By Pedro | Published | Keine Kommentare

Vor genau neuneinhalb Jahren war die SG Kelkheim schon einmal an der Brühlwiese zu Gast. Man schrieb den 19. Januar 2017 und es war das erste Spiel von Trainer Andreas Berggold, der mit einem 1:0-Sieg im Testspiel gegen die Gäste aus dem Main-Taunus-Kreis seine lange Ära als SVH-Trainer begann. Diesmal wurde der Ex-Coach in seiner Zuschauerrolle Zeuge eines torreichen Spiels und wurde über die Megaphonie freudig begrüßt. Vier Neuzugänge standen diesmal in der Heddernheimer Startelf, darunter erstmals der aus Rödelheim verpflichtete Führungsspieler Marc Nopp.
Auf der Bank nahmen vier weitere Neue Platz. Auf Seiten der Gäste fehlten die von der Heddernheimer „Zweiten“ nach Kelkheim gewechselten Ernest Birdan und Torjäger Henk Vincent Hasinger. Der ehemalige SVH-A-Jugend-Trainer Kenan Muratagic hatte aber in Antonio Lastres Julia einen weiteren Ex-SVHler auf der Bank. Das Spiel begann mit einer frühen Führung der Gastgeber durch Giuliano Amante (2.), der den im Kelkheimer Tor gelernten Feldspieler Adrian Lohmann überwand (2.). In der Folge hatten die gerade in die KOL MTK aufgestiegenen Grün-Weißen mehrere Ausgleichschancen. Heddernheims Torwart Marc Tomczyk musste gegen Elion Januzaj parieren (18.), danach schoss Miguel Davila kläglich vorbei (21.). Nach einer halben Stunde nahm Susak schon den ersten Wechsel vor, fünf Minuten danach den zweiten. 67 Zuschauer, darunter auch viele „Classics“, nahmen vor allem die neuen Spieler unter die Lupe. Ins Tor trafen aber ausschließlich arrivierte Akteure. So der dienstälteste Deniz Yatci, der kürzlich seine Frau Melina geheiratet hat und auf Zuspiel seines jüngeren Bruders Marco auf 2:0 erhöhte (42.). In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kam ein Eckball von Amante so scharf herein, dass Lohmann mitsamt dem Ball ins Tor fiel – 3:0 (45./+2).
Nach der Pause blieben die Hausherren offensiv gefährlich. Maximilian Tran traf die Latte (51.), kurz darauf vergaben Marco Yatci und Amante. Weitere Wechsel im zweiten Abschnitt wurden vollzogen, bevor Amante seine Leistung mit dem dritten Tor zum 4:0 krönte (63.). Kelkheim kam aber nochmal heran, als Marlon Hilz (71.) zum 4:1 traf. Im Gegenzug scheiterte M. Yatci am Pfosten (73.), nach weiteren Rückwechseln traf Neuzugang Wladislaw Kirch (SV Niederursel) die Latte. Statt weiter zu erhöhen, musste das 4:2 durch Semir Hadzibulic hingenommen werden (81.). Den Schlusspunkt setzte M. Yatci (85.), der nach dem 5:2 gegen seinen rückeingewechselten Bruder Deniz ausgetauscht wurde. „Es war dahingehend gut, dass wir total viele Chancen herausgespielt haben. Dabei haben wir viele tiefe Bälle und Eins-gegen-Eins-Situationen gut ausgespielt. Auch heute war die Chancenverwertung nicht besonders gut. Wir haben unsere Buden gemacht, aber da hätten wir das eine oder andere Ding mehr machen, das Ergebnis sogar verdoppeln können“, erklärte Susak. „Die ersten 30 Minuten waren wir aber stark am Wackeln, da hatten wir Glück, kein Tor zu fangen. Da war keine Ordnung in der Verteidigung, die Sechser waren zu weit weg. Die Gegentore waren Nachlässigkeiten, da waren wir mit dem Kopf woanders. Durch die Rotationswechsel macht sich das bemerkbar im Spielfluss“, analysierte Susak.
Noch ohne die Hoffnungsträger Soufian Moussaoui und Viktor Talevski habe Susak „die Stammformation für das erste Punktspiel in Enkheim schon im Kopf. Wir haben noch eine oder zwei offene Vakanzen.“ Dass einige Konkurrenten den SV Heddernheim wieder als Favoriten genannt haben, sieht Susak gelassen und auch realistisch: „Mit dem Kader kann man oben mitspielen, das sollte man vielleicht auch machen. Favoritenrolle hört sich gut an, erzeugt aber auch etwas Druck und unter Druck entstehen aber auch Diamanten. Jedes Spiel versuchen wir für uns zu entscheiden. Wenn wir nach zehn Spielen oben stehen, können wir gerne über andere Themen reden. Stand jetzt will ich erstmal in der Liga ankommen.“ Das Erstrundenlos Spvgg. Kickers 16 im Kreispokal sieht Susak beim B-Klasse-Aufsteiger als „Pflichtaufgabe, ohne dem Gegner zu nahe treten zu wollen, der in der C-Klasse eine gute Saison mit dem Aufstieg krönte und einige Neuzugänge hat. Mit der neuen Anlage an der Bertramswiese wollen die wahrscheinlich langfristig mehr erreichen. In der Theorie ist das aber eine Pflichtaufgabe, das sollte dann in der Praxis auch so sein.“ Das letzte Heddernheimer Testspiel findet schon am Samstag statt (15 Uhr). Erneut geht es in den Kreis Offenbach zum KOL-Ligisten FC Germania Bieber.




