By Pedro | Published | Keine Kommentare

Die Protagonisten der meisten Spiele danach waren unter den 235 Zuschauern zu finden (höchste Kulisse seit drei Jahren). Ex-SVH-Trainer Andreas Berggold, dem in neun Jahren kein Ligaheimsieg gegen diesen Gegner gelang, lediglich ein Weiterkommen im Kreispokal nach Elfmeterschießen. Und der langjährige Preußen-Coach Artur Rissling, der außer dem besagten Pokalspiel alle Auswärtsspiele gewann, zuletzt am 1. März auf wundersame Weise nach 1:4-Rückstand in der 74. Minute in Unterzahl noch 5:4 gewann. Das damalige Spiel war innerhalb der Mannschaft und des Publikums der Gastgeber noch ein Thema. Auch nach immer deutlicher werdender Führung hörte man immer wieder die mit der Zeit nicht mehr realistische Frage: „Reicht das diesmal?“. Heddernheim ließ von der ersten Minute an keine Zweifel aufkommen, ging schon nach 52 Sekunden durch den Freistoß von Giuliano Amante mit gütiger Mithilfe von Gästekeeper Cedric Wohlgemuth in Führung (1.).
In der Folge hatte der dänische Stürmer Anton Dupont Linden, der die Bälle vorne hervorragend abschirmte, die Riesenchance zu erhöhen (8.). Bei den Gästen knallte ein scharfer Eckball gegen einen Pfosten. Steil geschickt vergab Marco Yatci die Möglichkeit gegen Wohlgemuth, der Ball wurde von der Linie geklärt (12.). Dann aber erhöhten Maximilian Tran (18.) und Marco Yatci (23.) auf 3:0 – Heddernheim spielte furios! Der Anschluss der Gäste durch Ex-Croatia-Spieler Stipe Duvnjak (34.) fand gleich die direkte Antwort durch Dogan Nazim Erbulan (36.). Damit ging es mit diesem ominösen Zwischenergebnis in die Halbzeit. Aber gleich nach dem Seitenwechsel war klar, dass hier nichts mehr anbrennen würde.
Ex-Preuße Njie hält Foulelfmeter
Erbulan stocherte den Ball über die Linie (48.), dann verwandelte Kapitän Antonie Willeführ einen Foulelfmeter (50.) und es stand 6:1. Nach Luka Filip Brnas Tor zum 7:1 (69.) hörte man von den Fans: „Das muss jetzt reichen.“ Und es reichte zum Triumph, obwohl Duvnjak verkürzte (79.) und es eine Minute später Foulelfmeter für die Gäste gab, den Ex-Preuße Pap Assan Njie gegen den glücklosen Torjäger Pascal Bausch parierte (80.). Den Schlusspunkt setzte Kapitän Antonie Willeführ in der Nachspielzeit (90./+2) zum bereits 37. Tor für die offensivstärkste Mannschaft der Liga, die am kommenden Sonntag beim punktgleichen FC Posavina ein Verfolgerduell bestreitet und sich auf Rang fünf, zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz, vorschob. Dementsprechend war SVH-Trainer Ivan Susak hochzufrieden: „Das war ein Klassespiel von uns vor dieser Riesenkulisse. Ich habe gewusst, dass bei dem Derby einige Zuschauer kommen, aber mit 235 habe ich nicht gerechnet. Die Jungs haben von Minute eins an gezeigt, wo der Hase hin läuft. Wir waren sehr diszipliniert. Dass wir zwei Tore kassieren, das passiert. Wir haben unzählige Chancen rausgespielt – das Spiel war einfach überragend. Ich möchte es aber auch nicht zu hoch werten, bei den Preußen ist sicherlich nicht alles gelungen. Die haben keinen guten Tag erwischt, nüchtern betrachtet fällt das Ergebnis zu hoch aus, aber absolut verdient.“
Preußen-Trainer Alessandro Cavalera sah eine „Mischung zwischen Kollektivversagen und schwerwiegenden Torwartfehlern, die wir uns auf dem Niveau nicht erlauben können. Heddernheim ist clever genug, das auszunutzen. Lieber einmal so ein Versagen als jede Woche. Wir müssen wieder Freude und Spaß an den Tag legen und freuen uns dann auf das Spiel gegen Concordia Eschersheim.“
Schiedsrichter: Daniel Meier (TSG Wörsdorf). Zuschauer: 235. Tore: 1:0 Giuliano Amante (1.), 2:0 Maximilian Tran (18.), 3:0 Marco Yatci (23.), 3:1 Stipe Duvnjak (34.), 4:1, 5:1 Dogan Nazim Erbulan (36./48.), 6:1 Antonie Willeführ (50./Foulelfmeter), 7:1 Luka Filip Brnas (69.), 7:2 Stipe Duvnjak (79.), 8:2 Antonie Willeführ (90./+2).