garantierte.
Interessiert wurde hinterher auch die Pressekonferenz verfolgt, in der viele Journalisten Fragen an die beiden Trainer Mark Zimmermann und Daniyel Cimen richteten. Während OFC-Coach Zimmermann nur „die 90 Minuten plus fünf Minuten Nachspielzeit“ bewerten wollte, bedankte sich Cimen bei den 500 mitgereiten Fans für den Support: „Das ist an einem Dienstagabend nicht selbstverständlich. Wir sind überglücklich, im Finale zu stehen.“
Elfmeterschießen: Zapico hält gegen Staude, 0:1 Schmitt, Zapico hält gegen Borsum, 0:2 Grösch, 1:2 Korb, Frey drüber, 2:2 Karada, 2:3 Dittmann, Zapico hält gegen Mustafa.
Germania Ober-Roden – SV Wehen Wiesbaden 0:4 (0:2)
Rödermark – Die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz trifft im Finale des Hessen-Pokals am 23. Mai in Offenbach auf den SV Wehen Wiesbaden. Der Drittligist setzte sich auf dem an allen Ecken und Enden voll besetzten Sportplatz des Süd-Verbandsligisten Germania Ober-Roden erwartungsgemäß mit 4:0 (2:0) durch.
Rund 2820 Zuschauer hatten sich zu diesem Highlight an der Frankfurter Straße versammelt, mehr als doppelt so viele wie beim Viertelfinal-Coup gegen Hessen Kassel (2:1). „Ein tolles Fußballfest, die Atmosphäre stand im Vordergrund. Jetzt gilt es erneut den Kreispokal zu gewinnen, um nächstes Jahr wieder im Hessen-Pokal dabei zu sein“, zeigte sich Norbert Rink, Vorsitzender und Stadionsprecher der Germania begeistert von „diesem Highlight.“
Auf dem Spielfeld versuchten die Gastgeber gegen den Proficlub, mit einer Fünferkette möglichst lange den ersten Gegentreffer zu verhindern. Was nicht gelang, da Maik Neuendorf nach einem Schuss von Robin Kalem früh ein Eigentor unterlief (7.). Zur Pause hatten die Wehener die Partie durch Jordy Steven Gillekens (31.) auf ihre Seite gezogen, obwohl Ober-Roden immer wieder mit Verstößen versuchte zum Abschluss zu kommen.
Nach dem Seitenwechsel kontrollierte der SVWW die Partie, legte durch Milad Nejad (67.) und Ryan Nils Johansson (86.) zum letztlich standesgemäßen Ergebnis nach. Auf der anschließend improvisierten Pressekonferenz vor dem Sprecherplatz und durch Präsident Rink moderierten Trainerrunde sagte Wehen Wiesbaden-Trainer Daniel Scherning: „Wir waren durch das Viertelfinale gewarnt, als wir in Fernwald 0:3 zurücklegen und wollten das Spiel mit der maximalen Seriosität angehen. Wir haben mit der Fünferkette einen tiefen Block erwartet. Das war eine konzentrierte Leistung von uns. Kompliment an Germania Ober-Roden für diese Leistung ins Halbfinale eingezogen zu sein.“
Germania-Trainer Fabian Bäcker meinte: „Wehen Wiesbaden hat sich sehr gut auf uns vorbereitet, das war ein tolles Event für unsere Spieler. Im Gegensatz zum Spiel gegen Kassel hat der Gegner heute die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Wir haben leider zu wenig auf das Tor geschossen. Wir sind aber unglaublich stolz auf diese Pokalserie.“ Während der SV Wehen Wiesbaden bereits Donnerstag um 14 Uhr ein Testspiel beim Zweitligisten Karlsruher SC absolvierte (1:0), geht es für Germania Ober-Roden im Alltag der Verbandsliga Süd am Sonntag gegen den VfR Groß-Gerau.