Freie Bahn für Kalbach nach Griesheims Patzer

By | Published | Keine Kommentare

Nach dem Ausrutscher der Spvgg. Griesheim ist die Bahn für den FC Kalbach nun frei. Bei fünf Punkten Vorsprung können die Nordfrankfurter trotz eines mehr ausgetragenen Spiels die Meisterschaft in der Kreisoberliga Frankfurt aus eigener Kraft schaffen. Neben den feststehenden Absteigern SC Weiss-Blau und FV Saz-Rock werden noch drei Absteiger gesucht. Der Absturz der TSG Nieder-Erlenbach in die A-Klasse wird wohl nächste Woche besiegelt. Neben dem spielfreien und mutmaßlichen vierten Absteiger Griesheim Tarik wird es wohl auch den FC Maroc erwischen. Neun Punkte Rückstand auf Viktoria Preußen bei fünf ausstehenden Spielen sind kaum aufzuholen.

 FC Kalbach – FC Kosova 4:0 (2:0)

Dem FCK reichte eine durchschnittliche Leistung gegen überraschend überforderte Kosovaren. „Das war kein berauschendes Spiel. Kosova hat es nicht auf die Reihe gekriegt“, hatte Kalbachs Sportlicher Leiter Manfred Meyer ein einseitiges Spiel gesehen. Maßgeblich am Kalbacher Sieg beteiligt waren die Doppel-Torschützen Achraf Gara Ali, der zwei Elfmeter verwandelte und damit die Torjägerliste mit 52 Toren anführt sowie Moritz Uppenkamp, der auf der Außenbahn überall zu finden war. Die Gäste beendeten die Partie nach einer Roten Karte (58.) und einer Zeitstrafe (89.) die Partie mit neun Fußballern. „Auch nach dem Griesheimer Ausrutscher sind wir nicht durch. Wir müssen uns voll auf die letzten fünf Spiele konzentrieren“, sagte Meyer. Nach drei Jahren Abstinenz wäre Kalbach mit fünf Siegen sicher Meister und Rückkehrer in die Gruppenliga Frankfurt West.

Schiedsrichter: Thorben Kreiser (Arheilgen). Zuschauer: 70.

Tore: 1:0, 2:0 Achraf Gara Ali (25./45., beide Foulelfmeter), 3:0, 4:0 Moritz Uppenkamp (78./89.).

SV Viktoria Preußen – SV 07 Heddernheim 0:0

Eine Partie auf äußerst schwachem Niveau, die mit 0:0 gerecht endete. Preußen-Trainer Artur Rissling hatte ein „hektisches und schwaches Spiel“ gesehen: „Das ist das erste Derby seit Jahren, wo fußballerisch nicht viel geboten war. Man hat das Gefühl gehabt, dass beide Mannschaften nicht verlieren wollten.“ Torchancen waren Mangelware, das Geschehen spielte sich meist im Mittelfeld beziehungsweise an den Seitenlinien bei extrem vielen Einwürfen ab. Signifikante Torchancen gab es je eine auf beiden Seiten. Für Heddernheim vergab Stürmer Christos Papadopoulos per Kopf (69.), für die Preußen auf Zuspiel von Giuliano Amante Daniel Wolf, der über das Tor schoss (84.). „Ansonsten hätten beide noch zehn Stunden spielen können, da wäre kein Tor gefallen“, sagte Rissling. SVH-Coach Andreas Berggold bewertete das Remis als „leistungsgerechtes 0:0. Beide Mannschaften haben sich neutralisiert. Es war trotz allem kein schlechtes Spiel, da beide sehr diszipliniert agierten. Für uns war es extrem wichtig, nach zwei Klatschen stabiler zu stehen und zu Null zu spielen. Der letzte Derby-Charakter hat zum Ende einer langen Saison gefehlt.“ Zum Ende hin stellte sich Schiedsrichter Andreas Wirth aus Hungen in den Mittelpunkt. Wahllos verteilte er Gelbe Karten an Spieler und Trainer, um sich Respekt zu verschaffen. So erhielt der heimische Trainer Rissling als „ranghöchster Vertreter“ der Ersatzbank die Gelbe Karte nach Zuschauerrufen.

