Skip to content

1125 Zuschauer spendeten Bornheim trotz Pokalaus Beifall

By | Published | Keine Kommentare

Das Hessenpokal-Achtelfinale der SG Bornheim gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden war ein vom Verein toll vorbereitetes und durchgeführtes Event, an das man sich trotz der 1:3-Niederlage gern erinnern wird.

Die Kapitäne beider Mannschaften mit dem Schiedsrichtergespann vor dem Spiel. Foto: Andre Sturmeit

SG Bornheim – SV Wehen Wiesbaden 1:3 (1:1)

Gestern war es so weit, im Hessenpokal-Achtelfinale empfing der Verbandsligist SG Bornheim den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden, und es wurde ein Event, was noch lange in den Köpfen bleibt. Bereits über 500 Karten wurden im Vorverkauf abgesetzt, am Ende waren es handgezählte 1125 Zuschauer, die sich um den kleinen Platz an der Seckbacher Landstraße verteilten. Und der sympathische Verein tat alles, um mit vielen ehrenamtlichen Helfern unvergessene Momente zu schaffen, da hatte auch der Wettergott ein Einsehen. Nach Dauerregen den ganzen Tag über hörte das Nass von oben pünktlich zum Start des Spiels auf, auch ein Vorteil für die in dritter und vierter Reihe stehenden Zuschauer, denen nicht durch aufgespannte Schirme die Sicht verdeckt wurde.

Wehens neuer Trainer Jochen Seitz, der mit seiner neuen Mannschaft 7 Punkte aus den ersten drei Spielen unter seiner Regie holte, warf die Totalrotation an, aus der Mannschaft, die am Wochenende ein 0:0 bei Jahn Regensburg holte, schaffte es nur Moritz Flotho in die Startelf. Und die Profis aus Wiesbaden hatten in der Anfangsphase Probleme, sich mit dem kleinen Kunstrasenplatz anzufreunden, die Bornheimer starteten trotz der vergangenen Ergebnisse mit Selbstbewusstsein und zeigten eine ganz andere Leistung als am vergangenen Sonntag bei der Niederlage bei den Bosniern. Der erste Torschuss gehörte dann auch den Gastgebern, Lukas Knell prüfte Wehens Torhüter Noah Brdar mit einem Schuss. In der 13.Minute scheiterte Teklu Tewelde nach einem Freistoß von Knell am gegnerischen Torhüter, der den Ball über die Latte lenken konnte.

Tewelde war bei den Bornheimern Dreh- und Angelpunkt, auch die nächste Chance hatten die Bornheimer durch Knell, der nach einem schönen Konter über Patrick Albert aber aus 20 Metern zu früh abschloss. Der Favorit aus Wehen kam in der 18.Minute zur ersten Gelegenheit, doch SG-Torhüter Younes Hamouti, der ein starkes Spiel ablieferte, konnte den Ball parieren. Und in der 21.Minute war erneut Hamouti zur Stelle und lenkte den Ball von Flotho mit einem Reflex noch über die Latte. Der SV Wehen hatte mittlerweile die Spielkontrolle übernommen, in der 27.Minute zielte Robin Kalem aus 16 Metern freistehend zu hoch.

Die Gastgeber, die sich defensiv in alles reinwarfen und auch offensiv zu guten Spielzügen kamen, gingen dann in der 34.Minute in Führung, eine Hereingabe wurde leicht abgefälscht und Max Zeller überwand aus 5 Metern Wehens Torhüter zur nicht unverdienten Führung für den krassen Außenseiter. Danach machten die Profis Druck und hatten in der 45.Minute das Glück, noch vor der Pause den Ausgleich markieren zu können, nach einer langen Flanke rutschte am langen Pfosten Robin Kalem in den Ball und erzielte den 1:1-Pausenstand. In der zweiten Halbzeit waren die Gäste weiter spielbestimmend, nach einer Ecke konnten zwei Bornheimer nach einem Kopfball kurz vor der Linie den Ball abblocken. Dem Führungstreffer vom SV Wehen Wiesbaden ging ein Ziehen eines Weheners gegen einen Bornheimer voraus, was vom Schiedsrichter nicht geahndet wurde, nach der folgenden Flanke kam 8 Meter vor dem Tor der gerade eingewechselte Marcus Müller an den Ball und schoss den Drittligisten in Führung (64.Minute).

Die Wehener hatten das Spielgeschehen jetzt weitestgehend im Griff, Bornheims Abd El Raouf Dilem verhinderte das 1:3, als er einen Schuss von Ibrahim Ati Allah zwei Meter vor dem Tor gerade noch abblockte. In der 75.Minute dann die endgültige Entscheidung, Wehen spielte sich durch den gegnerischen Strafraum, der Ball landete bei Kalem, der mit einem Schlenzer ins lange Eck sein zweites Tor erzielen konnte. Die Bornheimer konnten bis zum Ende ein höheres Ergebnis vermeiden, einmal rettete Torhüter Hamouti im 1-gegen-1 gegen Marcus Müller, einmal konnte Bornheims Paul Matti Kern einen Ball gerade noch vor Überschreiten der Linie über die Latte bugsieren. Die Bornheimer zogen sich gut aus der Affäre und haben einen Drei-Klassenunterschied nie erkennen lassen.

SG-Trainer Christian Bader nach dem Spiel: „wir haben verdient in der ersten Halbzeit geführt, wir hatten natürlich weniger Spielanteile, darüber brauchen wir nicht reden, aber wir waren meiner Meinung nach die deutlich gefährlichere Mannschaft, ich glaube auch, wenn wir das 1:1 kurz vor der Pause nicht kriegen, dann gehst du in der zweiten Halbzeit noch einmal ganz anders raus. Am Ende muss man sagen, gewinnt Wehen Wiesbaden hier verdient über das gesamte Spiel gesehen, trotzdem, dafür dass wir Verbandsligist sind und wir gegen Vollprofis spielen, die heute den ganzen Tag über im Hotel waren, während wir heute noch arbeiten waren, muss ich einfach sagen, unfassbarer Stolz nach den letzten schweren Wochen, haben wir uns gut verkauft. Ich glaube, wir haben 1125 Zuschauer total begeistert, und das ist ein toller Energieschub für die kommenden Wochen.“ Am nächsten Wochenende steht dann wieder der normale Ligaalltag mit dem Spiel gegen den SC Dortelweil vor der Tür.

Schiedsrichter: Nils Ole Vitt (SG Nordkreis). Zuschauer: 1.125.

Tore: 1:0 Max Zeller (34.), 1:1 Robin Kalem (45.), 1:2 Marcus Müller (64.), 1:3 Robin Kalem (75.)

Die Bilder machte wie immer SG-Fotograf Andre Sturmeit, vielen Dank.