Griesheim besinnt sich auf Fußball

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Die Spvgg. 02 Griesheim bleibt mit dem 8:1-Sieg gegen den FC Gudesding am spielfreien Tabellenführer FC Kalbach dran und verkürzte den Rückstand auf zwei Punkte. Jetzt wird auf das Ergebnis der im Laufe der Woche stattfindenden Sportgerichtsverhandlung hinsichtlich der Vorfälle beim abgebrochenen Spiel Posavina – Griesheim 02 gewartet. Vier der fünf wahrscheinlichen Absteiger stehen fest: Neben Weiss-Blau, Saz-Rock und Nieder-Erlenbach muss auch Griesheim Tarik eine Etage runter. Der FC Maroc wahrte mit dem 6:3 gegen Heddernheim die theoretische Chance auf den Ligaerhalt. Türkgücü kam kampflos zu drei Punkten, da der FC Posavina aus Personalmangel kein Team stellen konnte.

Griesheims Trainer Marco Santonastaso. Foto: Mithat Gürser.

FC Maroc – SV 07 Heddernheim 6:3 (3:0)

„Wir haben uns die rechnerische Chance auf den Klassenerhalt bewahrt“, erklärte Marocs Sportlicher Leiter Omar El Idrissi nach dem unerwartet hohen Sieg gegen Heddernheim auf dem stumpfen Rasenplatz an der Wilhelm-Epstein-Straße. Bei den Grün-Weißen stellte sich Sturmikone Oliver Solarz zwischen die Pfosten, da kein etatmäßiger Torhüter zur Verfügung stand. Er verstand es gut mitzuspielen und hielt was zu halten war. Gegen die teilweise alleine auf ihn zustürmenden Marokkaner konnte er im Spielverlauf nichts machen. In den ersten 35 Minuten deutete noch nichts auf den dringend benötigten Erfolg der Gastgeber hin. Die Partie begann ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten. Kurz vor dem Seitenwechsel drehte Maroc auf und kam über den technisch versierten Futsal-Spieler Aziz Derrou immer besser nach vorne. Derrous Abschluss konnte Solarz noch parieren, gegen den Nachschuss von Abdelhadi Assim war er machtlos (36.). Dann schloss der Ex-Heddernheimer Faouzi Afkir einen Konter zum 2:0 ab (43.) und kurz darauf spielte Derrou die komplette SVH-Abwehr schwindelig und markierte das 3:0 (45.). Nach dem Seitenwechsel kam der SVH stärker auf. Sadullah Erkmen setzte sich auf der linken Seite durch und flankte auf Dogan Nazim Erbulan, der FCM-Torhüter Hazem Tit zum 3:1 überwand (48.). Im Gegenzug musste Florian Köhler gegen Afkir auf der Linie retten, dann zog der Abstiegskandidat durch Mutaz Husain (56.) und Derrou (63.) auf 5:1 davon. Die Gäste wollten das nicht auf sich sitzen lassen und versuchten alles um Druck aufzubauen. Stürmer Christos Papadopoulos verkürzte auf 5:2 (65.), vier Minuten danach traf Derrou den Pfosten. Nach einem Lattenschuss des eingewechselten Yesilli staubte Papadopoulos zum 5:3 ab (77.) und plötzlich wackelten die Gastgeber und spielten auf Zeit. Durch den eingewechselten „Büffel“ Birhimeoglu kam mehr Schwung rein und beinahe hätte sein Zuspiel zum Anschlusstor von Papadopoulos gereicht. So langsam lief die Zeit davon und Maroc setzte den Schlusspunkt durch Husain (90.). In der langen Nachspielzeit schickte Hessenliga-Schiedsrichter Mirko Radl Maroc-Akteur Stephen Owusu wegen Beleidigung mit der Roten Karte vom Feld (90./+5) und pfiff dann ab. SVH-Trainer Andreas Berggold erkannte an: „Die Niederlage ist absolut verdient. Wir verteidigen zu naiv und brav. Da haben wir schon vorne kein richtiges Zweikampfverhalten. Das zieht sich durch das Mittelfeld bis in die Abwehr. Dennoch sind wir gut ins Spiel gekommen und haben ordentlich den Ball laufen lassen. Nach 35 Minuten hatten wir einen Bruch drin. Der Knackpunkt waren die drei Tore in neun Minuten kurz vor der Halbzeit. Direkt nach der Pause kam Hoffnung mit dem 3:1 auf, aber als Gesamtverbund haben wir schlecht verteidigt. Fällt das 5:4 wird Maroc vielleicht nervös. Unter Zweikampfführung stelle ich mir aber was anderes vor, als nur nebenher zu laufen. Das müssen wir abstellen. Wir haben jetzt 87 Gegentore kassiert, das geht nicht. Das ist indiskutabel.“