Schiedsrichter: Andreas Wirth (Hungen). Zuschauer: 98.

FC Maroc – FV Hausen 1:4 (1:0)

Maroc führte 75 Minuten mit 1:0, danach kassierten die abstiegsbedrohten Gastgeber drei Gegentore in drei Minuten und in der Schlussminute sogar noch das 1:4. Was den Sportlichen Leiter Omar El Idrissi auf die Palme brachte: „Ich bekomme die Krise. Das kann nicht sein, dass wir das 1:0 nicht bis zum Schluss halten. Ohne Training kann man eben nicht 90 Minuten durchhalten. Da stimmt die Einstellung nicht.“ Spielmacher Aziz Derrou fehlte wegen eines parallel ausgetragenen Futsal-Spiels. Dazu schwächten sich die Marokkaner mit der Zeitstrafe gegen Mohamed Kaddouri (65.), der später noch die Rote Karte sah (88.) und einer weiteren Zeitstrafe gegen Zakaria Boulaich Azifi (90.). „Die Schlussphase war jämmerlich. Da waren wir nicht mehr auf dem Platz und haben uns mehr mit dem Schiedsrichter als mit dem Spiel beschäftigt“, beklagte El Idrissi. Hausen riss die Partie in den letzten 15 Minuten in beeindruckender Weise an sich. Der Japaner Shion Tsuji trat nach seiner Hereinnahme zur Halbzeit stets brandgefährlich in Erscheinung und sorgte mit seinem Doppelschlag für die Wende zugunsten des FVH. „Das war ein hartes Stück Arbeit. Die Marokkaner haben gut gefighted vor allem in Person von Kapitän Hamza Chouiba“, berichtete Hausens Trainer Federico da Costa Coutinho. Gästekeeper Onno Engel hatte einen höheren Rückstand verhindert. „Der Sieg ist am Ende etwas zu hoch. Wir sind froh uns mit dem Sieg die letzten Spieltage nicht mehr im Abstiegskampf zu befinden“, so Coutinhos Schlusssatz.

Schiedsrichter: Ersen Demirgöz (Wiesbaden). Zuschauer: 65.

Tore: 1:0 Hamza Chouiba (34.), 1:1, 1:2 Shion Tsuji (75./Foulelfmeter, 77.), 1:3 Karim Bökenkamp (78.), 1:4 Shion Tsuji (90.).

FV Saz-Rock – FC Gudesding 1:13 (0:5)

Absteiger Saz-Rock kassierte wie in der Vorwoche 13 Gegentore. Die Gesamtanzahl der Gegentreffer schnellte auf 166 hoch! Hoch anzurechnen ist dem Club dennoch, dass er jede Woche zu den Spielen antritt. Gudesding hatte da an der Mühlwiese bei einem „Sommerkick“ leichtes Spiel. Fast pausenloses Anrennen der „Guden“, Saz-Rock wehrte sich kaum. Alleine der junge Torhüter Dennis Halaunia verhinderte noch mehr Gegentore. Trotz der 13 Tore blieb die Chancenverwertung von Gudesding mangelhaft. „Ein insgesamt faires, recht langweiliges Spiel mit einem besonnenen, umsichtigen Schiedsrichter. Wir wünschen Saz-Rock jedenfalls alles Gute beim Neuanfang in der A-Klasse“, sagte FCG-Vorsitzender Rainer Weiss.

Schiedsrichter: Mohammed Azeez (Taunusstein). Zuschauer: 30.

Tore: 0:1 Bela Cohn-Bendit (13.), 0:2 Seyedmohammadreza Hosseini (15.), 0:3 Lorenzo Dolce (20.), 0:4 Alexander Root (22.), 0:5 Seyedmohammadreza Hosseini (42.), 0:6 Alexander Root (55.), 0:7 Christian Arnold (58.), 0:8 Alexander Root (64.), 0:9 Yannik Siering (65.), 0:10 Christian Arnold (74.), 0:11 Yannik Siering (75.), 1:11 Osman Özlük (77.), 1:12 Yannik Siering (85.), 1:13 Aderrafik Imeghry (86.).

