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Heddernheim knackt die „Speuzer“ erst nach 79 Minuten

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Mehr Mühe als erwartet hatte der SV 07 Heddernheim mit dem FFV Sportfreunde 04. Der Tabellendritte konnte erst in der Schlussphase gegen den Tabellenletzten den standesgemäßen 5:2-Sieg einfahren und bleibt damit zwei Punkte hinter dem Aufstiegsrelegationsplatz in Lauerstellung. Die Gäste boten eine kämpferisch gute Leistung und bewiesen, dass sie sich in Sachen Klassenerhalt noch berechtigte Hoffnungen machen dürfen. 

Die siegreiche Mannschaft des SV 07 Heddernheim posiert zum Ritual des Siegerfotos. Foto: PA.

SV 07 Heddernheim – FFV Sportfreunde 04 5:2 (2:1)

Für die Statistiker: Erstmals seit fast zehn Jahren (14. August 2016/2:4-Heimniederlage, Trainer bei Heddernheim Andreas Ludwig, bei den „Speuzern“ Mehmet Tunay Somun) empfingen die Heddernheimer die Sportfreunde in der Kreisoberliga. Diese befinden sich derzeit bekanntlich nach ihrem Höhenflug durch die Verbandsspielklassen (sechs Spielzeiten Verbandsliga Süd, zwei Saisons in der Gruppenliga West) im Sinkflug, als Tabellenletzter droht der dritte Abstieg in Folge. Mit nur einem Ersatzkeeper auf der Bank hatte das Trainerteam der Gäste mit Martin Reyschmidt und Nick Janovsky (arbeiteten schon bei der Spvgg. 03 Neu-Isenburg zusammen) keine Wechseloptionen für das Feld. Dennoch machten es die Gäste dem Favoriten schwer, wehrten sich nach allen Regeln der Kunst.

Die Gastgeber hatten zahlreiche Möglichkeiten, verpassten aber die Führung in der 10. Minute, als Yassir Achati abzog, der aus Griesheim gekommene Torhüter-Methusalem Sven Oker (46 Jahre) stark parierte und Stürmer Christos Papadopoulos über das Tor schoss. In Führung gingen aber die Speuzer, die einen Konter durch Nasier Sherzad hervorragend abschlossen (25.). Heddernheim reagierte umgehend und egalisierte über die rechte Seite durch Marco Yatci (28.). Die nur 54 Zuschauer sahen dann einen Elfmeter für Heddernheim, den Kapitän Antonie Willeführ souverän verwandelte (44.). Nach dem Seitenwechsel bekamen auch die Gäste einen Strafstoß zugesprochen, den Younes Kabbouch zum 2:2 verwandelte (52.). Dem zunehmenden Druck der Gastgeber konnten die Sportfreunde lange standhalten, auch wenn sie nach vorne nicht mehr viel vorbrachten. Nachdem ein Elfmeter an Cherano Willeführ nicht gegeben wurde und ein Papadopoulos-Kopfball an den Pfosten krachte (74.), konnte Cherano nach einer Kombination über die Brüder Antonie und Giuliano den Durchbruch mit dem 3:2 erzielen (79.) und legte wenig später das 4:2 nach (81.). Bei den Gästen erhielt Daniel Bogdanovic die Gelb-Rote Karte (88.).

Beim Abgang des Spielers kam es zu Diskussionen mit Zuschauern, die den Schiedsrichter dazu bewegten, das DFB-Stopp-Konzept anzuwenden. In der Nachspielzeit markierte Papadopoulos noch den 5:2-Endstand (90./+3) und Gästeakteur Soufian El Mard Bouziani bekam dann noch nach einer Gelben Karte wegen Reklamation wegen Schiedsrichterbeleidigung den Roten Karton vor die Nase gesetzt (90./+7). „Für mich war es das erwartet schwere Spiel. Uns war klar, dass die Sportfreunde sehr tief stehen würden, dass wir da viel in Bewegung sein müssen, aber auch auf Konter aufpassen müssen“, meinte SVH-Trainer Andreas Berggold. „Nach dem Rückstand muss man der Mannschaft ein Kompliment machen, sie hat immer weiter nach vorne gespielt und verdient zur Halbzeit 2:1 geführt. Nach dem 2:2 durch den umstrittenen Elfmeter waren wir nicht griffig, ließen große Möglichkeiten liegen und haben dann doch letztlich unsere Überlegenheit ausgespielt zum 5:2. So klar wie es das Ergebnis zeigt, war es dann nicht“, analysierte Berggold. Nächsten Sonntag geht es zur SG Westend, allerdings nicht auf ihren Heimplatz, sondern auf neutralem Platz in Preungesheim. „Das ist für beide Mannschaften von Vorteil, auf einem anständigen Platz zu spielen, da der Platz bei Westend unbespielbar ist. Auf dem großen Platz wird viel über das läuferische gehen müssen. Westend ist aber eine gefährliche, erfahrene Mannschaft, die ihren Trainer zurückgeholt hat. Das macht vielleicht Kräfte frei. Vom Papier her wird das ein packendes Spiel“, schätzt Berggold den nächsten Gegner ein.

Speuzer-Trainer Martin Reyschmidt räumte ein: „Wir konnten dem Heddernheimer Druck nicht mehr standhalten. 70 Minuten haben wir es gut gemacht, dann hat die Kraft nicht mehr gereicht. Mit elf Mann konnten wir nicht wechseln, keinen frischen Mann bringen. Wir haben leider arge Personalprobleme. Ich bin aber trotzdem zufrieden und stolz. Die Jungs sind gerannt, haben gekämpft und alles gegeben. Klar wäre es schön, wenn wir einen Punkt mitgenommen hätten. Die Spiele werden immer weniger, aber wir haben in Heddernheim bei einem Aufstiegsfavoriten am Punkt gekratzt. Nächste Woche gegen die SG Harheim müssen wir mal was mitnehmen, dass wir das Punktekonto ein bisschen aufbessern“, so Reyschmidt. Allerdings mit zwei Spielern weniger im Kader, wobei Reyschmidt beim zweiten Platzverweis „keinen Eckball“ gesehen hatte, „deswegen hat sich der Spieler wahrscheinlich aufgeregt und erst die Gelbe Karte bekommen und dann was gesagt hat und Rot gesehen. Wobei ich beim Stande von 5:2 kein Verständnis für so eine lange Nachspielzeit habe.“ 

„Für mich war es das erwartet schwere Spiel“

SVH-TRainer Andreas Berggold

Schiedsrichter: Carlo Faulhaber (DJK Sportfreunde Bad Homburg). Zuschauer: 54.

Tore: 0:1 Nasier Sherzad (25.), 1:1 Marco Yatci (28.), 2:1 Antonie Willeführ (44./Foulelfmeter), 2:2 Younes Kabbouch (52./Foulelfmeter), 3:2, 4:2 Cherano Willeführ (79./81.), 5:2 Christos Papadopoulos (90./+3).