By Pedro | Published | Keine Kommentare

Dieses Spitzenspiel hätte eine größere Kulisse verdient gehabt als die letztlich registrierten 95 Besucher. Denn gerade was beide Mannschaften im ersten Abschnitt an technisch feinem Fußball und schnellem Umschaltspiel boten, war fast schon zu gut für diese Klasse. Der einsetzende Regen machte den Ball und das Tempo noch schneller, tolle Ballpassagen und Seitenwechsel waren zu beobachten. Mehr vom Spiel hatten aber zunächst die Gäste. Einen Distanzschuss von Bilal Chaikhoun konnte SVH-Torhüter Marc Tomczyk parieren. Weitere Torschüsse von Pap Momar Moustapha Diouf segelten haarscharf am Kasten vorbei. Auf der Gegenseite hatte Heddernheim, das nach verlorener Platzwahl erst auf sein „Heimtor“ spielte, Versuche durch Marco Yatci und Cherano Willeführ zu verzeichnen. Die Führung des Ballspielclubs markierte dann Chaikhoun mit einem Freistoß aus spitzem Winkel, der direkt ins Tor ging (26.). Tomczyk im Tor konnte den Einschlag nicht verhindern. Beim Anstoß zog Antonie Willeführ von der Mittellinie ab, der Ball ging gegen die Latte.
Mit dem knappen Rückstand aus Sicht der Hausherren ging es in die Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel kamen die 13 genialen Momente des Giuliano Amante. Der 32-jährige, der bereits in jungen Jahren bis 2017 in Heddernheim spielte und vor der Saison vom SV Niederursel zurückkam, erzielte einen „lupenreinen“ Hattrick. Den Ausgleich markierte der Mittelfeldspieler aus 18 Metern (48.). Danach traf Mikail Keles den Pfosten (51.) und war dann auf Vorlage von Marco Yatci erneut aus der Distanz zum 2:1 erfolgreich (57.). Vier Minuten später schnürte Amante den Dreierpack und es hieß 3:1 für den Klassenprimus (61.). Der BSC war geschockt, bekam danach nicht mehr viel auf die Reihe, auch wenn die Gäste weiter bemüht waren nach vorne zu kommen. Was erneut nicht fehlen durfte war ein Jokertor von Luka Filip Brnas, diesmal traf er wie schon in den beiden Heimspielen zuvor sechs Minuten nach der Einwechslung zum 4:1 (87.), nachdem zuvor Marco Yatci den Pfosten traf. Der eingewechselte Ömer Güngör ließ noch die Chance zum 5:1 liegen. SVH-Trainer Andreas Berggold hatte in der ersten Habzeit ein „ausgeglichenes Spiel“ gesehen.
„Beide Mannschaften haben ihre Torchancen gehabt, beim Frestoß zum 0:1 sahen wir nicht gut aus. Zweite Halbzeit haben wir taktisch umgestellt, eine andere Formation gewählt. So standen wir stabiler und sicherer, haben wenig zugelassen und konnten dann mit dem Hattrick von Giuliano das Spiel an uns ziehen. Wir haben das richtig gut gemacht in der zweiten Halbzeit.“ 35 Punkte haben die Heddernheimer bisher gesammelt, das liegt nicht nur am Aberglauben mit der neuen Trikotfarbe grau. Die Mannschaft hat am 30. November bereits so viele Punkte geholt wie in der letzten Saison nach dem letzten Spieltag. „Wir haben Superjungs dazu bekommen, der Zusammenhalt in der Mannschaft ist gut. Auch die Leute von der Bank hauen alles rein, wenn sie reinkommen. Wir haben eine hohe Trainingsbeteiligung, es läuft und es macht Spaß.“ Ist der SV 07 in dieser Verfassung ein Aufstiegsanwärter? „Wir wollen unsere Leistungen nicht kleinreden und jetzt natürlich auch oben bleiben, keine Frage. Wenn es für den Aufstieg am Ende reicht, dann sagt hier keiner nein. Aber bis dahin ist es noch ein extrem langer Weg, es ist immer noch alles eng beieinander. Träumen soll erlaubt sein, aber wichtig ist, weiter Woche für Woche zu punkten.“
BSC-Trainer Eleyas Kahsay fand, dass „wir in der ersten Halbzeit das 2:0 oder 3:0 nachlegen konnten. Nach der Pause wurden wir aber von starken Heddernheimern eiskalt erwischt, es ging nur noch auf unser Tor. Amante hat drei Traumtore gemacht, da kamen wir nicht mehr zurück. Wenn man oben mitspielen will, muss man in solchen Spielen höher führen. Wenn nicht, dann wird das Spiel gedreht und für uns reicht es nicht für ganz oben. Platz eins vor drei Wochen kam zu früh, so wie in der zweiten Halbzeit hier haben wir oben nichts zu suchen. Da hatte Heddernheim mehr Willen, den Spitzenplatz mit aller Macht zu festigen.“ Nächsten Sonntag erwartet der BSC den FC Gudesding und kann sich für die 2:3-Niederlage im Ostpark vom 16. November revanchieren (15 Uhr). Zeitgleich reist der SV 07 Heddernheim zum FC Germania Enkheim schon um 14 Uhr, um den Platz an der Sonne zu verteidigen.
„So standen wir stabiler und sicherer“
Heddernheims Trainer Andreas BErggold











