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Dezimierte Concordia lässt Heddernheimer Traum platzen

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Mit einem Sieg gegen Concordia Eschersheim wollte der SV 07 Heddernheim in Sachen Relegationsplatz weiter hoffen und rechnen, doch nach der ernüchternden 0:2-Heimniederlage scheint der große Traum vom Aufstieg zum Saisonende wie eine Seifenblase zu platzen. Erneut verloren die Heddernheimer ein Spiel vor heimischer Kulisse, obwohl der SVH die gesamte zweite Halbzeit mit einem Mann mehr spielte. Die Gäste ließen sich von der Unterzahl nicht beirren und gewannen verdient. 
Heddernheims dienstältester Spieler Deniz Yatci erwartet den Ball. Foto: PA.
SV 07 Heddernheim – Concordia Eschersheim 0:2 (0:0)

Nach der schweren Verletzung von Cherano Willeführ ist der SV 07 in aussichtsreicher Position in eine Ergebniskrise geschlittert, holte jetzt nur noch einen Punkt aus den letzten vier Partien. Die Chancen auf die anvisierte Relegationsteilnahme sind durch diese Heimpleite weiter gesunken, die Mannschaft von Trainer Andreas Berggold fiel auf Rang drei zurück und ist nächste Woche spielfrei. Im drittletzten Meisterschaftsspiel fehlte auch noch Kapitän und Führungsspieler Antonie Willeführ wegen einer Urlaubsreise, sodass mit Deniz Yatci der dienstälteste Spieler (seit 2016) die Kapitänsbinde überstreifte. Rein ins Spiel: 151 Zuschauer bei bestem frühsommerlichen Wetter mit einer starken Repräsentanz von Anhängern des nur drei U-Bahn-Stationen entfernten Gästevereins. Die zuletzt so formstarken Concorden, die gegen TuS Makkabi 3:1 gewannen und dem Meister Spvgg. Griesheim ein 0:0 abtrotzten, kamen nach einem spielfreien Sonntag selbstbewusst an die Brühlwiese.

Torschüsse von Emil Gutschmidt (13.) und Henri Reuner (17.) sorgten für Gefahr, ehe erstmals die Gastgeber mit Yassir Achati zum Abschluss kamen (25.). Mit Ömer Güngör auf der rechten Seite und Luka Filip Brnas auf der „Antonie-Position“ waren frische Kräfte dabei, die sich beweisen wollten. Der seit Wochen angeschlagene und sich trotzdem zur Verfügung stellende Giuliano Amante musste nach 35 Minuten behandelt werden und zunächst ausgewechselt werden. Für ihn kam wie schon in Griesheim der defensivere Fabian Schubert. Nach einem Freistoß hatte Innenverteidiger Ayman Gasoos die große Chance zur Führung, sein Volleyschuss ging am Tor vorbei (41.). In der Nachspielzeit, nachdem Concordia einen Elfmeter nicht zugesprochen bekam, ließ sich der beste Concordia-Torschütze Elias Zimmermann zu einer Beleidigung des Schiedsrichters verleiten. Der hörte es genau und zückte die Rote Karte (45./+5). Wer nun dachte die Gäste würden in Unterzahl im zweiten Abschnitt Probleme bekommen, sah sich getäuscht. Die Gäste verteidigten kompakt, schalteten schnell um, während Heddernheim den freien Mann zu selten fand. Nach einem unnötigen Foul bekamen die Eschersheimer dann doch ihren Foulelfmeter, den der 19-jährige Jan Vossen souverän verwandelte (60.). Mit den Einwechslungen von Neuzugang Zakaria Koubaa und Amin Dogui versuchte Berggold, die Offensive zu stärken. Chancen zum Ausgleich waren da wie durch Achati, der knapp am Tor vorbei schoss. Mit der Rückeinwechslung von Amante kamen kreative Elemente hinzu, aber die Gäste waren nach einem Ballgewinn von Averil Ringheim durch den Distanzschuss von Justin Mathwig zum 2:0 erfolgreich (75.). Weiterhin waren einige Verteidigungsaktionen der Concordia erforderlich, denn Heddernheim drängte auf den Anschluss.

