By Pedro | Published | Keine Kommentare

Nach dem 3:1-Sieg beim Tabellenvierten Spvgg. 05 Oberrad haben die Kicker von der Ackermannwiese 19 Punkte Vorsprung auf den FC Tempo und sind nicht mehr von Rang eins zu verdrängen. Die Dominanz der Mannschaft von Trainer Amir Mustafic, der das Team zur Winterpause der Saison 2023/24 übernommen hatte, spiegelt sich in 73 Punkten in 26 Partien wieder.
Noch nie seit der Umbenennung der früher Bezirksoberliga genannten Klasse gab es eine Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt der Saison schon so viele Punkte gesammelt hat. Von den 26 bisher absolvierten Spiele wurden 24 gewonnen, bei Germania 94 gab es ein 1:1-Unentschieden und die einzige Niederlage gab es in der Hinrunde beim 3:4 beim FC Karben. An der heimischen Ackermannwiese gab der Spitzenreiter bislang gar keine Punkte ab. Selbstredend hat man mit 85 die meisten Tore geschossen und mit 25 die wenigsten kassiert. Einige Spieler wie Almir Ziga und Semir Duljevic verfügen über Hessenliga-Erfahrungen, Akteure wie Secouba Diatta, Moussa Diabang und Boubacar Dialiba Diabang spielten bei bosnischen Proficlubs.
Als Glücksgriff erwies sich die Rückholaktion von Torjäger Almir Derdemez. Der 31-jährige hat 32 Treffer zum Aufstieg beigetragen, der Rechtsfüßer spielte zuvor vier Spielzeiten beim VfR Kesselstadt in der Gruppenliga Frankfurt Ost. Schon am ersten Verbandsliga-Aufstieg der Bosnier 2019 war der Stürmer beteiligt, spielte zuvor schon Verbandsliga beim mittlerweile aufgelösten SV FC Sandzak. Der sich damals noch SV BKC Bosnien nennende Verein spielte von 2019 bis 2022 drei Spielzeiten in der zweithöchsten hessischen Spielklasse, zwei davon wurden wegen der Corona-Pandemie abgebrochen, sodass die Bosnier von der Tatsache profitierten, dass der Abstieg ausgesetzt wurde. Im dritten Jahr erwischte es den 1992 im Zuge des Zerfalls des Vielvölkerstaates als KSG Bosnien/Herzegowina gegründeten Verein für die Volksgruppe aus der ehemaligen Teilrepublik Jugoslawiens und es ging zurück in die Gruppenliga. Vor drei Jahren löste sich der Club auch vom BKC, dem bosnischen Kulturzentrum und legte die im DFB-Net hinterlegte sperrige Vereinsbezeichnung „SV der Bosnier in Frankfurt“ endgültig ab.
Obwohl der Verein sehr starken Wert auf die bosnischen Wurzeln legt, spielen Fußballer aus sehr vielen verschiedenen Nationen mit. Coach Mustafic, der beim FV Bad Vilbel elf Jahre wirkte und die Brunnenstädter bis in die Hessenliga führte, war vor der Saison von der Qualität der Mannschaft überzeugt: „Wir wussten schon, dass wir eine starke Mannschaft haben, aber mit einer so großen Dominanz was den Punktevorsprung angeht, habe ich nicht gerechnet.“ Die Mannschaft werde jetzt nicht nachlassen, Pressesprecher Admir Malohodzic wünscht sich einen „Punktetrekord für die Ewigkeit.“ Bei weiteren sechs Siegen stünden am Ende 91 Zähler auf dem Konto. „Wir werden uns punktuell verstärken und dann werden wir auch in der Verbandsliga mithalten“, ist Mustafic überzeugt. Dank der florienden Jugendarbeit seit dem Umbau der Sportanlage mit dem neuen Kunstrasen haben die Bosnier nämlich auch genügend eigene Talente am Start. Das war vor sieben Jahren noch nicht der Fall, seinerzeit fanden noch Verbandsliga-Partien auf dem Hartplatz statt.