FC Croatia – FC Posavina 6:3 (2:1)

Croatia brachte im prestigeträchtigen kroatischen Derby eine solide Leistung, da einige Leistungsträger wieder verfügbar waren. Die Gastgeber agierten mit Spielmacher Drazen Gluhakovic besser im Spielaufbau und landeten einen wichtigen Sieg, der den Club nach der Niederlagenserie und dem Trainerwechsel näher an den Klassenerhalt bringt. Nach der Entlassung von Trainer Daniel Konta hat der verletzte Kapitän Dino Bozinovic-Mador die Rolle des Interimstrainers übernommen. Die Gäste gingen zweimal in Führung, litten aber im Schlussakkord unter vermeidbaren Platzverweisen. Matija Zivkovic (76.) und Mateo Beslic (82.) wegen Meckerns und eine Zeitstrafe gegen Torhüter Matej Markovic (88.), bei der laut Aussagen der Gäste auch Spielertrainer Stijepan Piljic von Schiedsrichter Christopher Bedikian regelwidrig vom Platz geschickt wurde, schwächten Posavina entscheidend. „Der Wille das Spiel zu drehen war stärker. Wir müssen aber daran arbeiten, solche Gegentore nicht mehr zu kassieren“, sagte Croatias Sportlicher Leiter Stanislav Konta. Posavinas Pressewart Danijel Pavic kündigte einen Beschwerdebrief wegen eines wahrgenommenen Regelverstoßes an den Verband an und ließ verlautbaren: „Ich habe die Schnauze voll von diesen Schiedsrichtern.“ Das Spiel fasste er zusammen: „Die erste Hälfte haben wir ansehnlichen Fußball gespielt. Nach zehn Minuten im zweiten Durchgang kam es dann zum Bruch.“

Schiedsrichter: Christopher Bedikian (Hanau). Zuschauer: 220.

Tore: 0:1 Mateo Beslic (18.), 1:1 Ivan Propadalo (20.), 2:1 Filip Sucic (43.), 2:2 Stijepan Piljic (48.), 2:3 Mateo Beslic (56.), 3:3 Ivan Propadalo (62./Foulelfmeter), 4:3 Filip Sucic (76.), 5:3 Drazen Gluhakovic (81.), 6:3 Filip Sucic (86.).

Spvgg. 02 Griesheim – TuS Makkabi 2:3 (0:2)

Makkabi zeigte ein großes Spiel an der Eichenstraße und brachte den Favoriten zu Fall. Griesheims Trainer Marco Santonastaso war über den schwachen Auftritt genervt: „Wir haben gespielt wie ein Tabellenletzter.“ Erst mit der Einwechslung von Fiorenzo Santoro hatten die Griesheimer Rückenwind, kamen zum Ausgleich und mussten in einer Drangperiode den zweiten Elfmeter hinnehmen. Die Gäste waren unter erschwerten Bedingungen angetreten, da kein etatmäßiger Torhüter zur Verfügung stand. Zunächst stellte sich der angeschlagene Feldspieler Benedict Rose zwischen die Pfosten. In der Halbzeit musste dieser dann durch Maximilian Motsch ersetzt werden. Trotzdem brachte es Griesheim nicht fertig, die Gäste permanent unter Druck zu setzen. „Wir waren in der ersten Halbzeit das bessere Team und sind zurecht mit der 2.0-Führung in die Pause“, berichtete Makkabis Trainer Hakan Tekin. Nach dem Seitenwechsel kam Griesheim stärker auf und entwickelte enormem Druck. Einfache Fehler führten zum Audgleich. Nach dem erneuten Führungstor per Foulelfmeter war Makkabi im Aufwind und brachte den Sieg über die Zeit. „Wir hatten uns vorgenommen die entscheidende Mannschaft zu sein wenn es um die Meisterschaft in der KOL geht. Den ersten Part haben wir geschafft. Ein weiterer kommr noch. Ein großes Lob an den Unparteiischen, der sich nicht von der Hektik hat anstecken lassen“, fasste Tekin zusammen.

Schiedsrichter: Georgios Gouziotis (Frankfurt). Zuschauer: 170.

Tore: 0:1 Maximilian Motsch (14./Foulelfmeter), 0:2 Aleksej Radulaski (24.), 1:2 Fiorenzo Santoro (49.), 2:2 Denis Memedi (60.), 2:3 Noel Löbner (74./Foulelfmeter).

