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Griesheim nach dem Gegentor giftiger – 5:1!

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Die Spvgg. 02 Griesheim bleibt in der Kreisoberliga Frankfurt in Lauerstellung und machte mit dem 5:1-Sieg gegen die abstiegsbedrohte Union Niederrad die 40 Punkte voll. Nur einen Punkt hinter dem Tabellenführer SV 07 Heddernheim und punktgleich mit dem Rangzweiten TuS Makkabi bestätigten die „Schleifer“ nach einer schwierigen Vorbereitung ihre Kandidatur auf einen möglichen Aufstieg. 
Griesheimer Spieler wärmen sich auf der Bank mit Decken. Foto: Archiv Mithat Gürser.  
Spvgg. 02 Griesheim – FC Union Niederrad 5:1 (1:0)

Dem 4:1-Sieg in Niederrad vor der Winterpause folgte nun ein klarer 5:1-Heimsieg für das Team von Trainer Dominic Machado, der trotz des klaren Resultates „nach der doch etwas anderen Vorbereitung das erwartet schwere Spiel“ gesehen hatte. „Die Wintervorbereitung ist sowieso nicht so angenehm wie es im Sommer ist aufgrund der Temperaturen. Dieses Jahr war es aufgrund von Schnee und Glätte mit drei Spielabsagen besonders schwer. Das war alles nicht so einfach, aber jeder hatte ja diese Probleme, nicht nur wir. Von daher war das für jede Mannschaft irgendwie gleich“, erklärte der Griesheimer Coach zur Vorbereitungszeit. Man wisse nie, wie man aus einer solchen Vorbereitung rauskommt. Zudem sei der Stand des Gegners aus Niederrad sehr schwer einzuschätzen gewesen, obwohl die 02er den Kontrahenten von der anderen Mainseite am 14. Dezember noch besucht hatten. „Die Union hat einen neuen Trainer bekommen in der Winterpause, deswegen hatten wir gerade am Anfang ein bisschen Probleme“, ordnete Machado die Situation ein. Obwohl Griesheim nicht so gut ins Spiel kam, gingen die Hausherren nichtsdestotrotz durch Torjäger Marcus Kreckel mit seinem 15. Saisontreffer in Führung (33.). Dank einer guten individuellen Einzelleistung von Ricardo Pereira, der den Stürmer klug anspielte, der nur noch einschieben brauchte, fiel das 1:0.

Zuvor hätte Griesheim schon durch Lars Christiansens Alleingang führen können. Mit dem knappen Vorsprung ging es in die Halbzeit, aus der die Hausherren nicht so gut raus kamen. Niederrad hatte sich was vorgenommen und kam per Foulelfmeter durch Mohamed Azeggaghe (51.) zum 1:1. Der 11. Saisontreffer des besten Union-Torschützen! Nach dem Ausgleich passierte bei den Gastgebern hinten nichts mehr. Vielmehr habe man den „Zwang verspürt, nach vorne spielen zu müssen“, was auch zum Erfolg führte. Zudem wurde man nach dem Ausgleich zunehmend giftiger. Nach dem 2:1 durch Karam Karahallak nur zwei Minuten danach (53.) „fiel dann auch alles ein bisschen leichter“, wie Machado thematisierte. Im Zehn-Minuten-Takt fielen die weiteren Treffer. Pereira erhöhte auf 3:1 (63.). Christiansen (73.) und Karahallak (83.) besorgten den Rest. Union Niederrad riskierte einiges, dementsprechend nutzte Griesheim die Räume. „Für ein Spiel nach einer Wintervorbereitung bin ich absolut zufrieden“, sagte Machado, dessen Team am Sonntag in einem weiteren Heimspiel gegen den FC Germania Enkheim (14.30 Uhr) nachlegen will. Unterdessen spitzt sich die Lage für Union Niederrad nach dem Pflichtspieldebüt des neuen Trainers Zeljko Sanjug weiter zu. Nach dem aktuellen Stand in der Gruppenliga Frankfurt West kämen derzeit der TSKV Türkgücü und der VfL Germania 94 runter, was drei Direktabsteiger aus der Kreisoberliga nach sich ziehen würde.

