By Pedro | Published | Keine Kommentare

Die Gastgeber hatten die Befürchtung, dass ein Remis nicht reichen könnte, wenn der FC Croatia sein Parallelspiel gegen die SG Westend gewinnen würde. Und zur Halbzeit sah es nach dem direkten Abstieg der Hellenen aus, denn Croatia lag mit 1:0 in Führung und an der Niederräder Hahnstraße, wo der griechische Club seit dieser Saison seine Heimspiele provisorisch vor spärlicher Kulisse austrägt, stand es 1:1. Der direkte Vergleich hätte in diesem Fall bei Punktgleichheit den Ausschlag für Croatia gegeben. Hellas, das Team mit den meisten Gegentoren (126), machte durchaus ein engagiertes Spiel. Aber auch Heddernheim gab mit seiner Spielweise zu verstehen, dass man beim letzten Spiel des nach neuneinhalb Jahren scheidenden Trainers Andreas Berggold noch eine ordentliche Leistung bringen wollte. Nicht zum Einsatz kam auf eigenen Wunsch der griechische Stürmer Christos Papadopoulos. Da der Goalgetter zurück zur GSU Hellas wechselt, konnte er einen Einsatz nicht mit seinem Gewissen vereinbaren und wollte nicht mit seinen Toren für einen eventuellen Abstieg der GSU verantwortlich sein.
So saß der Spieler nur 90 Minuten auf der Bank. Durch einen Flachschuss von Sinan Polat gingen die Gastgeber in Führung (15.). Über links kommend egalisierte Marco Yatci (19.). Einen klaren Elfmeter am Heddernheimer Neuzugang Zakaria Kooubaa pfiff der Schiedsrichter nicht (24.). Glück hatten die Hausherren, dass Ayman Gasoos eine Riesenchance vergab kurz vor der Pause. Nach dem Seitenwechsel erzielte zunächst der in der Winterpause von Croatia zu Hellas gewechselte Stürmer Vladimir Bogdanovic das erlösende 2:1 (54.). Einen Handelfmeter verwandete Gästekapitän Antonie Willeführ zum 2:2 (57.). Nach und nach kam die Nachricht vom Westend-Ausgleich an der Hahnstraße an. Dennoch musste die GSU nach einem Konter den Gegentreffer zum 2:3 durch den stürmenden Innenverteidiger Dogan Nazim Erbulan hinnehmen (72.). Bogdanovic sorgte noch für das 3:3 und das leistungsgerechte Remis. Auch das Hinspiel im November endete in Heddernheim 3:3. In der Schlussphase war nach Kenntnisnahme der Zwischenergebnisse (Endstand 1:3 bei Croatia-Westend) klar, dass den Griechen auch im Falle einer Niederlage nichts mehr passieren würde. GSU-Trainer Theo Vassiliou beorderte seine Mannen deswegen alle nach vorne, um den Siegtreffer zu erzwingen.
Damit war seine Abwehr aber entblößt, aber die Gäste konnten die offenen Räume nicht nutzen. Was bleibt für GSU Hellas ist die Chance in der Relegation, um den sofortigen Wiederabstieg zu verhindern. Die Auslosung am Montag ergab ein Heimspiel gegen den SV Blau-Gelb am 7. Juni (15 Uhr). Abhängig vom ersten Ergebnis spielt Hellas noch auswärts beim TuS Nieder-Eschbach (10. Juni oder 14. Juni). „Das war eine beschissene Situation, denn wir konnten nicht zu offen spielen, während Croatia führte um noch einen Konter zu kassieren. Wir haben das Spiel aber kontrolliert, obwohl Heddernheim sehr präsent war. Der Druck lag bei uns, wir wollten aber mit einem Sieg in die Relegation gehen. Wir sind aber zufrieden, dass wir unser Ziel erreicht haben. Die letzten beiden Chancen, um nicht abzusteigen, wollen wir wahrnehmen. Die Gegner sind sehr stark und treten dominant auf. Wir müssen das beste rausholen, um nicht abzusteigen“, sagte Vassiliou. Er verkündete die Verpflichtung von Trainerveteran Jorge Huberman, der auch im Falle des Abstiegs kommen würde. „Für Hellas wäre der Klassenerhalt ein sehr guter Effekt, denn wir wollen zurück auf unseren Heimatplatz und eine Jugend aufbauen. Wir sind seit 1967 der erste Migrationsverein gewesen. Würde der Abstieg kommen, hätten wir aber auch eine schlagkräftige Mannschaft für die Kreisliga A“, so Vassiliou.
Bei Heddernheim klang das letzte Berggold-Statement auf der Abschlussfeier so: „Es war vom Kopf her schwierig, weil es für uns um nicht mehr viel ging. Für GSU ging es um sehr viel, wir hatten die besseren Chancen, da hätte das zu unseren Gunsten laufen können.“ Nach fast einem Jahrzehnt geht es nun in den „Ruhestand“, nicht ohne die vielen Erlebnisse zu vergessen. „Es gab mehr positive als negative Zeiten und viele schöne Momente. Es war eine Ehre, hier Trainer zu sein. Ich wünsche dem Verein für die Zukunft den maximalen Erfolg. Der Verein sollte niemals seine Identität verlieren. Jeder Fußballer, der hier spielt, für den ist das eine tolle Adresse. Ich werde die Jungs natürlich öfter besuchen und auch als Zuschauer vorbei schauen, sofern es der Terminkalender zulässt.“ Nachdem der SVH zur Winterpause auf Rang eins und bis Ende April auf Rang zwei stand, kostete auch die schwere Verletzung von Torjäger Cherano Willeführ den anvisierten Aufstieg. In den letzten sechs Spielen gab es nur noch fünf Punkte, somit stürzte man auf Rang fünf ab. Nachfolger Ivan Susak übernimmt das Team zum Vorbereitungsstart Ende Juni und wird einen neuen Anlauf unternehmen.