Erster Preußen-Heimpunkt – viertes SVH-Remis

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Nur 70 Zuschauer ließen sich beim Traditionsderby zwischen dem SV Viktoria Preußen gegen den SV 07 Heddernheim in der Kreisoberliga Frankfurt blicken. Das war natürlich hauptsächlich der regnerischen Witterung geschuldet. Das intensive, aber zerfahrene Spiel, hätte zumindest eine dreistellige Kulisse verdient gehabt. Das 2:2-Unentschieden war der erste Heimzähler für die Gastgeber, während die Gäste in der Frühphase der Saison bereits viermal Unentschieden gespielt haben.
Der „Preuße“ und Ex-Heddernheimer Giuliano Amante ist hier vor SVH-Akteur Deniz Yatci. Der Ball ging aber ins Seitenaus. Foto: PA.
SV Viktoria Preußen – SV 07 Heddernheim 2:2 (2:2)

Erstmals spielten die drei Brüder der Familie Willeführ/Amante in einem Spiel miteinander/gegeneinander. Cherano Willeführ – der jüngste des Trios – war vor der Saison von Germania Okriftel (Gruppenliga Wiesbaden) an die Hügelstraße gewechselt und spielt nun in einem Team mit seinem Halbbruder Giuliano Amante. Auf Heddernheimer Seite stand – bereits in seiner siebten Seniorensaison Antonie Willeführ. Alle vier Tore der Begegnung fielen in Abschnitt eins. Oskar Copik überlief SVH-Tormann Marcin Czukiewicz, schien schon abgedrängt zu sein, sein Pass erreichte aber Cherano Willeführ, der zum 1:0 traf (7.). Die Antwort der Heddernheimer folgte mit dem nächsten Eckball. Tino Matijevic punktgenau auf den Kopf von Oliver Solarz – 1:1 (9.). Nach einer halben Stunde versenkte SVH-Kapitän Philipp Siegel einen Freistoß zur Führung der Grün-Weißen (31.). Preußen-Torhüter Oliver Copik war mit dem Pfiff nicht einverstanden, leistete sich eine Schiedsrichterbeleidigung und flog mit der Roten Karte vom Platz (32.).

Heimtrainer Artur Rissling musste Sturmspitze Daniel Wolf „opfern“, um Ersatzkeeper Cedric Wohlgemuth zwischen die Pfosten zu stellen. In Unterzahl gelang Oskar Copik mit einem Freistoß aus 20 Metern der Ausgleich (45.). Czukiewicz machte hier keine gute Figur. Womöglich hätte Heddernheim die zweite Halbzeit mit einer Führung im Rücken anders angehen können, so taten sich die Grün-Weißen schwer, die Überzahl zu nutzen. Dann fehlte wie so oft in letzter Zeit das Spielglück. Nach einer Ecke köpfte Christos Papadopoulos an den Pfosten, der „Preußen“-Kapitän Andreas Wolfenstetter klärte vor der Torlinie (63.). Dann gab es die Rote Karte gegen SVH-Kapitän Philipp Siegel (69.), in seiner elften Saison bei den Grün-Weißen. Der Schiedsrichter, mit dem beide Seiten unzufrieden waren, deutete ein Foulspiel als Notbremse.

Köhler produziert Schrecksekunde

„Eine Fehlentscheidung. Florian Köhler steht auf gleicher Höhe, ich war nicht der letzte Mann. Es war meine erste direkte Rote Karte in der Karriere“, sagte der 33-jährige nach dem Spiel. Den letzten Aufreger produzierte Köhler auf der Gegenseite, unnötig vertändelte er den Ball am Sechzehner. Daraus resultierte fast das Gegentor, Czukiewicz rettete wohl noch vor der Torlinie, auch wenn die Gastgeber vergeblich Tor reklamierten (84.). Rissling konnte das Ergebnis nicht richtig einordnen: „Gerechtes Ergebnis im Endeffekt. Beide Teams hatten Chancen, Heddernheim mehr aus Standards. Ich weiß nicht ob ich mich freuen oder ärgern soll. Die letzten 20 Minuten haben wir das unsauber gespielt. Ich wollte das Spiel gewinnen, deswegen auch enttäuscht. Unsere Rote Karte war berechtigt, die für Heddernheim nicht. Siegel war nicht der letzte Mann.“

Rissling beschwerte sich über das Auftreten von Schiedsrichter Zengin Karpuz: „Er hat das Spiel komplett nicht im Griff gehabt, dazu legte er nach Schlusspfiff eine Wortwahl an den Tag, die sich nicht gehört. Spieler müssen Respekt vor dem Schiedsrichter haben, das erwarte ich auch umgekehrt. Wenn wir was sagen, werden wir gesperrt und Schiris können sagen, was sie wollen.“ Der Heddernheimer Trainer Andreas Berggold fand das Resultat nach 90 Minuten auch gerecht, analysierte weiter: „Enttäuschend ist nur, dass wir wieder nur einen Punkt geholt haben. Wir wollten hier unbedingt einen Dreier holen. Wir waren wieder mit Herz dabei, machen aber zu viele Fehler, die zu Gegentoren führen. Die Überzahl hätten wir besser ausspielen müssen. Das 2:2 vor der Pause hat uns weh getan. Ohne diesen Treffer wäre das ein anderes Spiel gewesen. Die Preußen hätten aufmachen müssen, wir hätten kontern können. So mussten wir das Spiel machen, weil wir gewinnen wollten.“  

Schiedsrichter: Zengin Karpuz (Wölfersheim). Zuschauer: 70. Tore: 1:0 Cherano Willeführ (7.), 1:1 Oliver Solarz (9.), 1:2 Philipp Siegel (31.), 2:2 Oskar Copik (45.).

 

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