By Pedro | Published | Keine Kommentare

Im Januar 2017 übernahm Berggold die Grün-Weißen als Nachfolger von Andreas Ludwig auf einem Abstiegsplatz und konnte den einzigen Abstieg der Heddernheimer seit 1995 nicht verhindern. Es ging für ein Jahr in die A-Klasse, aus der die Mannschaft mit großem Punktevorsprung als Meister den direkten Wiederaufstieg in die Kreisoberliga schaffte und in der Folgesaison 2018/19 als Dritter fast den Durchmarsch in die Gruppenliga geschafft hätte.
Die ersten zweieinhalb Jahre fasst Berggold rückblickend so zusammen: „Es verblieben nach meiner Ankunft nur wenige Spiele, um noch was zu retten. Die Mannschaft blieb aber zusammen und versprach, den Betriebsunfall zu reparieren. Das passierte dann, denn das Team war zu stark für die A-Liga und verfolgte das Ziel Wiederaufstieg vom ersten Spieltag an. Nach dem Aufstieg nahmen wir die Euphorie mit – wir waren mit Spielern wie Philipp Siegel, Oliver Solarz, Manuel Romero, Florrian Köhler und Philipp Emmerichs die Überraschungsmannschaft.“ Es folgten dann aber rund um die Corona-Jahre schwierigere Spielzeiten. In den abgebrochenen Saisons 2019/20 und 2020/21 standen die Grün-Weißen in der Abstiegszone, erst in der folgenden wieder kompletten Runde ging die Tendenz mit Rang fünf wieder nach oben. In dieser Saison erreichte der SVH auch das Halbfinale im Kreispokal, scheiterte nur knapp an Verbandsligist Rot-Weiss Frankfurt nach einem 2:2 nach Verlängerung im Elfmeterschießen. Fünf Jahre zuvor hatte Heddernheim als A-Ligist den damaligen Hessenligisten in der 2. Runde mit 2:1 nach 90 Minuten aus dem Wettbewerb geworfen – eine der größten Pokalsensationen überhaupt. Nach mittelmäßigen Spielzeiten mit den Rängen acht, elf und acht wollte Berggold eigentlich schon zum Sommer 2025 aufhören, doch die Zusammenstellung der Mannschaft mit namhaften Rückkehrern und Zugängen stimmte den Coach in seiner Entscheidung um.
In der aktuellen Runde spielen die Heddernheimer – in dieser Saison im grauen Sondertrikot – von Beginn an oben mit, standen lange an der Tabellenspitze und belegen sechs Spiele vor Schluss den zweiten Tabellenplatz, der in die Relegationsrunde zur Gruppenliga Frankfurt West führt. Sich mit dem größtmöglichen Erfolg – sprich dem Aufstieg in die Gruppenliga-Ebene (zuletzt gelang dies 1993 unter der Regie von Rainer Nagel) zu verabschieden ist Berggolds Wunsch. Schon 2014 gelang ihm dies bei seiner vorherigen Station beim 1. FC-TSG Königstein nach sechs Jahren als Meister der Kreisoberliga Hochtaunus. Mit dem SV 07 wird Berggold immer verbunden bleiben. „Ich höre wegen meiner Familie auf, die sonntags lange auf mich verzichten musste. Ich werde bestimmt auch mal vorbeikommen und immer den Live-Ticker verfolgen“, verrät Berggold. „Heddernheim ist ein toll geführter Verein mit tollem Umfeld. Mein Dank gilt Präsident Jonny Hahn, dem Sportlichen Leiter Klaus Schleicher, meinen langjährigen Kapitänen Philipp Siegel und Antonie Willeführ, unserem Pressewart Pedro Acebes, allen Spielern in all den Jahren und unseren treuen Anhängern“, so Berggold. Seine Statistik insgesamt liest sich positiv. Stand jetzt 424 Punkte – 733:611 Tore. 127 Siege, 43 Remis und 98 Niederlagen. Sollte die Anzahl der Niederlagen nicht die 100er Grenze erreichen, könnte das womöglich am Ende den langersehnten Aufstieg bedeuten. Mit Ivan Susak übernimmt zum 1. Juli ein Mann aus dem eigenen Verein.
Der 35-jährige Kroate trainiert seit Juli 2025 die C-Jugend-Gruppenliga-Mannschaft. Der UEFA-B-Lizenz-Inhaber trainierte zuvor die B-Jugend von Viktoria Preußen, war dann lange beim SV Niederursel als Trainer der Damen tätig, wo ihm der Aufstieg von der Gruppenliga in die Verbandsliga gelang. Bei den Herren des SVN schaffte Susak den Aufstieg von der B- in die A-Klasse. Als Spieler trat Susak für den FC Croatia, den SV Niederursel, die Spvgg. Fechenheim und den VfR Bockenheim gegen den Ball. „Ich wurde vom langjährigen Kapitän Philipp Siegel ins Gespräch gebracht und hatte im Januar auch ein sehr produktives Gespräch mit Andi Berggold“, verrät Susak, der ligenunabhängig zugesagt hat. „Berggold wird mir das Team in einem sauberen Zustand überlassen. Es ist alles vorhanden, was ein ambitionierter Verein braucht“, sagt der neue Coach. Um die Mannschaft kennenzulernen, wird Susak in Abwesenheit von Berggold in Zusammenarbeit mit Kapitän Antonie Willeführ das Training am Donnerstag in der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel am Sonntag beim FC Gudesding leiten und auch als Zuschauer am Spieltag anwesend sein. „Die Jungs sollen meine Abläufe kennenlernen, auch wenn ich noch nicht berechtigt bin, etwas zu verändern. Susak freut sich auf die Aufgabe: „Wir sind auch mit Neuzugängen in Kontakt. Grundsätzlich möchte ich jeden aktuellen Spieler behalten. Ich bin ein Fan des Offensivfußballs und des Gegenpressings und taktisch flexibel. Mir ist aber auch klar, dass ich in sehr große Fußstapfen trete.“