By Pedro | Published | Keine Kommentare

Der gute Start nach der Winterpause mit dem überzeugenden 2:0-Heimsieg über den starken Aufsteiger Germania Ginnheim hatte die Euphoriewelle rund um die Brühlwiese weiter steigen lassen, doch acht Tage später folgte gegen den FC Posavina die Ernüchterung. Die 0:4-Niederlage war verdient, es war so ein Tag, an dem aus Sicht des Aufstiegsanwärters so gut wie nichts zusammenlief. Immer wenn man hätte treffen können und damit dem Spiel womöglich einen anderen Verlauf hätte geben können, taten es die SVH´ler nicht. Besonders Mittelstürmer und Torjäger Cherano Willeführ erwischte vielleicht seinen schwärzesten Tag seit seiner Verpflichtung vor rund 13 Monaten. Die Riesenchance zur Führung ließ der Angreifer in der 11. Minute alleine vor FCP-Torhüter Matej Markovic kläglich liegen. Auch sonst konnte er sich gegen die resolut auftretenden Kroaten kaum in Szene setzen. In der Schlussphase schnappte sich Cherano nach einem Elfmeterpfiff den Ball, eilte damit zum Punkt und führte den Strafstoß aus, obwohl sein Bruder und Kapitän Antonie Willeführ als Elfmeterschütze vorgesehen war. Den flach geschossenen Elfer parierte Markovic beim Stande von 0:3 (78.).
Hypothetisch, ob Heddernheim, nach der Roten Karte gegen Posavina-Akteur Anto Petrasevic (66.) seit zwölf Minuten in Überzahl agierend, noch eine Aufholjagd gestartet hätte. Aber es lag natürlich nicht nur an Cherano, sondern die ganze Mannschaft konnte an diesem Tag ihr Potenzial, das sie an die Tabellenspitze gebracht hatte, nicht abrufen. Posavina agierte zielstrebig und mit schnellen Kontern im Umschaltspiel. Die Gäste starteten mutig mit viel Ballbesitz und gingen nach 15 Minuten in Führung. Nach einer Kombination über Rückkehrer Alen Tahirovic über Ivan Wessel konnten die Gastgeber nicht klären. Filip Tomic schob mit einem Flachschuss ein. Kurz vor Ablauf der ersten halben Stunde wieder eine starke Aktion. Wessel bediente Tomic und es hieß vor rund 90 Zuschauern 0:2 (29.). Nach dem Seitenwechsel wollten die Heddernheimer schnell den Anschluss herstellen, kassierten jedoch nach einem weiteren Konter das 0:3. Wessel legte quer zu Tahirovic (48.). Alle Bemühungen der Hausherren noch mal in dieses Spiel zu kommen blieben vergeblich. Selbst als man sich mehrfach in den Posavina-Strafraum spielte, fanden die Offensivleute Cherano Willeführ, Christos Papadopoulos und Marco Yatci nicht den Abschluss oder schossen am Tor vorbei.
Die zuweilen robust auftretenden Gäste kassierten dann den Platzverweis für Petrasevic (66.), doch auch in Überzahl und einigen Wechseln änderte sich wenig. Nach dem verschossenen Elfmeter (Trainer Berggold: „Da muss die klare Hierarchie umgesetzt werden, es kann nicht einfach jemand schießen, damit er ein Tor mehr hat. Das kann man bei einer 5:0-Führung machen. So habe ich alle Argumente auf meiner Seite, dieses egoistische Verhalten zu kritisieren.“) vollendete der ehemalige Hessenliga-Spieler Kristijan Bejic (FC Eschborn, Bayern Alzenau, FV Bad Vilbel, Hanau 93) mit einem Schuss unter die Latte zum 0:4 (83.). Heddernheim war auch am Ende kein Ehrentor vergönnt, denn Kadir Mengunogul traf den Pfosten (89.). „Eine bittere Niederlage, wir wussten aber auf welchen Gegner wir stoßen. Posavina ist spielstark, aber auch sehr körperbetont. Die Riesenchance von Cherano war die Schlüsselsituation. Die Führung zu diesem Zeitpunkt hätte das Spiel in unsere Richtung gelenkt. Immer wenn wir die Möglichkeit hatten, auch nach dem klaren Rückstand zurückzukommen, haben wir die Möglichkeiten nicht ergriffen. Das müssen wir uns ankreiden. Am Ende ist die Niederlage auch in der Höhe verdient. Glückwunsch an Posavina, die hier eine gute Leistung gezeigt haben“, kommentierte SVH-Trainer Andreas Berggold.
Nun gilt es im kommenden Heimspiel gegen den regionalen Hauptrivalen der letzten Jahre, den SV Viktoria Preußen, wieder in die Spur zu finden und die schwarze Heimserie (letzter Heimsieg im April 2016) gegen diesen Gegner zu durchbrechen. „Der 2:1-Hinspielsieg war schon sehr knapp. Das wird ein interessantes Spiel, weil beide die Punkte brauchen. Wir wollen jetzt mit einem Sieg weiter oben dabei bleiben“, so Berggold. Posavina-Trainer Danijel Koturic war natürlich hochzufrieden mit dem 4:0-Auswärtscoup, acht Tage nach der 1:2-Heimschlappe gegen Aufsteiger GSU Hellas: „Es gibt immer Tage, wo nichts geht, da kann man auch nichts machen. Wir waren unterbesetzt gegen Hellas, das war aber nicht ausschlaggebend. Wir waren da nicht auf der Höhe. In Heddernheim war das alles viel besser, mit der Spielleistung bin ich sehr zufrieden. Daran wollen wir jetzt anknüpfen und so weitermachen. Wir spielen von Spiel zu Spiel mit vollem Fokus. Jedes Spiel ist anders, jeder Gegner anders. Am Ende der Saison schauen wir, wo wir stehen“, meinte Koturic zu den Aussichten. Nächsten Sonntag erwartet Posavina im „Ost-Derby“ den Nachbarn von Germania Enkheim.