Die Unioner belegen also weiter den ersten der drei potenziellen Abstiegsplätze mit drei Punkten Rückstand zum Relegationsplatz und spüren nun auch den Vorletzten GSU Hellas nach dessen 2:1-Überraschungscoup beim selbsternannten Meisterschaftsanwärter FC Posavina (Platz acht derzeit!) mit drei Punkten weniger im Nacken. Ein Abstieg hätte fatale Konsequenzen an der Heinrich-Seliger-Straße, denn dann würde der sogenannte „Bumerangeffekt“ eintreten. Die Zweite Mannschaft in der A-Klasse (aktuell 11.) und die Dritte Mannschaft in der B-Klasse (13.) müssten trotz guter Positionen zwangsabsteigen. Präsident Khalid Lamjahed hatte ein „kampfbetontes Spiel“ gesehen. „Der Schiedsrichter hat einiges laufen lassen, sodass sich eine gewisse Härte entwickelt hat. Die Mannschaften blieben aber fair“, erläuterte das Vereinsoberhaupt der Unioner. „Wir waren sogar einen Tick besser als Griesheim, deswegen darf der Rückstand zur Pause nicht passieren. Wir hatten mehr vom Spiel und hätten mindestens mit einem Unentschieden in die Pause gehen müssen“, ärgerte sich Lamjahed. Er hatte im Griesheimer „Neuner“ Christiansen den Aktivposten gesehen: „Der war pfeilschnell und spielte sehr gute Bälle nach außen. Den hatten wir über die gesamte Spielzeit nicht im Griff.“ Das 2:1 nach dem Ausgleich sei das „Glück des tüchtigen oder der besseren Mannschaft“ gewesen.

„Ab dann war es natürlich schwer. Griesheim hat versucht über Konter zu spielen, was auch gelungen ist. Das 3:1 und 4:1 waren katastrophale Fehler. Beim 3:1 rutscht Kai Großheim aus, sodass der Spieler dann gegen unseren zweiten Innenverteidiger ins Laufduell geht und einen kleinen Vorsprung hat. Beim 4:1 spielt Paul Gundermann den Ball völlig unbedrängt nach hinten in der Hoffnung, dass da ein Mitspieler steht, aber da stand der Gegenspieler. Somit war es kein Abseits und das Tor zählte“, schilderte Lamjahed. Das 5:1 hatte der Präsident nicht mehr mitbekommen, da er da schon auf dem Weg zum Spiel der Zweiten Mannschaft war (1:2 gegen TuS Nieder-Eschbach) und einen Spieler im Auto mitnahm. „Nichtsdestotrotz ist es eine verdiente, aber deutlich zu hohe Niederlage. Griesheim war ein überragend starker Gegner, die waren sogar noch stärker als im Hinspiel. Über außen die Bälle und wie sie da Tempo machen ist schon phänomenal. Das war für uns kein Maßstab, um direkt auf Punkte zu kommen. Bis auf die individuellen Fehler haben wir uns teuer verkauft“, so die Einschätzung des Vorsitzenden. Mit nur 17 Punkten aus 20 Partien wird es für Union Niederrad so langsam eng. Am Sonntag im Auswärtsspiel beim formstarken Rangsechsten 1. Rödelheimer FC 02 (fünf Siege in Folge) wird es für die Niederräder wieder ganz schwer. 

     

„Der Schiedsrichter hat einiges laufen lassen, sodass sich eine gewisse Härte entwickelt hat.“

Union-Präsident Khalid Lamjahed
  • Schiedsrichter: Albano Cela (SV Bonames). 
  • Zuschauer: 35.
  • Tore: 1:0 Marcus Kreckel (33.), 1:1 Mohamed Azeggaghe (51./Foulelfmeter), 2:1 Karim Karahallak (53.), 3:1 Ricardo Pereira (63.), 4:1 Lars Christiansen (73.), 5:1 Karam Karahallak (83.).