TSKV Türkgücü – Union Niederrad 1:2 (1:1)

Auch bei Türkgücü stand mit Eren Kadimli ein Feldspieler im Tor, da Trainer Giuseppe Forciniti Keeper Ahmet Utus aus disziplinarischen Gründen auf die Ersatzbank gesetzt hatte. Nach Ansicht von Türkgücüs Vorstandsmitglied Duran Güngör machte Kadimli seine Sache nicht schlecht. Mit dem letzten Aufgebot habe sein Team gegen Union Niederrad das Spiel lange ausgeglichen gehalten, bis man zu Beginn der Nachspielzeit „klassisch ausgekontert“ worden sei. Da Trainer Hicham Faqir im Urlaub ist, coachte der Vorsitzende Khalid Lamjahed die „Unionisten.“ „Wir haben auf dem schwer bespielbaren Rasen, den wir absolut nicht gewohnt sind, gut begonnen. Die letzte Konsequenz haben wir nach der Führung vermissen lassen. In der zweiten Hälfte kamen wir mit dem Feld und den langen Bällen auf die erfahrenen Stürmer nicht mehr zurecht. Letztendlich kamen wir mit dem Schlusspfiff zum umjubelten Siegtreffer, welcher nicht unbedingt verdient war. Die drei Punkte bringen uns ein Stück näher zum Klassenerhalt“, schilderte Lamjahed.

Schiedsrichter: Luca Kloft (Elz). Zuschauer: 70.

Tore: 0:1 Sascha Held (15.), 1:1 Eray Erol Hodzha (35.), 1:2 Caspar Oechsler (90./+1).

SC Weiss-Blau – Concordia Eschersheim 1:6 (0:3)

Beim angeschlagenen Schlusslicht und Absteiger musste aus Personalnot sogar Trainer Jamal Er-Rjah mitwirken, um das Spiel nicht absagen zu müssen. Die Partie entwickelte sich wie erwartet sehr einseitig. Concordia Eschersheim verfügte über den kompletten Spielverlauf über mehr Ballbesitz und viele Torchancen. „Mit etwas Glück gewinnen wir höher. Ich bin insgesamt sehr zufrieden über den reifen Auftritt meiner Mannschaft“, sagte Concordia-Trainer Andre Winter. „Weiss-Blau wünsche ich viel Erfolg beim Wiederaufbau und Wiederaufstieg. Es sollte mehr solcher Vereine in der KOL geben“, fügte Winter hinzu.

Schiedsrichter: Bernd Büttner (Gelnhausen). Zuschauer: 30.

Tore: 0:1 Ussama Djellakh (12.), 0:2 Thorben Elias Wissel (35.), 0:3 Edin Zekan (43.), 0:4, 0:5 Maximilian Sieber (67./72.), 0:6 Joris Plöns (85.), 1:6 Josip Romic (90.).

FC Tempo – TSG Nieder-Erlenbach 6:0 (3:0)

Gegen den mutmaßlichen Absteiger aus dem „hohen Norden“ ging der Sieg laut Tempos Sportlichem Leiter Zoran Marcetic „auch von der Höhe her in Ordnung. Das war ein Pflichtsieg.“ Die Serben festigten damit ihren dritten Platz in der Tabelle, während Nieder-Erlenbach in der kommenden Saison erstmals seit 2013 wieder A-Klasse-Luft schnuppern wird. Zwar ist das Team von Trainer Andreas Ludwig noch nicht rechnerisch abgestiegen. Bei 17 Punkten Rückstand sechs Spieltage vor Schluss ist der Abstieg nach zwei coronabedingten Rettungen trotz zuletzt verbesserter Leistungen nicht zu vermeiden.

Schiedsrichter: Jan Weinel (Büdingen). Zuschauer: 100.

Tore: 1:0 Milos Mihajlovic (4.), 2:0 Goran Grijak (7.), 3:0 Bojan Miljus (38.), 4:0 Nilola Dokovic (62.), 5:0 Parwes Haider (80./Eigentor), 6:0 Aleksandar Kostadinovic (85.).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.