By Pedro | Published | Keine Kommentare

Auf dem extrem kleinen Kunstrasenplatz hatte der aus seinen Stationen bei Verbandsligist SG Bornheim/Grün-Weiß und beim seinerzeitigen Gruppenligisten FFV Sportfreunde im Frankfurter Kreis bekannte neue Trainer Lamine Kaiser „ein Spiel auf ordentlichem Liganiveau mit hoher Intensität“ gesehen.
Dass der Coach aber erst nach einer halben Stunde verfolgen konnte, da sich Kaiser im Vorspiel bei der Reserve (3:6 gegen Heddernheim II) 90 Minuten als Spieler verausgabt und sogar ein Tor erzielt hatte. „Die Anfangshase gehörte klar Heddernheim, danach wurden wir insbesondere gegen den Ball kompakter“, analysierte Kaiser. Die Führung der Gäste aus dem Frankfurter Nordwesten durch Torjäger Cherano Willeführ, der nach einem Steilpass seines Bruders Antonie aus abseitsverdächtiger Position Bad Homburgs Torhüter David Scheerer umkurvte und traf (22.), war verdient. Eine Unachtsamkeit der Heddernheimer in der Abwehr führte aber zum Ausgleich durch Filip Negucic (33.), der SVH-Keeper Marc Tomczyk zum 1:1 überwand. 40 Zuschauer sahen nach dem Seitenwechsel ein klares Abseitstor von Yassine Aouad, das der Schiedsrichter anerkannte (56.).
„In der zweiten Halbzeit waren wir dann ein Quäntchen griffiger im Mittelfeld, woraus dann interessante Umschaltmomente entstanden“, sagte Kaiser. So konterten die Gastgeber schnell und flüssig, während die Gäste besonders nach den Wechseln den Faden und die Konzentration verloren. Zu häufig wurde lamentiert, statt sich auf das eigene Spiel zu konzentrieren, das erfolglos blieb. Bad Homburg konterte sehenswert und erhöhte durch Ruben Miguel Conceicao Fernandes (71.) und Anas Allous (81.) noch auf 4:1. „Das Ergebnis fällt ein wenig zu hoch aus, auch weil dann hintenraus die Heddernheimer zunehmend untereinander Themen hatten“, war Kaiser nicht entgangen. SVH-Trainer Andreas Berggold war zumindest mit dem ersten Abschnitt einverstanden: „Da hatten wir noch alles im Griff, haben auf dem kleinen Platz ein gutes Spiel gemacht. Da ist es unheimlich schwer, anständig Fußball zu spielen.“ Umso unerklärlicher sei es, „warum wir in der zweiten Halbzeit so abgebaut haben. Ja, das 2:1 war ein Abseitstor, aber wir haben keine Struktur und Ordnung mehr gehabt. Jeder hat gemeint eine bessere Idee zu haben als der andere. Dazu unnötige Diskussionen, das war richtig schlecht und das möchte ich nicht mehr sehen. Somit ist die Niederlage verdient. Bad Homburg hat eine gute Leistung gezeigt, guten Fußball gespielt.“
Jetzt gelte es die richtigen Schlüsse zu ziehen: „Ich bin froh, dass wir noch zwei Wochen bis zum wichtigen Meisterschaftsspiel gegen Germania Ginnheim haben.“ Die Generalprobe dafür findet gegen A-Ligist SV Blau-Gelb am Sonntag statt: „Man baut auf den Freundschaftsspielen viel auf, da holt man sich Selbstvertrauen und Selbstverständnis und die Sicherheit. Deswegen bin ich froh, dass wir noch ein Testspiel haben, um eine bessere Leistung zu zeigen.“ Derweil bereitet der Ausfall von Spielmacher Giuliano Amante Sorgen, denn der Zehner hat sich einen Anriss des Außenbandes zugezogen, fällt mehrere Wochen aus.
„Das Ergebnis fällt ein wenig zu hoch aus“
Bad HomBurgs Trainer Lamine Kaiser




