Rot-Weiss besteht auf Verlängerung – 4:2

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Verbandsligist Rot-Weiss Frankfurt blieb diesmal im Gegensatz zur 1. Runde beim FC Gudesding ein Elfmeterschießen erspart, mühte sich aber nach durchwachsenen 90 Minuten in der Verlängerung zu einem 4:2-Sieg beim SV Viktoria Preußen aus der Kreisoberliga. Im Achtelfinale geht es erneut zum SV 07 Heddernheim, wo die „Roten“ in der Vorsaison im Halbfinale auch erst in der Elfmeterlotterie ins Finale einzogen. 
Viktoria Preußen lieferte Rot-Weiss einen tollen Pokalfight. Foto: Mithat Gürser.
SV Viktoria Preußen – Rot-Weiss Frankfurt 2:4 nach Verlängerung (1:0/2:2/2:2)

Artur Rissling, der Preußen-Trainer, war stolz auf sein Team: „Was anderes kann man ja gar nicht sein. Wir haben ein Superspiel hingelegt. Dass Rot-Weiss läuferisch stärker ist, war klar. Von den Chancen her hatten wir mehr in den 90 Minuten. Leider war das 2:2 ein dummer Elfmeter. Ich bin megastolz, was die Jungs auf dem Platz gebracht haben. In der Verlängerung hat sich der konditionelle Vorteil des klassenhöheren durchgesetzt. Bei uns konnte da kaum noch einer laufen.“ Cherano Willeführ köpfte eine Flanke gegen seinen Ex-Verein früh zum 1:0 ein (8.). Die Gäste taten sich mit ihrer zusammengewürfelten Truppe schwer, kamen gegen die hochmotivierten Gastgeber wenig zum Zug. Vor allem die kantige Spielweise von Torjäger Daniel Wolf bereitete den Gästen Unbehagen.

Rissling wechselte zur Pause im Hinblick auf das heutige KOL-Derby gegen Heddernheim (15 Uhr) dreimal aus, nahm natürlich noch weitere Rückwechsel vor. Rot-Weiss, mit nur drei Feldspielern auf der Bank angereist, brachte Stürmer Dario Stange erst in Minute 52. Der Ausgleich durch den kleinen Mario Shuteriqi per Kopf (53.) machte die Sache weiter spannend, aber zehn Minuten später versenkte Giuliano Amante einen Freistoß direkt (63.). Wiederum zehn Minuten danach verwandelte Gästekapitän Patrick Gürser einen Foulelfmeter zum 2:2 (73.). Eigentlich rechneten die Zuschauer mit einem sofortigen Elfmeterschießen, doch es hatte wohl keine Einigung im Vorfeld zwischen den Parteien gegeben. Und so fragte der Schiedsrichter im besten „Maoam-Stil“ nach: „Wollt ihr Verlängerung? Wollt ihr Elfmeterschießen?“

„Das große Rot-Weiss wollte unbedingt Verlängerung gegen einen zwei Klassen tieferen“ (Preußen-Trainer Artur Rissling)

Dass Gästetrainer Jonel Goncalves die erste Frage schon bejahen würde, war verständlich. Er sah in einer Verlängerung größere Siegchancen als in der Elfmeterlotterie. Zudem ist seine Mannschaft am Wochenende spielfrei. Was sich dann auch in der Extra-Time bewahrheitete: Trotz Chancen hüben wie drüben machten Adis Pasic (114.) und Dario Stange (120./+2) den Einzug ins Achtelfinale spät perfekt. Rissling zeigte wenig Verständnis: „Das große Rot-Weiss wollte unbedingt Verlängerung gegen einen zwei Klassen tieferen. Ich verstehe die Regel nicht. Während im Hessen-Pokal jetzt auf Verlängerung verzichtet wird, wo die zehnmal fitter sind, müssen wir auf Kreisebene Verlängerung spielen, wenn der höherklassige Club darauf besteht. Mir tut jetzt mehr die Verlängerung weh als das Pokalaus.“

Goncalves eröffnete seine Analyse mit den Worten: „Mich macht dieser Pokal verrückt. Wir kamen mit zwölf gesunden Spielern und fahren mit neun gesunden nach Hause.“ Er kritisierte den engen Spielplan und das Einschieben der 2. Pokalrunde in den September: „Es ist sehr schwierig, so viele Spiele in kurzer Zeit zu absolvieren. Wir haben Mitte September schon neun Spiele absolviert, das belastet uns extrem. Sehr viele verletzte Spieler haben wir aufgrund dieses Spielplans.“ Zum Spiel sagte der RW-Trainer: „Es ist nicht so, dass wir die einzigen sind, die sich schwer tun. Auch Proficlubs tun sich gegen unterklassige Vereine schwer. Der Gegner gibt alles, mehr als in der Meisterschaft, weil das für sie ein Highlight ist, für uns eher Pflichtprogramm. Trotzdem mag ich die Pokalspiele, es macht Freude diese zu bestreiten.“    

Schiedsrichter: Arun Singh Ghotra (Frankfurt). Zuschauer: 81.
Tore: 1:0 Cherano Willeführ (8.), 1:1 Mario Shuteriqi (53.), 2:1 Giuliano Amante (63.), 2:2 Patrick Gürser (73./Foulelfmeter), 2:3 Adis Pasic (114.), 2:4 Dario Stange (120./+2).

 

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