Schiedsrichter: Mirko Radl (Biebesheim). Zuschauer: 59.

Tore: 1:0 Abdelhadi Assim (36.), 2:0 Faouzi Afkir (43.), 3:0 Aziz Derrou (45.), 3:1 Dogan Nazim Erbulan (48.), 4:1 Mutaz Husain (56.), 5:1 Aziz Derrou (63.), 5:2, 5:3 Christos Papadopoulos (65./77.), 6:3 Mutaz Husain (90.).

Spvgg. 02 Griesheim – FC Gudesding 8:1 (5:1)

Griesheim besann sich auf seine fußballerischen Stärken und hatte damit Erfolg. „Wir wollten der Liga ein Zeichen setzen, dass wir noch da sind. Wir haben sehr gut im Kollektiv gearbeitet. Kompliment an Gudesding: Sie haben jederzeit nach vorne gespielt“, analysierte Griesheims Trainer Marco Santonastaso nach dem Kantersieg. FCG-Vorsitzender Rainer Weiss vermisste bei den „Guden“ die Griesheimer Tugenden: „Sicher einer unserer schwärzesten Tage. Was uns fehlte, hatte Griesheim im Übermaß: Schnelligkeit, Aggressivität, Entschlossenheit.“ Durch die drei Tore binnen weniger Minuten in Halbzeit eins war bei den Gästen vom Ostpark der Widerstand trotz hin und wieder gefälligen Spiels gebrochen. Gegen Ende dieser langen Saison sei zu wenig Kampfgeist im Team gewesen, da es um nichts mehr gehe.

Schiedsrichter: Neil Kenneth Arthur Waterman (Idstein). Zuschauer: 150.

Tore: 1:0 Clinton Adjei Asante (13.), 2:0 Taha Azaitouni (14.), 3:0 Benjamin Zeisel (20.), 4:0 Michael Ofosu (38.), 4:1 Alexander Root (42./Foulelfmeter), 5:1 Denis Memedi (45.+1), 6:1 Michael Ofosu (68.), 7:1 Denis Memedi (87.), 8:1 Rafed Matmati (89.).

SV Viktoria Preußen – TSG Nieder-Erlenbach 5:0 (3:0)

Preußens Trainer Artur Rissling sah die Pflichtaufgabe gegen den Absteiger erfüllt: „Hochverdienter Sieg, der höher hätte ausgehen können.“ Auch er warf den Aspekt des Saisonendes in den Raum. Rein rechnerisch sind die Preußen bei sieben Punkten Vorsprung auf Maroc noch nicht durch, aber: „Jetzt sind wir aus dem gröbsten heraus und das war wichtig. Ich bin zufrieden, denn wir haben ein gutes Spiel gemacht.“ Rissling wünschte Nieder-Erlenbach viel Erfolg beim Neubeginn in der A-Klasse: „Das ist eine faire Mannschaft.“ A-Jugendspieler Adrijan Aslimoski markierte das 5:0. „Das ist die Basis, das ist die Zukunft“, unterstrich Rissling.

Schiedsrichter: Holger Freese (Schöneck). Zuschauer: 70.

Tore: 1:0 Daniel Wolf (31./Foulelfmeter), 2:0 Tim Gießler (35.), 3:0 Daniel Wolf (41.), 4:0 Tim Gießler (55.), 5:0 Adrijan Aslimoski (74.).

