By Pedro | Published | Keine Kommentare

Der aus Niedernhausen kommende Schiedsrichter hatte vor der Begegnung nichts an der Spielkleidung der Mannschaften auszusetzen. Griesheim ganz in schwarz mit weißen Absätzen – Viktoria Preußen in dunklem grau mit grünen Elementen. Im Gegensatz zum Kreis Groß-Gerau, wo ein Verbandsligaspiel wegen dichtem Nebel abgebrochen wurde, schien zur selben Zeit in Frankfurt bei noch mildem Novemberwetter die Sonne. Nach dem frühen Führungstor der Hausherren durch Karam Karahallak (3.) beschwerten sich die Spieler der Gäste über Konfusionen bei der Unterscheidung der Trikotfarben. Aus Sicht des Referees waren die Farben auch bei tiefstehender Sonne regelkonform und eindeutig unterscheidbar. Auf Bitten der Gäste, wenigstens die Trikotfarbe zu wechseln, zeigten sich die Griesheimer kooperativ und zogen sich im Zuge einer Spielunterbrechung im Sinne des Fair Play-Gedankens weiße Jerseys an.
Weitere Tore sollten gegen die mit nur einem Auswechselspieler angereisten Gäste, die tatsächlich keinen Wechsel vollzogen, erst nach einer Stunde fallen. Lars Christiansen (60./74.), Ricardo Pereira (63.) und Marcus Kreckel (86.) trugen sich bei den „Schleifern“ in die Torschützenliste ein. Für die Eckenheimer traf nur Neuzugang Kay Adelson Ganolo (64.). Ilias Dini erhielt die Gelb-Rote Karte (81.) wegen Unsportlichkeit und fehlt im nächsten Spiel gesperrt. Griesheims Trainer Dominic Machado hatte „generell kein gutes Kreisoberligaspiel gesehen, trotz der frühen Führung haben wir uns extrem schwer getan. Zweite Halbzeit haben wir wenigstens die Tore gemacht.“ Hinterher war natürlich auch die Posse um die Trikots ein Thema: „Wir sind eingelaufen, da hat sich schon ein Zuschauer der Preußen was rein gerufen. Der Schiri meinte aber, keine Probleme beim Unterscheiden zu haben. Nach dem 1:0 sind die Spieler der Gäste zum Unparteiischen und dann haben wir sofort reagiert und die Trikots auf Bitten der Preußen gewechselt.“

Gästecoach Artur Rissling fand es insgesamt schwierig: „Wir waren nur zwölf Mann, einer ist noch kurzfristig ausgefallen. Griesheim hat verdient gewonnen, das ist nicht der Punkt. Beim ersten Tor haben unsere Spieler nicht gesehen, dass einer mit schwarzem Trikot durchläuft. Auf Nachfrage beim Schiri antwortete dieser, er könne alles unterscheiden. Erst nach dem 1:0 hat er mit sich reden lassen und Griesheim zog weiße Oberteile an. Ich spreche selten über Schiedsrichter, aber sowas arrogantes habe ich selten erlebt. Da hat er Karten verteilt für nichts, draußen hast Du gleich Gelb bekommen.“
In der Tat wurden sowohl Trainer Rissling als auch der Abteilungsleiter Thomas Mahlau mit der Gelben Karte bedacht. In der 76. Minute erfolgte eine Unterbrechung von vier Minuten im Sinne des DFB-Stopp-Konzeptes. „Da war eigentlich nichts, es wurden dann drei Sicherheitsleute vor uns aufgestellt“, teilte Rissling mit. Zum Spiel sagte er: „Vor dem 3:0 war das kein Freistoß, wir müssen einen klaren Elfmeter bekommen. Ich konnte nicht wechseln, denn ich hatte nur Gökhan Temur auf der Bank, der nicht trainiert. Es gab kein Ärger zwischen den Mannschaften, der Schiri hat sich zum Hauptdarsteller gemacht. So einen habe ich noch nicht erlebt, er wollte auch nach dem Spiel nicht mit mir reden.“ Auch diese Teams sehen sich in drei Wochen offiziell zum „Hinspiel“ wieder. Erstmal geht es für Griesheim am Sonntag zum FC Croatia (15 Uhr). Zeitgleich erwarten die Preußen die SG Harheim.
„Erst nach dem 1:0 hat er mit sich reden lassen und Griesheim zog weiße Oberteile an.“
Preussen-Trainer Artur Rissling