By Pedro | Published | Keine Kommentare

Die Rhythmen des DJ waren schon auf dem Feldweg vom Bahnhof Berkersheim über die Niddabrücke zur Sportanlage in Harheim zu hören. Der Verein hatte sich für das Pokalspiel ein Rahmenprogramm einfallen lassen mit einem DJ mit guter Musikauswahl. Bei den fünf Harheimer Toren spielte dieser jeweils einen Torjingle ein, bei den Gästetoren nicht.
Schade, dass der Mann kein Mikrofon in die Hand bekam um die Mannschaftsaufstellungen und die Torschützen vorzulesen. Das hätte der Partie einen perfekten Rahmen gegeben. Im Ligaspiel am 24. August hatte der BSC mit 3:1 triumphiert und auch diesmal gingen die ganz in weiß gekleideten Gäste vom Rosegger durch Kapitän Sebhat Kahsay mit einem Flachschuss ins rechte Eck in Führung (8.). Schon wurden im BSC-Lager mögliche Halbfinal-Gegner diskutiert, aber danach fielen erstmal zwei Harheimer Tore im Zwei-Minuten-Takt. Nach einer Ecke köpfte Kapitän Lukas Gärtner zum 1:1 ein (10.), dann legte Leo Segura auch per Kopf das 2:1 nach (12.). Als Gärtner nach 25 Minuten auf 3:1 erhöhte, schien Harheim schon auf dem Weg ins Halbfinale. Doch der BSC kam zurück, und wie ! Kahsay traf per Foulelfmeter zum 3:2 (35.) und Aukal köpfte vor 104 Zuschauern zum 3:3 ein (38.). Nach dem Seitenwechsel beruhigte sich das Geschehen etwas und die Gäste hatten sogar mehr Spielanteile. Die erneute Harheimer Führung erzielte aber Fabian Urban, dessen Freistoßflanke den Weg ins Tor fand (72.). Kurz darauf knallte der Harheimer Ante Paradzik den Ball an die Latte (80.). Als die Gäste in der 84. Minute vehement einen Elfmeter forderten, blieb der Pfiff aus. In der Nachspielzeit vollendete Daniel Stumpp einen Konter und beförderte Harheim erstmals ins Pokal-Halbfinale.
„Beim 0:1 haben wir gepennt, danach sind wir mit zwei Standards in Führung gegangen. Es wurde dann aber fahrig, so haben wir den Gegner unnötig stärker gemacht und versucht Bälle zu spielen, die wir nicht spielen wollen. Der Elfmeter zum 3:2 war sehr unglücklich gepfiffen, weil der Spieler ausrutscht und schon vorher am Boden liegt. Wir haben es uns insgesamt schwerer gemacht als nötig, hätten den Ball klarer spielen müssen“, haderte Harheims Trainer Gabriel Bernstein, mit seinem gleichberechtigten Trainerkollegen Josip Coric trotz des Weiterkommens. „Dennoch: Die Jungs machen Spaß und von Woche zu Woche wird es besser“, stellte Bernstein fest. „Im Halbfinale zu stehen ist eine tolle Sache für den Verein, das feiern wir auch bis Freitagabend.“ Am Sonntag jedoch geht es zum gleichen Gegner, nämlich in der KOL beim BSC Schwarz-Weiß 19: „So konnten wir heute schon absprechen, in welchen Trikots gespielt wird“, scherzte Bernstein. „Das Ligaspiel wird eine ganz andere Geschichte. Man weiß ja auch nicht, ob jemand gefehlt hat unter der Woche. Dann kam hinzu, dass beide am Sonntag zuvor noch gespielt haben. Für Sonntag gilt: Selber Gegner, anderes Spiel, neues Spiel. Da müssen wir uns neu darauf einstellen.“ In Harheim sei das neue Trainerteam „super aufgenommen worden. Das kann man sich nur so wünschen. Die Jungs sind sehr eigenständig, sehr gewissenhaft. Es ist ein sehr familiärer Verein, das sieht man auch. Das war auch ausschlaggebend, warum wir den Schritt gemacht haben und das bereuen wir auch nicht.“
BSC-Trainer Eleyas Kahsay meinte: „Nach dem 3:3 war auf jeden Fall mehr möglich, hier war was zu holen. Wir sind auch gut rausgekommen, hatten auch mehr Spielanteile und uns nach vorne bemüht. Dann kassieren wir wieder einen Standard, wir haben heute drei Standardtore kassiert, das geht einfach nicht in einem Viertelfinale. Das müssen wir besser verteidigen können. Dann haben wir noch offensiver gespielt, aber das letzte Tor war bezeichnend. Am Ende muss man sagen: Glückwunsch an Harheim.“ Kahsay haderte: „Der Kader wird immer dünner, die Kräfte lassen nach. Wir müssten eigentlich jetzt schon in die Sommerpause gehen. Wir haben aktuell keine Qualität von der Bank. Die Jungs sind nicht fit, die aus der Verletzung kommen. Die Stammelf kann auch nicht jede Woche 90 Minuten spielen.“ Für das „Rückspiel“ am Sonntag gegen Harheim wieder: „Das habe ich noch nie gehabt. Wir wissen aber wie Harheim spielt. Wir wussten es auch schon vorher, aber die waren einfach bissiger und agiler.“
„Dennoch: Die Jungs machen Spaß und von Woche zu Woche wird es besser.“
HArheims Trainer Gabriel Bernstein