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Udo Jürgens lässt grüßen: Heddernheim distanziert Ginnheim

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In einer rustikal geführten Begegnung behielt Tabellenführer SV 07 Heddernheim gegen den stärksten Aufsteiger Germania Ginnheim die Oberhand und verteidigte mit dem 2:0 (1:0)-Sieg die Tabellenführung. Nach dem obligatorischen Siegerfoto ließ ein Klassiker von Udo Jürgens aus dem Jahre 1982 die Gäste von der Woogwiese grüßen. 
Die Heddernheimer Mannschaft bei der Gedenkminute. Foto: Mithat Gürser.  
SV 07 Heddernheim – FC Germania 08 Ginnheim 2:0 (1:0)

Hintergrund waren die Social-Media-Ankündigungen von Ginnheims Alterspräsident Tonyo Gering zum Valentinstag: „Wir kommen ohne Blumen.“ Die Heddernheimer nahmen die Steilvorlage als Motivationsspritze an und drehten den Spieß musikalisch mit dem Lied bei „Tom und Jerry“ um: „Vielen Dank für die Blumen, vielen Dank wie lieb von Dir“, sangen die in grau gekleideten 07er mit ihren treuesten Anhängern. Gering nahm es mit Humor und postete noch am selben Abend einen weiteren Jürgens-Klassiker: „Immer wieder geht die Sonne auf.“ Es gab aber auch einen traurigen Anlass an der Brühlwiese. Vor dem Spiel wurde eine Gedenkminute für Claus Brassat abgehalten, der vor kurzem im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Über 50 Jahre war Brassat Mitglied im Verein, gehörte bis zuletzt zum erlauchten Kreis der „Edelfans“ und kam sogar noch trotz schwerer Krankheit zur Weihnachtsfeier. Zum Spiel: Auf beiden Seiten fehlte der eine oder andere Spieler wegen des unglücklichen Samstagstermins zu Fasching.

Heddernheim legte gleich los, profitierte von einem Abspielfehler der Gäste. Christos Papadopoulos schickte Marco Yatci steil, der traf schon nach 44 Sekunden zum 1:0 (1.). Ginnheim versuchte sich vom frühen Schock zu erholen, doch die Germania kam nur mit Standards zu Chancen. Das eine oder andere rüde Foul im Mittelfeld hätte auf beiden Seiten auch mit Rot geahndet werden können, doch der Schiedsrichter beließ es beim Zeigen von insgesamt zehn Gelben Karten im Verhältnis 6:4. Der zahlreich vertretene Ginnheimer Anhang unter den 136 Zuschauern forderte kurz vor der Halbzeit eine Rote Karte gegen die Gastgeber nach einer Notbremse, doch der Unparteiische hatte zuvor schon auf Abseitsstellung entschieden. Fabian Raue verpasste vor der Pause die beste Ginnheimer Möglichkeit (39.). Auf der Gegenseite wurde Innenverteidiger Dogan Nazim Erbulan von Giuliano Amante geschickt und schoss am Tor vorbei (43.). Nach dem Seitenwechsel hätte Cherano Willeführ schon erhöhen können (47.), zum 2:0 traf dann Papadopoulos mit einem herrlichen Direktschuss (62.). Cherano traf danach noch den Pfosten (74.), den Nachschuss setzte Marco Yatci drüber.

Die Gäste versuchten mit fünf Wechseln für neuen Schwung zu sorgen, unter anderen kam der Ex-07er Kurosch Alimoradian. Doch nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel Mitte Dezember gelang kein zweiter Coup gegen den Spitzenreiter, der seine Ambitionen auf den Aufstieg untermauern konnte. „Der Dreier zum Restart war extrem wichtig“, konstatierte SVH-Trainer Andreas Berggold. „Auch der Spielstart verlief optimal mit dem frühen 1:0. Dann war es sehr kampfbetont, beide hatten ihre Phasen. Wir haben unsere Chancen genutzt und verdient gewonnen. Wir haben dem Gegner erstmal den Ball überlassen, haben das Geschehen kontrolliert. Ginnheim ist außer bei Standards nicht viel eingefallen. Wir haben sicher gestanden und nichts zugelassen. Die Motivation spielte sicher eine große Rolle, wir waren aber auch sehr fokussiert. Ist doch schön, dass es solche Geschichten gibt und es blieb ja auch alles im Rahmen“, meinte Berggold. Gegen den selbsternannten Meisterschaftsanwärter FC Posavina am Sonntag (14.30 Uhr) soll nachgelegt werden: „Natürlich wollen wir auch das nächste Spiel gewinnen. Posavina spielt körperbetont und hat zudem gute Fußballer. Das wird wieder ein schweres Spiel, aber auch das können wir gewinnen.“

Berggold erklärte auch, warum er nur dreimal wechselte und zwei Fußballer deswegen ohne Einsatzminute blieben: „Zum einen wollte ich die Struktur nicht verändern, zum anderen waren Spieler im Kader, die eine zeitlang nicht in der Vorbereitung waren. Beruflich und verletzungsbedingt, ich wollte da keine Veränderungen mehr vornehmen.“ Ginnheims Sportlicher Leiter Benjamin von Allwörden deutete auf „zu viele Fehler in den ersten 15 Minuten“ hin. „Da kamen wir nicht ins Spiel. Heddernheim hat kompakt im Zentrum verteidigt, uns gut zugestellt in der Mitte. Der Schiedsrichter hat im hitzigen Spiel Fehlentscheidungen getroffen auf beiden Seiten. Wir haben alles probiert, aber es war nicht unser Tag.“ von Allwörden sagte noch: „Wir wollen weiter oben mitspielen, Niederlagen aus der Hinrunde glatt bügeln und weitere Spitzenteams oben ärgern. Für die erste KOL-Saison der Vereinsgeschichte kann man mit der Entwicklung zufrieden sein.“ Im Gastspiel am Sonntag (14.30 Uhr) beim Rangzweiten TuS Makkabi wollen die Ginnheimer die gute Runde fortsetzen.  

 

 

„Dann war es sehr kampfbetont, beide hatten ihre Phasen.“

SVH-Trainer Andreas Berggold
  • Schiedsrichter: Emrah Ertem (SC Goldstein). 
  • Zuschauer: 136.
  • Tore: 1:0 Marco Yatci (1.), 2:0 Christos Papadopoulos (62.).
  • Bildergalerie: Mithat Gürser war beim Nidda-Derby vor Ort und fing die Impressionen ein.