FV Hausen – FC Kosova 3:2 (2:2)

Kosova dominierte in den ersten 40 Minuten und hätte höher als 2:0 führen können. „Wir standen zu weit von den Männern weg, haben wenige Zweikämpfe gewonnen und diese Härte vom Gegner nicht angenommen“, berichtete FVH-Trainer Federico da Costa Coutinho. Durch den Freistoßknaller von Shion Tsuji an die Latte wurden die Lila-Weißen wachgerüttelt. Kurz vor der Halbzeit verkürzte Tsuji per Foulelfmeter auf 1:2 und glich in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 2:2 aus. Bei der Hitze brachte Hausen zur Pause drei frische Leute. „Nach und nach haben wir die Oberhand bekommen. Kosova war dann mit allem beschäftigt, nur nicht mit spielen. Das hat uns natürlich in die Karten gespielt, dass die sich mit anderen Themen beschäftigt haben. Durch das 3:2 von Vidovic, der im zweiten Spiel das zweite Mal traf, ging der FVH nach einer Stunde in Führung. Anders als in Heddernheim konnte Hausen den Sieg aber über die Ziellinie retten. „Die Einstellung hat gepasst, obwohl wir spät ins Spiel gefunden haben. Gegen einen aggressiven Gegner haben wir gut mitgehalten und sind fair geblieben. Kosova ist ein sehr spielstarker Gegner, aber man merkte, dass es bei denen um nichts ging. Bei uns war das auch so, aber wir hatten mehr den Willen.“ Bei den Gästen sah Co-Trainer Adrian Dashi die Rote Karte. Kosovas Spielausschuss-Chef Rudi Statovci fasste in seiner lockeren Art zusammen: „Wir hätten hier 10:0 führen müssen und bekamen dann in zwei Minuten vor der Halbzeit zwei Gegentore. Das kann ich nicht nachvollziehen.“

Schiedsrichter: Keine Angabe. Zuschauer: 90.

Tore: 0:1 Leon Dashi (30.), 0:2 Frenklin Sefa (40./Foulelfmeter), 1:2, 2:2 Shion Tsuji (45./Foulelfmeter, 45./+2), 3:2 Antonio Vidovic (60.).

FC Croatia – FV Saz-Rock 6:4 (2:1)

Schwerer als erwartet musste Croatia arbeiten, um Absteiger Saz-Rock in Schach zu halten. Die Gäste gingen sogar in Führung und glichen noch zweimal durch den ehemaligen Verbandsliga-Nord-Spieler Osman Özlük aus, ehe Ante Strljic die fundamental wichtigen drei Punkte für die Kroaten sicher stellte. „Das war ein schweres Spiel, denn in den Köpfen war es vorher schon gewonnen. Es ging nur um die Höhe, aber Saz-Rock hat uns das Leben schwer gemacht. Wir wollten aber unbedingt die drei Punkte holen“, sagte Croatias Sportlicher Leiter Stanislav Konta und lobte FV-Tormann Dennis Halaunia: „Der hat gut gehalten.“ Bei den Gästen steht mittlerweile die 178 als Gegentoranzahl. Sich von Meisterschaftsanwärter FC Kalbach und seinem Torjäger Achraf Gara Ali (52 Tore) die Bude voll zu hauen, darauf verzichtet Saz-Rock. Die Mannschaft wird am Donnerstag am Hopfenbrunnen nicht antreten.

Schiedsrichter: Zengin Karpuz (Wölfersheim). Zuschauer: 80.

Tore: 0:1 Mustafa Alkan (38.), 1:1, 2:1 Drazen Gluhakovic (41./42.), 3:1 Filip Sucic (47.), 3:2, 3:3 Osman Özlük (55./Foulelfmeter, 58.), 4:3 Ivan Grgic (77.), 4:4 Osman Özlük (80.), 5:4, 6:4 Ante Strljic (87./90.).

SC Weiss-Blau – TuS Makkabi 1:4 (0:1)

Beim Schlusslicht und Absteiger sah Makkabis Trainer Hakan Tekin ein „Spiel mit offenem Visier von beiden Seiten. Beide Mannschaften haben einiges an Chancen liegen lassen.“ TuS-Torhüter Patrick Bötsch rettete die Gäste mit einigen Paraden vor einem Rückstand. Das Eigentor kurz vor dem Pausentee und zwei weitere Ecken führten dann zu einer beruhigenden Gästeführung. „Danach war es ein Sommerkick, der auch 7:3 hätte ausgehen können“, führte Tekin aus. „Wir haben es am Ende wie eine Spitzenmannschaft geschafft, den Sieg mit wenig Aufwand zu holen.“ Lob hatte Tekin für Weiss-Blau übrig: „Die haben nicht wie ein Absteiger gespielt, da habe ich schon schlechtere Spielanlagen in der KOL erlebt. Wenn sie die Truppe zusammen halten können, werden sie in der A-Klasse eine gute Rolle spielen.“

Schiedsrichter: Besir Yildiz (Offenbach). Zuschauer: 25.

