By Pedro | Published | Keine Kommentare

Die Relegation entwickelte sich in eine völlig falsche Richtung. In den letzten Jahren fiel sie in manchen Klassen entweder aus oder verlor noch während des Wettbewerbs ihren sportlichen Wert. So auch dieses Jahr. Noch vor dem abschließenden Wochenende setzte Kreisfußballwart Thorsten Bastian die Relegationsrunden komplett ab. Das lag natürlich auch am Aufstieg von Germania Ginnheim in die Gruppenliga Frankfurt West. Dadurch wurde ein zusätzlicher Platz in der Kreisoberliga frei. Nach ihren Auftaktsiegen gegen die GSU Hellas waren der SV Blau-Gelb und TuS Nieder-Eschbach bereits aufgestiegen. Das letzte Spiel fand auf Wunsch beider Clubs dennoch statt, als Freundschaftsspiel (3:3). Die GSU Hellas ist damit der einzige Verein auf Kreisebene, der über die Relegation in den sauren Apfel des Abstieges beißen muss. In der Relegation zur A-Klasse, in der die B-Liga-Vizemeister FC Corumspor und SV Sandhof Niederrad mit je zwei Siegen dominierten und sich den Aufstieg sportlich verdienten, wäre durch den Ginnheimer Aufstieg auch der Drittplatzierte weitergekommen, in diesem Fall drin geblieben. Das mit Spannung erwartete Endspiel zwischen Saz-Rock und dem FSV Bergen, bei dem den Gastgebern ein Remis gelang hätte, fand jedoch nicht statt.
Durch den unerwarteten Rückzug von Makedonija wurde ein weiterer Platz in den A-Ligen frei, um die Richtzahl 34 zu erreichen. Somit konnten Bergen und Saz-Rock, das eine ganz unrühmliche Rolle durch ein Sportgerichtsurteil mit 24 Punkten Abzug spielte (noch nicht rechtskräftig), trotz einer desolaten Saison die Klasse halten. Diese Clubs profitierten von Rückzügen durch dreimalige Nichtantritte (FC City und SV Frankfurt Nord), weshalb sie nicht auf den letzten Platz abrutschen konnten. Wie auch in den beiden B-Liga-Staffeln. Auch hier gab es in der Gruppe 1 mit dem FFV Sportfreunde II und in der Gruppe 2 mit dem SC Goldstein II zwei Teams, die durch dreimaliges Nichtantreten frühzeitig als einzige Absteiger feststanden. Die Folge: Ein Abstiegskampf im klassischen Sinne fand dadurch nicht statt. Zudem wurde auch die Relegation zur B-Klasse zu einer Farce, da hier wegen unterschrittener Richtzahl ohnehin drei von vier Teams sich durchgesetzt hätten und der Ginnheimer Aufstieg auf die Gruppenliga-Ebene alle vier Teams an ihr Ziel spülte, darunter mit Germania 94 II ein Ensemble, das die halbe Spielzeit mit einer Spielsperre belegt und danach sechs der neun Punkte wegen Unregelmäßigkeiten am grünen Tisch wieder verlor.
Da sich sämtliche A-Liga-Absteiger (Makedonija, City und Nord) in Luft auflösen, da sie nach der Meldefrist erklärten, keine Mannschaft zusammenzubekommen, wird die Kreisliga B in die kommende Saison mit nur 31 Mannschaften gehen. Die Richtzahl 34 ist somit um drei unterschritten. Die Folge sind eine 16er und eine 15er-Staffel, in der mit einem 18er Schlüssel jedes Team pro Halbserie gleich dreimal spielfrei hat. Um die Richtzahl wieder erreichen zu können, bedarf es in der kommenden Saison schonmal fünf direkte Aufsteiger aus der C-Klasse (zwei pro Staffel, dazu ein Entscheidungsspiel der Rangdritten). Vielleicht wäre es überlegenswert, in den Kreisligen A und B die Absteigerzahl künftig in jeder Staffel auf zwei zu erhöhen und dafür zwei Vereine mehr aufsteigen zu lassen, um solche Szenarien wie dieses Jahr zu vermeiden. Auch sollten Vereine genau darüber nachdenken, ob sie genügend Personal für eine Dritte Mannschaft haben.
Es gibt zwar erfolgreiche Modelle wie Union Niederrad und der FC Tempo, die ihre Drittvertretung in die B-Klasse gehievt haben. Letztlich konnten aber im Kreis in der abgelaufenen Saison zwölf Mannschaften die Saison nicht zu Ende spielen, davon waren acht Teams aus der C-Klasse. Durch den Wegfall der SOMA-Liga haben nun die SG Bornheim/Grün-Weiß und die TSG 51 ihre SOMA-Teams als dritte Mannschaft in der C-Klasse gemeldet. Auch Verbandsligist FC Kalbach hat wieder eine Zweite Mannschaft am Start. Dagegen ist für den Riedberger SV nach der ersten Saison nach der Rückkehr in den Spielbetrieb aus Personalmangel wieder Schluss. Die für eine Neumeldung im Gespräch gewesenen FC Branco, FC Ethios und FC Kylin erfüllen entweder nicht die Voraussetzungen für die Aufnahme in den HFV – unter anderem ist eine LSBH-Nummer und eine Zuteilung eines Sportplatzes notwendig – oder ließen nichts mehr von sich hören.