By Pedro | Published | Keine Kommentare

19:6 Tore in den letzten drei siegreichen Spielen und mit 82 Toren die 50 Punkte voll gemacht – die Offensivkraft ist ein wichtiges Faustpfand bei den Heddernheimern, um das Minimalziel Teilnahme an der Relegationsrunde zur Gruppenliga Frankfurt West zu erreichen. Entgegen kam dem SVH der neutrale Spielort Preungesheim, da die SG Westend auf die Austragung auf ihrem Heimplatz an der Sondershausenstraße verzichtete und lieber zehn Kilometer von ihrer eigentlichen Spielstätte entfernt ihr „Heimspiel“ austrug. Rund die Hälfte der anwesenden Personen waren dann auch Fremdkicker oder andere Sportarten betreibende Sportler, ein Heimflair kam auf der weitläufigen Anlage nicht auf. Trotz einer ersatzgeschwächten Mannschaft und der Begleitumstände startete Westend gut ins Spiel und ging schon in der 2. Minute durch Torjäger Amin Anedam in Führung (2.).
Routinier Sven Kappel im Heddernheimer Tor, der überraschend den Vorzug vor dem jungen Stammkeeper Marc Tomczyk erhalten hatte, war machtlos. Nach dem Gegentreffer motivierte der Keeper aber seine Leute mit den Worten: „Wir haben noch fast 90 Minuten Zeit.“ Und die Gäste kamen auf dem großen Kunstrasen ins Spiel. Freistoß Kapitän Antonie Willeführ und Stürmer Christos Papadopoulos köpfte zum 1:1 ein (11.). Kurz vor der Halbzeit brachte Marco Yatci die Gäste mit einem Distanzschuss in Führung (40.), durch einen diskutablen Elfmeter egalisierte Westend-Routinier Mirsen Mehmedovic zum 2:2 (43.). Nach dem Seitenwechsel nahm der Aufstiegsanwärter das Heft in die Hand. Spielmacher Giuliano Amante tauchte am linken Strafraumrand auf und traf zur 3:2-Führung (50.), wenig später zirkelte Amante einen Eckball an die Latte (53.). Nachdem Marco Yatci vergab (54.), traf nach einer Ecke der überragende und zum zweiten Mal in Folge für den vereinseigenen Instagram-Kanal als „Spieler der Tages“ gewählte Yassir Achati aus dem Hintergrund zum 4:2 (55.). Westend versuchte wieder ins Spiel zu finden, Anedam schoss aber aus guter Position über das Tor (60.).
Dann schickte Achati Stürmer Cherano Willeführ steil, der Torhüter Luka Radosavljevic zum 5:2 überwand (65.). Westend resignierte jetzt und konnte von der Bank wenig nachlegen. Heddernheim nutzte die Länge des Platzes für sein Konterspiel. Cherano machte in der 80. Minute mit Saisontreffer 26 das halbe Dutzend voll. Am Ende stürmte auch der eingewechselte Abwehrspieler Fabian Schubert mit, knallte den Ball unglücklich gegen den Pfosten und verpasste so Treffer Nummer sieben (90.). Westend-Trainer Vait Arslanoski sagte in seiner Analyse: „Wir haben mit dem letzten Aufgebot gespielt. Einige Spieler waren angeschlagen, einige Spieler kamen zur Halbzeit nach. Das waren Jungs, die lange raus waren. In der ersten Halbzeit haben wir es nicht schlecht gemacht und den Ball gut laufen lassen. Zweite Halbzeit haben die Kräfte nachgelassen, wir mussten dann wechseln. Die Niederlage wirft uns nicht um, wir müssen die Liga halten und dann sehen wir weiter. Heddernheim ist ein gutes Team, Antonie und Giuliano machen viel aus, ich wünsche ihnen viel Erfolg im Aufstiegskampf.“ Bei der aktuellen Konstellation hat Westend noch neun Punkte Vorsprung zum Relegationsplatz und gastiert am Sonntag um 15 Uhr bei der formstarken SG Harheim.
Zufriedenheit herrschte bei SVH-Trainer Andreas Berggold über den Sieg, „obwohl das Spiel schlecht angefangen hat, als wir den Ball vertändeln und in Rückstand geraten. Danach haben wir uns gesteigert und waren die spielbestimmende Mannschaft, ohne großes Tempo zu gehen. Da haben wir zu viel quer gespielt. Nach der Führung war der Elfmeter für Westend doch sehr fraglich. Nach dem Seitenwechsel wollten wir als konditionell stärkere Mannschaft die läuferische Überlegenheit ausspielen. Hochverdient haben wir in der Höhe noch 6:2 gewonnen.“ Den Torhütertausch für dieses Spiel begründete Berggold: „Kappel ist seit seiner Rückkehr vom SV Niederursel im Winter fester Bestandteil unseres Kaders. Er hat es verdient gehabt, mal zu spielen und hat ganz souverän Ruhe ausgestrahlt und der Mannschaft Sicherheit gegeben.“ Nächsten Sonntag gilt es im Heimspiel gegen den Rödelheimer FC (15 Uhr) nachzulegen: „Jetzt ist für uns das nächste Spiel immer das wichtigste. Das haben wir jetzt als Prämisse ausgegeben. Das wollen wir gewinnen, aber wir wissen um die Stärke von Rödelheim. Die sind sehr unangenehm und können an guten Tagen jeden Gegner schlagen. Da müssen wir höllisch aufpassen und hochkonzentriert ins Spiel gehen.“