Tore: 0:1 Elias Lemghili (44./Eigentor), 0:2 Thilo Tanetschek (58.), 0:3 Kristian Leonhardt (70.), 0:4 Sota Nakano (77.), 1:4 Elias Lemghili (85.).

SV Griesheim Tarik – Union Niederrad 1:2 (0:1)

Zehn Jahre nach dem letzten Abstieg muss Griesheim Tarik die Kreisoberliga nach unten verlassen. Es wäre müßig zu wiederholen, was dazu geführt hat. Der Club muss sich nächste Saison in der schweren Gruppe 1 der A-Klasse mit mehreren Mitabsteigern und ambitionierten Traditionsclubs, die seit Jahren nach oben streben, messen. Union Niederrads Vorsitzender Khalid Lamjahed bewertete die Partie als „Spiel auf schwachem Niveau. Wir haben sicher den Ball laufen lassen, nach unserer 2:0-Führung plätscherte das Spiel so dahin. Ich bin froh, dass wir jetzt den Klassenerhalt in der Tasche haben. So brauchen wir keine Rechenspiele mehr.“ Lamjahed war aber sauer auf die Mannschaft, denn nach dem Anschlusstor der Gastgeber wurde eine klare Konterchance vergeben: „Da haben wir versucht den Torwart arrogant zu überlupfen. Wir können froh sein, dass Tarik aus unserer Spielweise kein Kapital geschlagen hat. Wir wünschen Tarik den direkten Wiederaufstieg. Das ist ein Verein, der in die Kreisoberliga gehört.“

Schiedsrichter: Savas Satilmis (Gelnhausen). Zuschauer: 50.

Tore: 0:1, 0:2 Adam Langhans (23./50.), 1:2 Saad Zadaki (55.).

FC Tempo – Concordia Eschersheim 6:1 (2:0)

Der Tabellendritte hatte im Duell gegen den Vierten in der ersten Hälfte den treffsicheren Nikola Dokovic in seinen Reihen. „Bei den jungen Eschersheimern fehlt es etwas an Erfahrung. Die Cleverness von Tempo hat den Unterschied gemacht“, meinte Tempos Sportlicher Leiter Zoran Marcetic. Auch in Hälfte zwei zahlte sich die Erfahrung der serbischen Fußballer aus. „Der Sieg ist hochverdient, aber nicht in dieser Höhe“, stellte Marcetic fest. Bei Concordia Eschersheim sah es Trainer Andre Winter ähnlich: „Wir waren trotz 0:2-Rückstand die überlegene Mannschaft und hätten eigentlich führen müssen.“ Louis Haarhaus und zweimal Metin Cosgun ließen drei hundertprozentige liegen. Nach dem Seitenwechsel rannte die Concordia an der Woogwiese weiter an, bekam aber wieder ein frühes Gegentor. In der Schlussphase verkürzten die Gäste zwar auf 4:1, bekamen aber in den letzten Minuten noch zwei Gegentore eingeschenkt. „Für mich nie im Leben ein 6:1, das hat mir jeder von Tempo bestätigt. Ich bin sehr froh zu sehen, dass wir gegen so einen robusten Gegner sehr gut mithalten. Am Ende zählen aber nur Tore und Punkte. So können wir uns nichts kaufen, wissen aber, dass wir in der neuen Saison nicht chancenlos zu solchen Spielen fahren“, erläuterte Winter.

Schiedsrichter: Max Schradin (Frankfurt). Zuschauer: 80.

Tore: 1:0, 2:0 Nikola Dokovic (3./38.), 3:0 Bojan Miljus (47.), 4:0 Goran Grijak (63.), 4:1 Fabio Dias Meda (78.), 5:1 Goran Grijak (83.), 6:1 Lazar Andelkovic (89.).

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