Gasoos mit einem Volleyschuss verpasste diesen aber, sodass sich der SVH mit dieser bitteren Heimniederlage abfinden musste. Es war wohl das letzte in der langen Berggold-Ära, falls nicht doch am 6. Juni eins in der Aufstiegsrunde hinzukommen sollte. Der Coach war entsprechend unzufrieden: „Zwar sind wir gut ins Spiel gekommen, aber die Concordia hatte erste Halbzeit mehr Spielanteile. Das war bis dahin ein Spiel ohne große Torchancen. Die Rote Karte für den Gegner sollte uns eigentlich in die Karten spielen, aber es war wie so oft. Mit einem Mann mehr fehlt uns Kreativität, noch mehr Laufbereitschaft, noch mehr den Gegner in die eigene Hälfte zu drängen. Da hat man kaum gesehen, dass wir ein Mann mehr sind. Der Elfmeter war unnötig und danach fehlte der Glaube. Trotz allem hatten wir noch die Möglichkeiten zum Ausgleich. Der Punkt hätte uns aber nicht gereicht, wir hätten gewinnen müssen. Wir haben uns jetzt wahrscheinlich aus dem Rennen auf Platz zwei verabschiedet.“ Die Negativspirale, mit der Heddernheim gerade die gute Saison in den Sand zu setzen scheint, machte Berggold an „fehlender Substanz“ fest. Viele Spieler sind verletzt, müssen arbeiten oder fahren in Urlaub, jetzt gerade in der wichtigen Phase ist das traurig, aber die bittere Wahrheit. Wir sind momentan zehn bis zwölf Mann im Training. Das ist zu wenig, um oben dran zu bleiben. Leider lassen wir jetzt in Sachen Konstanz nach“, bedauerte Berggold. Es bleibe nur die Flucht nach vorne mit zwei Auswärtssiegen in Harheim (17. Mai) und bei GSU Hellas (31. Mai) auf 60 Punkte zu kommen und zu hoffen, dass Ginnheim und Makkabi, gegen die die direkten Vergleiche gewonnen wurden, nicht mehr als 60 holen und auch Posavina und Concordia nicht die volle Punktzahl holen. „Vor der Saison hätten wir 54 Punkte zu dem Zeitpunkt sofort unterschrieben. Wir waren aber im Herbst lange Erster oder Zweiter, zur Winterpause Erster und bis heute Zweiter. Da steigen die Erwartungen und es war auch mehr drin. Wir werden aber nach zwei Wochen Pause noch mal alles probieren um die letzten beiden Spiele zu gewinnen mit einem positiven Abschluss und zu schauen für was es noch reicht“, so Berggold.

Concordia-Trainer Roland Stipp merkte an: „Da müssen wir nicht darüber reden, dass es kämpferisch eine Bombenleistung war. Heddernheim hat viel zu spät gemerkt, wie es ist, wenn man einer mehr ist. Wir sind eigentlich erst in den letzten fünf Minuten etwas ins Schwimmen geraten. Wir haben es mit totaler Energie weiter nach vorne gespielt. Wir waren schon in der ersten Halbzeit besser was die Chancen angeht. Dass es so ausgeht, damit hätte in der Halbzeit keiner gerechnet. Die Unterzahl ist normalerweise ein klarer Nachteil gegen so eine gute Mannschaft. Heddernheim hat es nicht geschafft, das Spiel geordnet nach vorne zu bekommen. Wir haben die letzten Monate schon gute Spiele gemacht, schade dass es so spät kommt, denn wir hatten zwischendurch im Oktober einige Aussetzer.“ Zur Roten Karte für Zimmermann sagte Stipp augenzwinkernd: „Ich weiß jetzt, wer die nächsten Wochen bei uns Materialdienst hat und die Getränke bezahlt.“ An Rechenspielen, in den letzten drei Spielen gegen Harheim (10. Mai), bei Posavina (17. Mai) und in Enkheim (31. Mai) mit drei Siegen noch auf Rang zwei zu gelangen, wollte sich der Concordia-Coach nicht beteiligen: „Das ist lächerlich, denn wenn die anderen Mannschaften gewinnen, haben wir doch gar keine Chance. Wir haben es im Oktober vergeben, da waren wir nicht da wegen Urlaub und sonstigem. Wir haben nur noch brutale Gegner, da macht rechnen keinen Sinn und wir haben noch nicht einmal Heddernheim überholt.“ 

   

„Die Rote Karte für den Gegner sollte uns eigentlich in die Karten spielen, aber es war wie so oft.“

SVH-TRAINER ANDREAS BERGGOLD
  • Schiedsrichter: Adrian Salzmann (SV Erzhausen).
  • Zuschauer: 151.
  • Tore: 0:1 Jan Vossen (60./Foulelfmeter), 0:2 Justin Mathwig (75.).